Röntgen-Ausstellung: Ins Innerste der Welt

Ins Innerste der Welt: Unter diesem Namen eröffnet die Fakultät für Physik und Astronomie ihre neugestaltete Röntgen-Ausstellung. Grafik Physikalisches Institut / Universität Würzburg

Die Fakultät für Physik und Astronomie der Uni Würzburg hat ihre Röntgen-Ausstellung neugestaltet. Die virtuelle Eröffnung findet an einem besonderen Tag statt – Röntgens Geburtstag, dem 27. März.

Am Physikalischen Institut der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg gelang Wilhelm Conrad Röntgen im Jahr 1895 seine nobelpreiswürdige Entdeckung. Bei Versuchen mit Elektronenstrahlen in Vakuumröhren stieß er auf die später nach ihm benannte Strahlung. Dadurch wurden erstmals Einblicke „Ins Innerste der Welt“ möglich.

Diesen Titel trägt auch die neugestaltete Röntgen-Dauerausstellung der JMU-Fakultät für Physik und Astronomie. Die Ausstellung, die seit den 1970er-Jahren im Physikalischen Institut am Hubland zu sehen ist, wurde zum Röntgen-Jubiläumsjahr 2020 grundlegend überarbeitet.

Die Ausstellung würdigt den Forscher Röntgen und seine große Entdeckung. Sie rückt zudem die vielfältige wegweisende aktuelle Forschung an der Fakultät in den Mittelpunkt. In einigen Bereichen dieser Forschung spielen Röntgenstrahlen noch heute eine bedeutende Rolle.

Mit der neuen Röntgen-Ausstellung will die Fakultät Studieninteressierte für Physik begeistern. Sie möchte aber auch ein allgemein physikalisch interessiertes Publikum ansprechen und nicht zuletzt den Teamgeist unter den eigenen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Studierenden stärken.

Aktuelle Forschung zeigen

Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der aktuellen Würzburger Forschung. Diese wird schlaglichtartig auf Wandmodulen in den Gängen des Instituts vorgestellt. Die Module enthalten neben ansprechenden Grafiken und Texten auch eine Vielzahl interaktiver Elemente. „Nach und nach sollen weitere Module dazukommen, so dass die Ausstellung lebendig und aktuell bleibt“, sagt Physikprofessor Bert Hecht, der maßgeblich an der Neugestaltung beteiligt war.

Auf den Wandmodulen geht es um Themen, die mit Röntgen in Verbindung stehen – zum Beispiel um die Detektion von Röntgenstrahlen in der Astronomie, um abbildende Verfahren wie die Magnetresonanz-Tomographie oder um die Erforschung von Licht-Materie-Wechselwirkungen bei sichtbaren Wellenlängen. Die Festkörperphysik ist mit einem Modul zu topologischen Materialien und Quantencomputing vertreten – Röntgenstrahlen waren essentiell für die Entwicklung der modernen Festkörperphysik, auf der wiederum die komplette heutige Informationstechnologie beruht.

Brandneue Forschungsthemen der Würzburger Fakultät werden jetzt außerdem auf einer großflächigen Videowall präsentiert. Sie befindet sich im Eingangsbereich des Physikalischen Instituts.

Historische Exponate

Die Ausstellung hat natürlich auch einen historischen Teil. Sie zeigt unter anderem Röntgens Nobelpreisurkunde und Gegenstände aus seinem Labor. Mit einer interaktiven Video-Installation können die Experimente des Nobelpreisträgers nachgemacht werden.

Ergänzt wurde die Ausstellung um Exponate, die bislang nicht öffentlich zu sehen waren und die in der jüngeren Vergangenheit Physikerinnen und Physikern Einblicke „ins Innerste der Welt“ ermöglicht haben. Dazu gehört zum Beispiel der Kryostat, mit dem Nobelpreisträger Klaus von Klitzing an der JMU geforscht hat. Hinzu kommen das Modell eines Undulators zur Erzeugung von hochintensiven Röntgenstrahlen, moderne und alte Röntgenröhren, Röntgendetektoren, optische Nahfeldmikroskope, ein Nachbau des weltweit ersten Lasers und einiges mehr.

Film und Webseite zur Röntgen-Ausstellung

Eröffnet wird die Ausstellung virtuell, und zwar am Samstag, 27. März 2021. An diesem Tag vor 176 Jahren wurde Wilhelm C. Röntgen geboren. Ab diesem Tag zeigt die Fakultät auf ihren Webseiten auch einen Film und Begleitmaterial zur Ausstellung. Der Link: https://go.uniwue.de/ausstellunginsinnerstederwelt

Die Neugestaltung der Ausstellung war möglich dank finanzieller Unterstützung durch die Dr.-Herbert-Brause Stiftung und den Exzellenzcluster ct.qmat (Würzburg/Dresden). Die Röntgenausstellung der Fakultät befindet sich in den Gängen des Physikalischen Instituts. Der Besuch vor Ort ist derzeit coronabedingt leider nicht möglich.

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