Warum uns Viren krank machen

Abbruch der alten Urologie an der Josef-Schneider-Straße: Das Gebäude aus dem Jahr 1921, zwischen dem Institut für molekulare Infektionsbiologie der JMU beziehungsweise Rudolf-Virchow-Zentrum und der Frauenklinik gelegen, entsprach nicht mehr den heutigen wirtschaftlichen und technischen Anforderungen. Foto HIRI Würzburg

Platz frei für den Neubau des Würzburger Helmholtz-Instituts – Abbruch der einstigen Urologie – Fertigstellung bis voraussichtlich Anfang 2026

Warum machen uns manche Viren und Bakterien krank? Das 2017 gegründete Würzburger Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) zählt mit seiner wissenschaftlichen Expertise zur Weltspitze. Hier erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie uns Viren und Bakterien krank machen und wie neue Medikamente und Impfstoffe beschaffen sein sollten. Um seinem geplanten Neubau Platz zu machen, wird auf dem Medizin-Campus Würzburg das Gebäude der einstigen Urologie abgerissen.

Das im Jahr 2017 als Joint Venture des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg (JMU) gegründete Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) ist bis zur Errichtung seines eigenen Gebäudes in den Räumlichkeiten der JMU untergebracht. Doch dort wird es seinen inzwischen etwa 90 Beschäftigten zunehmend eng. Um dem Neubau für das HIRI planmäßig Platz zu machen, muss die alte Urologie auf dem Medizin-Campus weichen.

Jörg Vogel, Professor an der JMU und geschäftsführender Direktor des HIRI: „Das HIRI wirbt sehr erfolgreich Drittmittel ein, und das unterstützt unser Wachstum. Wie wichtig die Infektionsforschung für die Gesellschaft ist, tritt in der Pandemie besonders deutlich zutage. Die Gründung des HIRI und sein Neubau in Würzburg sind ein zukunftsweisendes Signal für den hiesigen Wissenschaftsstandort, und ich bin sehr dankbar, dass wir mit den künftigen Ressourcen in unserem eigenen Institutsgebäude unsere Position an der Weltspitze der RNA-basierten Infektionsforschung weiter ausbauen können.“

Behutsame Integration des Neubaus

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So soll der neue Institutsbau des HIRI einmal aussehen. Visualisierung doranth post architekten GmbH

Mit dem Ziel, einen zukunftsweisenden und zugleich wirtschaftlichen Neubau zu errichten, wurde im Jahr 2018 ein Architekturwettbewerb durchgeführt. Den Zuschlag erhielt das Münchener Büro doranth post architekten. Es ist im In- und Ausland tätig und hat zahlreiche Bauten für wissenschaftliche Einrichtungen realisiert, in Bayern unter anderem in München und Erlangen.

Der Entwurf für das HIRI sieht einen schmalen längs gerichteten Baukörper vor, der sich in Form und Höhe behutsam in seine Umgebung auf dem Würzburger Medizin-Campus einfügt. Zugleich soll der Korpus mit seiner transparenten Glasfassade, der lichten, offenen Treppenhalle und der asymmetrischen Kubatur einen zeitgemäßen Kontrast zu den benachbarten historischen Bauten aus der Gründerzeit bilden.

Moderne Infrastruktur

Nach seiner Fertigstellung bis voraussichtlich Anfang 2026 wird der neue Institutsbau des HIRI auf circa 4.200 Quadratmetern Nutzfläche optimale Bedingungen bieten, um etwa 120 Forscherinnen und Forscher zu beherbergen. Es entsteht eine moderne Infrastruktur mit Laboren, Seminar- und Besprechungsräumen sowie zahlreichen offenen Kommunikations- und Arbeitsbereichen, die dem wissenschaftlichen Austausch dienen. Finanziert wird das Bauvorhaben vom Freistaat Bayern.

Der HIRI-Neubau: Daten und Fakten

  • Bauherr: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
  • Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
  • Investitionsvolumen: voraussichtlich 60 Mio. Euro
  • Geplanter Baubeginn: Frühjahr 2023
  • Planung: doranth post architekten GmbH
  • Kapazität: 5-geschossiges Gebäude mit Laboren und Büros für ca. 120 Beschäftigte
  • Fertigstellung: bis voraussichtlich Frühjahr 2026

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. Das HZI ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und Gründungsmitglied im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung e. V. (DZIF). Mehr Info: www.helmholtz-hzi.de.

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