Würzburger Partnerkaffee: „Ernteausfälle bedrohen Kleinbauern“

Ein Kaffeebauer im Süden Tansanias an seinen Kaffeesträuchern mit unreifen Kaffeekirschen. Foto © Jochen Hackstein (Verein Würzburger Partnerkaffee)

Verein Würzburger Partnerkaffee über die Auswirkungen des Klimawandels in Südwest-Tansania

Bei den Kaffeebäuerinnen und -bauern in Südwest-Tansania sind die Sorgen groß. Als Jochen Hackstein, Geschäftsführer des Vereins Würzburger Partnerkaffee, im Oktober die Partnerkooperative besucht, berichten sie ihm von massiven Ernteausfällen. Sie bekommen deutlich zu spüren, dass sich das Klima südlich des Äquators verändert. Die Regenzeit dauert länger, es ist kälter als sonst in der Region Ruvuma bei Mbinga. Dadurch werden viele Kaffeekirschen am Strauch gar nicht erst reif, teilt der Verein mit.

Die Früchte enthalten die Kaffeebohnen, die der Würzburger Verein bezieht und unter dem Markennamen „WÜPAKA“ verkauft. Der Würzburger Partnerkaffee betreibt Fairen Handel. Das bedeutet, er zahlt der Kooperative freiwillig mehr, als im konventionellen Welthandel üblich ist. Dieser Mehrpreis ist notwendiger denn je, betont Hackstein. „Die Ernteausfälle bedrohen die Existenz der Kleinbauernfamilien. Sie sind unglaublich dankbar dafür, dass sie uns als langjährigen Partner an ihrer Seite wissen und wir in diesem Jahr ihre gesamte Ernte abnehmen.“

Umstellung auf Bio-Anbau als Chance

Der Würzburger Verein tue noch weitaus mehr, um zu helfen. Mit Spenden aus dem Kaffeeerlös fördere er die Umstellung auf Bio-Anbau, indem er teure Schulungsmaßnahmen für alle Kooperativenmitglieder finanziert. „Die ersten Bäuerinnen und Bauern haben gerade begonnen, auf ihren Feldern ganz auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten. Es ist für sie ein Wagnis, denn noch mehr Ernte-Einbußen können sie nicht verkraften“, erklärt Hackstein. Doch der Bio-Anbau biete durchaus eine Chance, da er helfen werde, die überdüngten Böden zu regenerieren. „Langfristig wird sich das positiv auf die Erträge auswirken.“

Der Verein Würzburger Partnerkaffee tue auch hierzulande sein Möglichstes für Nachhaltigkeit. Den fairen Kaffee kann man im Laden in der Semmelstraße im Pfandeimer kaufen, die Geschäftsräume werden mit Ökostrom betrieben. Im Stadtgebiet kann man sich den WÜPAKA-Kaffee umweltfreundlich per Radboten liefern lassen. „Die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels treffen schon heute nicht die Nationen, die ihn verursachen, sondern zum Beispiel Menschen in Tansania, die ohnehin schon an der Armutsgrenze leben“, sagt Hackstein. Jeder könne im Kleinen etwas beitragen, um dem entgegenzuwirken.

Nähere Informationen: wuepaka.de (POW)

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