Jahrgang 2022 wird gut: „Silvaner trotzt dem Klimawandel“

Beate Leopold vom Weinbauring Franken, Weinbaupräsident Artur Steinmann, der Leiter der Kellereifachberatung Hermann Mengler, die Fränkische Weinkönigin Eva Brockmann und Matthias Mend von der LWG (von links) nach der Erntebilanz. Foto Herbert Ehehalt/Fränkischer Weinbauverband

Trockenheit und gesunde Trauben: Winzer ziehen Bilanz zur Weinlese in Franken 2022

Knapp vier Wochen nach der offiziellen Eröffnung der Weinlese in Franken zieht der Fränkische Weinbauverband Bilanz und präsentiert aktuelle Zahlen zur Weinlese 2022. In der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim informierten Beate Leopold, Geschäftsführerin des Weinbaurings Franken, Dr. Matthias Mend von der LWG, Hermann Mengler, Leiter der Kellereifachberatung beim Bezirk Unterfranken sowie der Präsident des Fränkischen Weinbauverbands Artur Steinmann über Zahlen und Fakten zum Weinjahr 2022 und stellten die ersten Jungweine des neuen Jahrgangs vor.

Junge Rebanlagen benötigen Bewässerung

Verschont von Spätfrost starteten die fränkischen Winzer ins Weinjahr. Nach einem warmen Winter mit überdurchschnittlichen Niederschlagswerten stellte die anhaltende Trockenheit ab April die Reben und die fränkischen Winzer vor Herausforderungen. Junge Rebanlagen benötigten künstliche Bewässerung, ältere Rebanlagen konnten sich aufgrund ihrer tiefen Wurzeln gegen die Trockenheit gut behaupten.

Den Klimawandel spürte man auch bei den Vegetationsschritten im Weinberg. Die Vollblüte fand 14 Tage eher als 2021 statt. Der Reifebeginn verkürzte sich um sechs Tage gegenüber dem Vorjahr und die Lesereife am 10. September fand zehn Tage vor dem Mittel ab dem Jahr 2000 statt.

Das Lesegut zeigte sich kerngesund und mit reifen Aromen. Kurz nach Lesebeginn kamen im September kühlere Temperaturen und anhaltender Regen. Die rund 3.400 fränkischen Winzer holten in individuell langen Lesefenster konzentriert und reifegenau die Lese ein. Einzelbetrieblich dauerte die Lese teils nur 14 Tagen.

Elegante, rebsortentypische Frankenweine erwartet

Damit seien beste Voraussetzungen für elegante und rebsortentypische Weine des Jahrgangs 2022 geschaffen, berichtet Weinbaupräsident Steinmann.

„Der Silvaner zeigte auch dieses Jahr, dass er dem Klimawandel gewachsen ist und wunderbare Weine hervorbringt. Weingenießer dürfen sich auf tolle Weine aus Franken freuen“, so Steinmann.

Die aktuell bestockte Ertragsrebfläche des Weinanbaugebiets Frankens beläuft sich auf 6.085 Hektar (Stand 31.07.2022). Für das Jahr 2022 gehen die Experten von einer Weinernte in Höhe von durchschnittlich ca. 75 Hektolitern pro Hektar (insgesamt rund 456.000 hl) in Franken und damit einer „marktkonformen Ernte“ aus. Das durchschnittliche Mostgewicht beträgt 85 Grad Oechsle.

Wissenswertes zum Weinanbaugebiet Franken

Franken ist das größte Weinanbaugebiet im Freistaat Bayern (Gesamtrebfläche in Bayern: 6.422Hektar). Rund 600 Weingüter verkaufen ihre Weine ab Hof und etwa 2.900 Winzerfamilien sind in drei fränkischen Winzergenossenschaften organisiert. Dabei gilt der Bocksbeutel als fränkisches Qualitätsmerkmal. Das Weinanbaugebiet Franken ist weltweit besonders für die Rebsorte Silvaner bekannt, die dort seit dem Jahr 1659 beheimatet ist.

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