Oberbürgermeister Schuchardt zum Krieg in der Ukraine

Am Grafeneckart des Würzburger Rathauses weht die Flagge für die Opfer aller Gewalt mit zwei Fahnenbändern in den ukrainischen Nationalfarben. Foto Christian Weiß

Oberbürgermeister Christian Schuchardt schreibt zum Krieg in der Ukraine:

„Die schrecklichen Ereignisse in der Ukraine verfolge ich mit großer Sorge. Der Überfall Russlands auf seinen friedlichen Nachbarn Ukraine ist der eklatante Bruch des Völkerrechts, der zu einer Veränderung der Sicherheitsordnung in Europa und damit auch für uns in Deutschland führt.

Mit der Invasion wird die territoriale Unversehrtheit eines freien und souveränen Staates verletzt, unschuldige Menschen kommen zu Tode oder müssen um ihr Leben fürchten. Unsere Solidarität gilt den Menschen vor Ort als auch denen, die bereits flüchten mussten.

Ich hatte bis zuletzt gehofft, dass die Diplomatie siegt und dass wir aus der Vergangenheit gelernt hätten, dass es bei einem Krieg immer nur Verlierer gibt. Ich hatte gehofft, dass unserer Generation das erspart bleibt, was uns unsere Eltern und Großeltern berichten mussten.

Es bedarf jetzt einer breiten Unterstützung, um die absehbare humanitäre Katastrophe abzuwenden. Die Stadt Würzburg bereitet sich bereits jetzt auf den Fall vor, Flüchtlinge aufzunehmen, die auf Grund von Krieg und Vertreibung aus der Ukraine fliehen, denn die unmittelbaren Nachbarn werden dies alleine nicht können. Auch hier ist tätige Solidarität gefragt.

In den vergangenen Jahren hatten wir als Stadt Würzburg regen Kontakt mit verschiedenen Städten in der Ukraine, die unter anderem auf eine Partnerschaft unserer Würzburger Universität zurückgehen. Mit der Stadt Charkiw in der Ostukraine sind wir als Europapreisträgerstadt verbunden.

Ich selbst war im Rahmen einer Tagung 2017 in Charkiw und konnte mich damals mit dem dortigen Bürgermeister über die Situation austauschen. Die latente Bedrohung beschäftigte die Kollegen dort seit Jahren.

Insoweit schmerzen mich die Ereignisse in der Ukraine besonders. Als Zeichen der Solidarität hissen wir am heutigen Freitag die Flagge für die Opfer aller Gewalt am Rathaus. Dies ist auch ein Zeichen das wir im Rahmen des weltweiten Netzwerkes ‚Mayors for Peace‘, setzen. Ein Netzwerk, das sich für internationale Friedensarbeit einsetzt.“

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Foto Christian Weiß

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