Der Mazda3 e-Skyactiv X 2.0 M Hybrid im wob-Autotest

Mazda3 e-Skyactiv X 2.0 M Hybrid AWD Selection: Trotz seiner 186 PS ist der Kompaktwagen kein sportlicher Heißsporn, sondern eher ein ausgeglichener Gleiter. Foto Thomas G. Zügner

Der Mazda3 e-Skyactiv X 2.0: Ausgeglichener Gleiter aus Fernost und Topmodell der kompakten Baureihe

von wob-Testpilot Thomas G. Zügner (für mehr Autotests hier klicken)

Woanders heißen sie GTI, GSi, R.S. oder ST. Bei der japanischen Marke aus Hiroshima ist der neue Mazda3 e-Skyactiv X 2.0 M Hybrid AWD Selection der sportliche „Überflieger“ der Kompaktwagenbaureihe.

Design: Optischen Firlefanz, der in der stark motorisierten Kompaktklasse häufig anzutreffen ist, hat der Mazda3 nicht nötig. Bei ihm dominieren klare und saubere Linien sowie glatte Flächen statt Knicke und Falze im Blech. Schwarz glänzend ausgeführt sind Dachspoiler und Kühlergrill, Chrom-Zierleisten schmücken die Seitenfenster. Sportlichkeit verspricht die zweiflutige Auspuffanlage. Die mächtigen hinteren Dachpfosten schränken die Rundumsicht etwas ein, was sich aber durch die Rückfahrkamera gut ausgleichen lässt.

Innenraum: Die Verkleidung der Armaturentafel ähnelt Leder, was einen hochwertigen Eindruck hinterlässt. Neu gestaltet sind Mittelkonsole und beheizbare Vordersitze, die nicht nur Höhenverstellung bieten, sondern auch eine verbesserte Beckenunterstützung. Ebenfalls mit Heizfunktion versehen ist das dreispeichige Sport-Lederlenkrad. Das Head-up-Display projiziert seine Informationen direkt in die Windschutzscheibe. Dank Drehschalter und verschiedener Tasten funktioniert die Bedienung intuitiv und ohne unnötige Ablenkungsmanöver. Mit exakt 4,46 m Gesamtlänge klopft die Kompakt-Limousine mit Schrägheck fast schon an das Tor zur Mittelklasse. Dennoch geht es bei der Kniefreiheit für die Fondpassagiere recht beengt zu. Beim Gepäckraum ist der Japaner dagegen ordentlich aufgestellt. Die 351 Liter Fassungsvermögen vergrößern sich nach Umlegen der Rücksitzlehne auf 1026 Liter, wobei der Laderaumboden dann kaum merklich schräg verläuft.

„Diesotto“-Saugbenziner mit Kompressionszündung

Antrieb: Der aus der Baureihe CX-30 bekannte „Diesotto“-Saugbenziner arbeitet über weite Betriebsbereiche mit einer eigentlich von Dieselmotoren bekannten Kompressionszündung. Im Rahmen einer Überarbeitung erhöhte sich die Leistung von 180 auf 186 PS. Gleichzeitig legte die maximale Zugkraft um 16 auf 240 Nm zu, steht allerdings erst 1000 Umdrehungen später in vollem Umfang zur Verfügung. Immerhin reduzierte sich der WLTP-Normverbrauch um (wenn auch bescheidene) 0,2 Liter Super E10 auf 100 km.

Fahrbetrieb: Als Mildhybrid mit integriertem Startergenerator und Lithium-Ionen-Batterie wird der Verbrenner durch die beim Bremsen gewonnene Energie beim Beschleunigen unterstützt. Dennoch fühlt sich der 2,0-Liter-Motor nicht unbedingt nach 186 PS an. Für Temperament und Spritzigkeit bedarf es ziemlich hoher Drehzahlen, so dass dem Kompaktwagen eher die Rolle eines ausgeglichenen Gleiters statt eines sportlichen Renners zukommt. Im wob-Testwagen fiel zudem im Innenraum ein unangenehmes Dröhnen auf, das sich aber nur im Bereich von etwa 1800 bis 2000 Umdrehungen und dann auch nur im sechsten Gang bemerkbar machte.

Der permanente Allradantrieb mit aktiver Drehmomentverteilung erhöht die Sicherheit nicht nur bei Glätte, sondern sorgt auch auf nassen Straßen für hervorragende Traktion. In dieser Beziehung ist der Kompakt-Mazda vielen seiner Artgenossen aus dem Rudel der GTI, GSi, R.S. und ST voraus. Zum agilen Handling trägt die direkt ansprechende Lenkung bei. Beim Federungskomfort besteht allerdings noch Luft nach oben.    Thomas G. Zügner

Technikcheck Mazda3 e-Skyactiv X 2.0 M Hybrid AWD Selection

Motor: 4-Zylinder-Saugbenziner, 1998 ccm, 186 PS

Antrieb: Permanenter Allrad

Länge/Breite/Höhe: 4460/1795/1435 mm

Gewichte: leer 1531 kg; gesamt 1992 kg

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h: 8,3 sec.; Vmax: 210 km/h

Verbrauch: WLTP-Norm 6,0 l; wob-Test 7,04 l Liter Super E10/100 km (Tank 48 l)

Preis: 34.140 Euro      tgz

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