Sanderau: ein Stadtteil für Studenten und Senioren

Die Infrastruktur in der Sanderau muss den Bedürfnissen von Studenten und Senioren gleichermaßen gerecht werden.

Brücken zwischen Generationen: Sanderau ist Pilotstadtteil „Demografiefeste Kommune“

Die Würzburger Sanderau ist als einziger Pilotstadtteil Bayerns in das Projekt „Demografiefeste Kommune“ des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat aufgenommen worden. Ziel des vierjährigen Pilotprogramms ist es, mit externen Beratern eine zukunftssichere Demografiestrategie zu entwickeln.

Gefördert wird die Erarbeitung von fachübergreifenden Strategien, maßgeschneidert auf die individuellen Herausforderungen. Dazu sollen Expertengremien beraten, aber auch konkrete Projekte angestoßen, bereits vorhandene Initiativen einbezogen und vernetzt werden. Die Pilotkommunen profitieren von einem Fördersatz von 90 Prozent und einer maximalen Förderung in Höhe von bis zu 174.000 Euro. Beworben hatten sich über 100 bayerische Kommunen.

Sanderau bei Senioren als Wohnort beliebt

Im Stadtteil Sanderau leben etwa 13.600 Menschen. Der Altersdurchschnitt der Sanderauer Wohnbevölkerung lag Ende 2019 bei 42,5 Jahren. Bis 2035 ist damit zu rechnen, dass der Stadtteil deutlich überaltert.

Aufgrund der Nähe zur Innenstadt und der guten Infrastruktur ist die Sanderau bei Senioren als Wohnort beliebt. Dem sind in den Jahren auch etwa 20 seniorengerechte Angebote wie Altenheime, Pflegedienste und weitere Hilfsformen gefolgt. Gleichzeitig leben in der Sanderau auffällig viele Studenten und junge Familien aufgrund der Nähe zur Universität, zur Mensa und zum Studentenwerk. Die Wohnbevölkerung ist damit in einen gleichzeitig überdurchschnittlichen jungen und einen deutlichen Seniorenteil gegliedert.

Trotz eines hohen Anteils an Studierenden und jungen Familien gehört die Sanderau aber zu den Stadtteilen Würzburgs mit der ältesten Bevölkerung. Zwei Drittel ihrer Bewohner leben in einem Single-Haushalt.

Anzahl der Singlehaushalte steigt

„Das Durchschnittsalter der Würzburger Bevölkerung steigt, ebenso die Anzahl der Singlehaushalte. Die Stadt Würzburg möchte den Seniorinnen und Senioren weiterhin dieses selbstbestimmte Leben ermöglichen. Gleichzeitig stellen wir uns aber auch den Bedürfnissen junger Menschen. Die Infrastruktur in der Sanderau muss diesen beiden Polen gerecht werden. Wir wünschen uns für die Sanderau eine Quartiersarbeit für alle Menschen“, sagt Sozialreferentin Dr. Hülya Düber, „um vermeintlich gegenläufige Interessen auszugleichen und das Miteinander der Generationen im Stadtteil Sanderau zu fördern.“

„Eine bedarfsgerechte Versorgung der Wohnbevölkerung darf nicht dem Spiel freier Kräfte überlassen werden, sondern muss gestalterisch begleitet werden. Dieser großen Aufgabe stellt sich die Stadt Würzburg. Ich freue mich daher sehr über die Aufnahme des Stadtteils Sanderau als demografiefeste Pilotkommune und auf die Ergebnisse, die mit den Beraterteams erarbeitet werden“, kommentiert Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Der Förderbescheid, mit dem auch Inhalte der Förderung geklärt werden, wird im Oktober übergeben.

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