Renovierung: Das Käppele soll wieder strahlen!

Das Würzburger Käppele – Wallfahrtsort, Hochzeitskirche und Rokoko-Juwel. Foto Anja Legge

Das Käppele auf dem Nikolausberg zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen von Würzburg – jetzt bedarf die beliebte Wallfahrts- und Hochzeitskirche dringend einer Renovierung. Ein neu gegründeter Förderkreis will die 6 Millionen Euro teure Maßnahme unterstützen.

Die Anfänge der Käppele-Wallfahrt reichen in die Zeit um 1640 zurück, als ein Fischer ein geschnitztes Vesperbild auf dem Nikolausberg aufstellte. 1684 wurde die erste, immer wieder erweiterte Gnadenkapelle errichtet. Mit der Berufung der Kapuziner als Wallfahrtsseelsorger begann man 1747 mit dem Bau der Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung“ nach Plänen des renommierten Barock-Baumeisters Balthasar Neumann. Für die opulente Innenausstattung im Stil des Rokoko sorgten Matthäus Günther (Fresken) und Johann Michael Feichtmayr (Stuck).

Zur hohen kunstgeschichtlichen Bedeutung als wahres Rokoko-Juwel kommt eine wichtige spirituelle Rolle: Auch heute noch erbitten an diesem Gnadenort viele Menschen die Fürsprache Marias und verleihen ihrer Dankbarkeit Ausdruck. 22 Fußwallfahrten und Gebetsprozessionen kommen jährlich auf den Berg, außerdem viele Einzelpilger, die auf dem Fränkischen Marienweg, dem Jakobusweg oder der Via Romea unterwegs sind. Hinzu kommen die Gottesdienste der 1.200 Mitglieder starken Maria-Schmerz-Bruderschaft und rund 40 Brautpaare, die jedes Jahr in der romantisch gelegenen Kirche heiraten.

Letzte Innenrenovierung schon 45 Jahre her

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Probereinigung: Die 2014 durchgeführten Probereinigungen in Hauptschiff und Gnadenkapelle zeigen nicht nur den hohen Verschmutzungsgrad, sondern bieten auch einen Vorgeschmack auf das Ergebnis der Sanierung. Fotos Anja Legge

Jetzt – 45 Jahre nach der letzten Innenrenovierung – besteht dringender Handlungsbedarf: Wandflächen, Stuck und Fresken sind erheblich verschmutzt, die Kirche wirkt dunkel und wenig einladend. An einzelnen Stellen löst sich der Putz, es drohen größere Schäden. Die marode Installation und die veraltete technische Infrastruktur entsprechen nicht mehr den aktuellen Sicherheitsbestimmungen, ein neues Beleuchtungskonzept ist unerlässlich.

Auf sechs Millionen Euro wird die Baumaßnahme veranschlagt. Da die Katholische Kirchenstiftung Käppele mit diesem Betrag überfordert ist, wurde im Dezember 2020 ein eigener Förderkreis für die Renovierung gegründet. Die Mitglieder wollen unter dem Motto „Unser Käppele soll wieder strahlen“ die Finanzierung unterstützen. Der Mindest-Mitgliedsbeitrag beträgt 10 Euro im Monat. Alle Mitglieder werden regelmäßig über Veranstaltungen und Maßnahmen informiert und erhalten einmal im Jahr eine Einladung zu einem geistlich-musikalischen Abend. Außerdem wird an jedem ersten Sonntag im Monat für die Mitglieder gebetet.

„Denkmal von nationaler Bedeutung“

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Seit 1640 ist die Pietà auf dem Nikolausberg Anlaufstelle für viele Gläubige. Foto Anja Legge

Ein weiterer wichtiger Finanzierungsschritt wurde im Januar 2021 getan: Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat dem Käppele den Rang eines „Denkmals von nationaler Bedeutung“ zuerkannt. Dies ermöglicht den Zugang zu diversen Fördermitteln. Geplanter Beginn der Arbeiten ist im Herbst 2022, bis zum 200-jährigen Kirchweihfest im Jahr 2024 soll der erste Bauabschnitt mit der Gnadenkapelle fertig sein. Das Hauptschiff folgt in einem zweiten Bauabschnitt bis 2026.

Seit Jahresbeginn 2021 stehen am Käppele übrigens drei Behindertenparkplätze für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer zur Verfügung. Die Zufahrt erfolgt über den von der Stadt Würzburg neu ausgebauten Spittelbergweg (Nikolausstraße / Maasweg), der zum Gartengrundstück des Käppele führt. Von dort aus geht es durch eine verbreiterte Türe durch den Friedhof der Kapuziner direkt vor das Kirchenportal. (ale)

Kontakt und Spendenkonten

Förderkreis Käppele, Spittelbergweg 21, 97082 Würzburg.

Telefon 0931 / 79407760 – E-Mail: kirchenstiftung@kaeppele-wuerzburg.de.

www.kaeppele-wuerzburg.de.

Liga Bank Würzburg

IBAN DE10 7509 0300 0103 0224 80

Sparkasse Mainfranken Würzburg

IBAN DE44 7905 0000 0043 6828 14

Volksbank Würzburg

IBAN DE56 7909 0000 0000 4858 61

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