Amoklauf in der Innenstadt von Würzburg: Drei Tote

Polizisten mit schwerem Geschütz in der Innenstadt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Tote und Verletzte bei Messerattacke in Würzburg – Amoklauf eines 24-Jährigen aus Somalia – Drei Tote – viele Verletzte, darunter ein kleiner Junge – Täter von der Polizei gestoppt

(dpa/ok) Amoklauf in Würzburg: Ein Mann hat wahllos Menschen mit einem Messer attackiert. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind drei Personen getötet und mehrere Menschen schwer verletzt worden. Unter den Verletzten soll sich auch ein kleiner Junge befinden. Sein Vater ist wohl bei dem Messerangriff ums Leben gekommen.

Die Hintergründe der Attacke mitten in der Innenstadt waren zunächst unklar. Ein Großteil des Gebietes wurde am Nachmittag von der Polizei abgeriegelt. Am Barbarossaplatz kam es zu Kampfszenen, als mutige Passanten mit Besen und Stühlen auf den Täter eindrangen. In einem Video, das der Redaktion von wob – Würzburgs Wochenzeitung vorliegt, ist zu sehen, wie sich mehrere Männer dem mit einem langen Messer bewaffneten Mörder in den Weg stellen. Als die Polizei eintrifft, versucht der Täter zu fliehen. Doch die Passanten verfolgen ihn und zeigen den Polizisten den Weg.

Der mutmaßliche Täter sei überwältigt und festgenommen worden, hieß es nur wenig später. Die Polizei habe dafür schießen müssen. Später sprach die Polizei von einem „glatten Durchschuss“. Der Amokläufer ist aber laut Polizei außer Lebensgefahr.

Motive des Täters für Amoklauf noch unklar

Bei dem Täter handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 24 Jahre alten Mann aus Somalia. Er habe in Würzburg gelebt, so ein Polizeisprecher vor Ort. «Wir haben keinerlei Hinweise auf weitere Täter.» Die Gefahr für die Bevölkerung sei vorüber. Über die möglichen Motive des Festgenommenen wurde zunächst nichts bekannt. Die Polizei war nach eigenen Angaben gegen 17.00 Uhr alarmiert worden.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann machte sich auf den Weg nach Würzburg. Er werde sich am Tatort ein Bild der Lage machen, sagte ein Sprecher des CSU-Politikers. Am Abend äußerte sich Herrmann zu dem Vorfall: Offenbar habe der Mörder seine Opfer wahllos ausgesucht – überwiegend waren es Frauen. Der Somalier war laut Hermann wohl ein Einzeltäter.

Der Somalier ist der Polizei wohl bekannt gewesen. Herrmann: „Er ist bereits zuvor aufgefallen und zwangsweise in eine psychiatrische Behandlung eingewiesen worden.“

Laut einer Meldung der BILD-Zeitung habe der Angreifer kurz vor 17 Uhr in der Woolworth-Filiale am Barbarossaplatz gefragt, wo es in dem Laden Messer gibt. Dann habe er sich ein Messer genommen und zugestochen.

Amoklauf in Würzburg löst Entsetzen aus

Oberbürgermeister Christian Schuchardt zeigte sich in seiner ersten Stellungnahme entsetzt darüber, dass so ein Gewaltverbrechen über unsere Stadt hereingebrochen ist.“ An diesem Abend sollte Schuchardt den „Christopher Street Day“ in Würzburg eröffnen. Die Veranstaltung begann mit einer Schweigeminute für die Opfer, das Programm wurde aufgrund des Amoklaufs geändert.

„Entsetzliche und schockierende Nachricht aus Würzburg: Wir trauern mit den Opfern und deren Familien. Wir bangen und hoffen mit den Verletzten“, so der bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf Twitter.

Die ersten Reaktionen aus der Bundespolitik ließen auch nicht lange auf sich warten. «Es sind furchtbare Nachrichten aus Würzburg», so Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt auf Twitter.

Ich bin zutiefst erschüttert über diese abscheuliche Gewalttat. Im Gebet bin ich mit den Opfern und deren Angehörigen verbunden.

Würzburgs Bischof Dr. Franz Jung

Die Polizei rief zur Zurückhaltung in den sozialen Netzwerken auf. «Bitte teilt keine Bilder oder Videos», hieß es in einem Tweet der Polizei. Sie forderte dazu auf: «Respektiert bitte die Privatsphäre der Opfer!» In den sozialen Netzwerken gab es bereits kurz nach dem Ereignis erste Videos, die angeblich das Geschehen zeigen sollen.

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Einsatz am Tatort: Die Polizei war nach eigenen Angaben gegen 17.00 Uhr alarmiert worden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Angriff mit Axt vor fünf Jahren in Würzburg

Vor knapp fünf Jahren, am 18. Juli 2016, waren bei einer Attacke in einer Bahn bei Würzburg vier Menschen schwer verletzt worden. Ein 17-jähriger afghanischer Flüchtling hatte mit einer Axt und einem Messer in einem Regionalzug auf dem Weg nach Würzburg die Reisenden angegriffen. Anschließend flüchtete er zu Fuß, attackierte eine Spaziergängerin und wurde schließlich von Polizisten erschossen.

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