Würzburg will Beziehungen mit Lwiw und Luzk in der Ukraine ausbauen

Lwiw (Lemberg) ist eine Metropole mit großer historischer und kultureller Tradition. Das historische Zentrum der Stadt ist UNESCO-Weltkulturerbe. Dieses Bild wurde vor dem Krieg aufgenommen. Foto pixabay.com

Zeichen der Solidarität mit Städten im Krieg: Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Lwiw, Städtefreundschaft mit Luzk

Würzburg hat im 2. Weltkrieg grauenhafte Erfahrungen gemacht. 77 Jahre später hat Russland den Krieg in die Städte der Ukraine gebracht – jetzt will Würzburg die Beziehungen zu zweien dieser Städte, Lwiw und Luzk, ausbauen.

„Wir wollen in einer unvorstellbaren Situation unmittelbar helfen. Das Mittel von Städtepartnerschaften und Städtefreundschaften hat sich hierfür vielfach bewährt“, kommentiert Oberbürgermeister Christian Schuchardt zwei nun vom Stadtrat einstimmig beschlossene Verbindungen in die Ukraine. Zwei Städte, die inzwischen auch leidvolle Kriegserfahrungen machen mussten, sollen besonders im Fokus der Würzburger Hilfe stehen: Lwiw (Lemberg) und Luzk.

Beide Städte sind nur rund eine Autostunde voneinander entfernt. Sie können also auch gemeinsam besucht werden – aktuell von Hilfsorganisationen. Hoffentlich bald wieder von interessierten Gästen aus Würzburg, nach Kriegsende.

Uni Würzburg: Partnerschaft mit Lwiw (Lemberg) seit 2014

Mit der Stadt Lwiw/ Lemberg bestehen bereits seit Jahren gute Kontakte auf Verwaltungsebene sowie zwischen den jeweiligen Universitäten. Oberbürgermeister Schuchardt hat bereits 2017 den Lemberger Oberbürgermeister Andriy Sadovyi getroffen und erste Kontakte mit der Stadt geknüpft. Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg unterhält bereits seit 2014 eine umfangreiche Partnerschaft mit der Nationalen Polytechnischen Universität Lemberg, unter anderem mit einem Zertifikationsstudiengang für Lemberger Wissenschaftler an der Universität Würzburg.

730.000 Einwohner, 200.000 Geflüchtete in Lwiw

Seit Ausbruch des Krieges in der ganzen Ukraine haben sich diese Kontakte stark intensiviert, was in einer gemeinsamen Videokonferenz zwischen Oberbürgermeister Schuchardt und Oberbürgermeister Sadovyi am 23. März 2022 mündete. Hierbei wurden die bereits bestehenden guten Kontakte zwischen den Städten herausgehoben sowie die gegenwärtig schwierige Lage in Lemberg beschrieben. Die Stadt beherbergt aktuell bei rund 730.000 Einwohnern noch 200.000 Geflüchtete aus der ganzen Ukraine; fast eine halbe Million haben die Stadt als Zwischenstation genutzt.

In diesem Gespräch wurde beiderseitig der Wunsch der Aufnahme von formellen Beziehungen zwischen den Städten im Sinne einer Städtepartnerschaft ausgedrückt, die in den kommenden Jahren ausgebaut werden sollen. Lwiw ist die Metropole der Westukraine mit großer historischer und kultureller Tradition. Das historische Zentrum der Stadt ist UNESCO-Weltkulturerbe.

Städtefreundschaft Würzburg – Luzk

Am 22. März 2022 führten Oberbürgermeister Schuchardt und sein Amtskollege aus Luzk, Ihor Polischtschuk, auf Vermittlung einer städtischen Mitarbeiterin ein erstes Gespräch. Dabei wurde ausgedrückt, dass ein Kontakt auf städtischer Ebene aufgebaut und nach Möglichkeit in den kommenden Jahren ausgebaut werden soll, zunächst auf Basis einer Städtefreundschaft. Oberbürgermeister Polischtschuk beschrieb dabei eindringlich die humanitäre Krise in seiner Stadt infolge des Krieges und die großen finanziellen Probleme, die damit einhergehen.

Die historisch bedeutende Stadt Luzk hat knapp 200.000 Einwohner und liegt im Nordwesten der Ukraine. Ähnlich wie Würzburg war die Stadt bereits im Mittelalter bedeutend und beherbergt eine Universität.

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