wob-Fahrbericht: Renault Arkana

Gibt mit seinem fast schon coupéhaften Dachabschluss den französischen Schönling: Renault Arkana. Foto Renault

„Der Renault Arkana bringt mit seiner coupéartigen Dachlinie den Dynamikeffekt ins Spiel“, schreibt wob-Autoexperte Thomas G. Zügner in seinen Fahrbericht.

Eigentlich hat Renault mit den Baureihen Captur, Kadjar und Koleos bereits drei unterschiedlich große SUV im Modellportfolio – dennoch schicken die Franzosen für unseren Fahrbericht mit dem Renault Arkana einen weiteren Vertreter dieser Spezies ins Rennen, der sich aber optisch von seinen Brüdern deutlich abhebt.

von wob-Testpilot Thomas G. Zügner

Verfolgt das bisherige Renault-Trio die klassische SUV-Linienführung, bezirzt der Arkana den Betrachter mit einem neuen Fahrzeugkonzept, das neben Robustheit und hoher Sitzposition mit seinem fast schon coupéartigen Dachabschluss den Dynamikeffekt ins Spiel bringt. Verkaufsstrategen wie Alexander Albrecht, der Leiter des Renault-Produktmarketings, sprechen bei dem Untersegment der sportlich gezeichneten SUV auch gerne von einem „Sports-Crossover“. Das kecke schwarze Heckspoilerchen gehört zur R.S. Line-Ausstattung. Nur Show sind dagegen die beiden vermeintlichen Auspuffblenden im angedeuteten Unterfahrschutz.

Mit einer Länge von knapp 4,57 m quetscht sich der neue Arkana zwischen den Kadjar (fast 4,49 m), in dessen Klasse er positioniert ist, und den Koleos (gut 4,67 m). Allerdings übertrifft er beim Radstand sogar knapp das größere Modell. Das kommt den Fondpassagieren zugute, deren Fußraum der französische Hersteller mit 21,1 cm beziffert. Dennoch ist das Platzangebot im Fond nicht übermäßig üppig, aber zumindest für zwei Personen auch für längere Strecken akzeptabel. Der Kofferraum fasst zwischen 513 und 1296 Liter, bei der Vollhybridvariante sind es immer noch zwischen 480 und 1263 Liter.

Vierzylinder-Turbobenziner mit Direkteinspritzung

Zum Start ist der Renault Arkana als TCe 140 erhältlich, der in den Ausstattungslinien Zen, Intens und R.S. Line zwischen 27.850 und 32.600 Euro kostet. Angetrieben wird er von einem 1,3 Liter großen Vierzylinder-Turbobenziner mit Direkteinspritzung, der 140 PS leistet. Der Motor könnte akustisch noch ein wenig Feinschliff vertragen, harmoniert aber recht ordentlich mit dem serienmäßigen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Für einen Schuss mehr Dynamik bei Antrieb und Fahrzeugcharakteristik sorgt die Aktivierung des Sport-Modus. Bei ersten Testfahrten für diesen Fahrbericht genehmigte sich das Aggregat des Renault Arkana statt NEFZ-genormter 5,3 Liter Super auf 100 km mit 7,7 Litern deutlich mehr.

Ende des Jahres rundet der TCe 160 als zweite Leistungsstufe des 1,3-Liter-Triebwerks die Arkana-Familie ab. Bereits im Juni ist der E-Tech 145 zu haben, dessen Antrieb im Grundprinzip aus dem Kleinwagen Clio E-Tech bekannt ist. Im Arkana arbeitet ein 94 PS starker 1,6-Liter-Benzinmotor zusammen mit zwei Elektromotoren, die mit 49 PS/36 kW und 20 PS/15 kW für eine Systemleistung von 142,8 PS sorgen. Während TCe 140 und E-Tech 145 in der Beschleunigung bis Tempo 100 relativ eng zusammenliegen (9,8 und 10,6 Sekunden), differieren sie bei der Höchstgeschwindigkeit doch beträchtlich (200 und 172 km/h). Der Vollhybride ist nur in den beiden höchsten Ausstattungen erhältlich und schlägt mit 32.500 bzw. 35.100 Euro zu Buche.

Im TCe 140 und TCe 160 unterstützt ein Startergenerator mit Zwölf-Volt-Batterie den Verbrenner beim Starten und Beschleunigen. Beim Verzögern wird Energie zurückgewonnen, so dass die Microhybrid-Technologie laut Renault gegenüber einem reinen Benziner zu rund acht Prozent geringerem Kraftstoffverbrauch führt. Beim Vollybriden E-Tech 145 soll die hohe Rekuperation in der Stadt bis zu 80 Prozent rein elektrisches Fahren ermöglichen und dadurch sogar bis zu 40 Prozent weniger Sprit verbrauchen.

Für die russischen Modelle, die auf einer anderen Plattform stehen, welche von Dacia stammt, steht wahlweise auch Allradantrieb zur Verfügung. Die im südkoreanischen Busan gebauten Arkana-Versionen für Deutschland werden ausschließlich über die Vorderräder angetrieben. Plug-in Hybride mit Steckdosenanschluss sind ebenfalls nicht vorgesehen.

Technikcheck: Renault Arkana

  • Motoren: Benziner: 1,3-Liter mit 140 und 160 PS (Ende des Jahres); Hybrid (ab Juni): 1,6-Liter-Benzinmotor plus zwei Elektromotoren mit  49 PS/36 kW und 20 PS/15 kW (Systemleistung 142,8 PS)
  • Antrieb: Vorderrad
  • Länge/Breite/Höhe: 4568/1820/1571 mm
  • Fahrleistungen (TCe 140): 0 bis 100 km/h: 9,8 sec.; Vmax: 200 km/h
  • NEFZ-Normverbrauch (TCe 140): 4,7 Liter Super/100 km
  • Preise: ab 27.850 Euro

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