Wärmehalle Würzburg: Danke für die Unterstützung!

Das „Kernteam“ der Wärmehalle vor Ort (von links): Claudia Glogar, Michael Lindner-Jung, Simone Bernhard-Schwarz, Tim Pfeuffer und Johanna Anken. Foto Steffen Deeg

Suppe und Kontakt – Projekt „Wärmehalle“ in der Posthalle half Obdachlosen in Würzburg über den Winter

Der Pandemiewinter war zweifelsohne für alle eine riesige Herausforderung. Menschen in schwierigen Lebenssituationen, insbesondere solche ohne eine feste Wohnung, standen vor besonders großen Problemen: Das Herunterfahren des öffentlichen Lebens und die damit verbundenen Schließungen von Geschäften, Büchereien und Bibliotheken in Würzburg führen dazu, dass für Notleidende kaum warmer Raum vorhanden ist.

Auch die Einrichtungen der Notfallhilfe in Würzburg können aufgrund der Sicherheits- und Hygieneauflagen aktuell nur zu einem Drittel belegt werden. Institutionen wie die Bahnhofsmission, die Wärmestube und das Kontaktkaffee bedeuten für viele Bedürftige jedoch deutlich mehr als nur ein warmer Raum und etwas zu Essen: Einige von ihnen haben nur hier die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen Kontakte zu ihren Mitmenschen aufzubauen. Sie erfahren menschliche Zuwendung und Wärme.

„Die Hilfsbereitschaft war wirklich großartig“

Um die durch die Pandemie entstandene Lücke in den kalten Wintermonaten etwas zu kompensieren, wurde von Januar bis Ende März im Erdgeschoss der Posthalle die Wärmehalle errichtet. Durch das Kooperationsprojekt der Bahnhofsmission in Trägerschaft der Christophorus Gesellschaft mit dem Sozialreferat der Stadt Würzburg konnte hier ein zusätzlicher warmer und geschützter Aufenthaltsort für bis zu 16 Personen gleichzeitig eingerichtet werden.

„Am Anfang waren wir gespannt, ob das Angebot auch tatsächlich angenommen wird. Doch schon am ersten Tag kamen knapp 40 Besucher, um sich aufzuwärmen und eine warme Suppe zu essen“, berichtet Projektleiterin Johanna Anken. „All dies wäre ohne die vielfältige Unterstützung von so vielen Seiten nicht möglich gewesen. Ob durch finanzielle Spenden, ehrenamtliche Mitarbeit vor Ort, Mithilfe beim Einkauf, gespendete FFP2 Masken, selbstgebackenen Kuchen oder von Firmen wöchentlich organisierte Sachspenden die Hilfsbereitschaft war wirklich großartig.“

Die Wärmehalle Würzburg wurde an den etwa 70 Öffnungstagen im Schnitt von täglich 45 bis 50 Besuchern und Besucherinnen genutzt. Täglich wurden hier über 20 Liter  (rund 70 Portionen)  Suppe, gekocht von der DB-Kantine, ausgegeben. All dies wurde vor allem durch die Unterstützung von etwa 24 ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen sowie insgesamt knapp 700 freiwillig geleistetsten Arbeitsstunden für das Projekt ermöglicht – und durch die beeindruckenden Spendenbereitschaft der Würzburger, vieler Unternehmen, Stiftungen und Serviceclubs, wodurch eine finanzielle Unterstützung von 40.000 Euro zusammengekommen ist.

Stadt dankt allen Unterstützern

Nachdem das Projekt „Wärmehalle Würzburg“ zum 31. März beendet wurde, ist es Zeit, auch in Namen der Besucher Danke zu sagen: „Das Projekt Wärmehalle hat wieder gezeigt, wie wertvoll das sehr gute Miteinander von Stadtverwaltung, freien Trägern und Stiftungen, ehrenamtlichem Engagement, einer großen Spendenbereitschaft zahlreicher Bürger und Unternehmen ist“, so Dr. Hülya Düber. Die Sozialreferentin möchte „auch im Namen unseres Oberbürgermeisters Christian Schuchardt“ vor allem den vielen Helfern vor Ort, koordiniert von Kollegen der Bahnhofsmission und des BRK Kreisverbands Würzburg, für ihren Einsatz danken.

Wie gut es den Gästen getan hat, auch in dieser Zeit nicht vergessen zu werden, wird aus dem Dankesbrief einer Besucherin ersichtlich: „Wir danken für die immer freundlichen Mitarbeiter, für einen warmen Sitzplatz, für die immer gute Suppe, für den leckeren Kuchen, das frische Obst und für alles was wir vergessen haben! So konnten wir den Winter gut überstehen!“

von Johanna Anken und Steffen Deeg

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