„Dieser Tierpark prägt unser aller Leben“

Bei einem Rundgang zum 30. Jubiläum des Tierparks freut Landrat Thomas Eberth sich gemeinsam mit dem Landtagsabgehordneten Volkmar Halbleib und Beschäftigten des Tierparks über das Miteinander von Mensch und Tier. Foto Christian Schuster

30 Jahre Tierpark Sommerhausen: Rundgang zum Jubiläum

Wildpark, Spielplatz, Inklusionsbetrieb, Forschungszentrum und Therapie-Einrichtung: Der Tierpark Sommerhausen ist auf vielen Ebenen eine Institution im Landkreis Würzburg. In den vergangenen Jahrzehnten wurde er zudem Heimat für viele Hundert Tiere und Menschen, die dort ihren Arbeitsalltag verbringen. In diesem Jahr begeht der Tierpark sein 30-jähriges Bestehen – ein Geburtstag, der gebührend gefeiert wird.

Die Leitung des Unternehmensverbunds Mainfränkische, dem der Tierpark und die dortige Umweltstation angehören, lud Wegbegleiter und Förderer zu einer kleinen Feierstunde mit Rundgang durch den Tierpark ein. Geschäftsführer Dieter Körber und der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Mainfränkischen Werkstätten Prof. Ulli Arnold begrüßten unter anderem die Bürgermeister von Sommerhausen, Wilfried Saak, und Ochsenfurt, Peter Juks, Landrat Thomas Eberth, den Behindertenbeauftragten des Landkreises Würzburg Ernst Joßberger sowie Mitglieder des Landtags aus der Region.

Miteinander von Mensch und Tier schafft echte Teilhabe

Auf circa 14 Hektar Fläche leben im Tierpark Sommerhausen heute rund 350 Tiere. 31 Menschen mit Behinderung versorgen die Esel, Alpakas, Rehe, Schildkröten, Schweine, Pfauen und eine Vielzahl von Kleintieren mit Futter und erbringen die nötige Pflege.

Das Besondere dabei: Die Menschen mit Einschränkungen gehen ihren Aufgaben meist selbstständig und mit großer Fachkunde nach und werden vom pädagogischen und haustechnischen Personal lediglich dabei unterstützt. „Hier arbeiten Menschen mit und Menschen ohne Einschränkungen auf Augenhöhe zusammen“, betonte Prof. Arnold in seiner Ansprache. Und das Konzept geht auf: Rund 150.000 Besucher verzeichnet der Tierpark pro Jahr. Besonders Familien mit kleinen Kindern schätzen das Angebot.

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Schweine, Rehe oder die Esel hier im Bild: Im Tierpark Sommerhausen können Tiere bewundert werden, die die meisten Kinder von heute nur aus Büchern kennen. Foto Anja Gropp

Mit dem Jubiläum “drei Jahrzehnte Tierpark Sommerhausen” feiere man aber auch eine große Veränderung, führte Prof. Arnold fort. Bei den Themen Integration und Inklusion hätten vor 30 Jahren vornehmlich die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung im Fokus gestanden. Seit einigen Jahren ziele man jedoch auf die Aus- und Weiterbildung der Menschen ab. Am Ende soll bestenfalls die Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit – also einen ganz normalen Job – stehen. Politische Bildung und die Anerkennung von Arbeitsplätzen außerhalb der klassischen Werkstätten seien wichtige Bausteine für eine echte Beteiligung aller Menschen am gesellschaftlichen Leben.

Die Ergebnisse dieses Prozesses sind zumindest bei den Mainfränkischen messbar: Heute sind die Betätigungsfelder vielfältig und reichen vom Catering-Service über Elektrotechnik-Dienstleistungen bis hin zu Druck- und Lasertechnik. Von den 1.350 Menschen mit Behinderung, die in den Mainfränkischen Werkstätten arbeiten, sind inzwischen 400 an sogenannten „ausgelagerten Arbeitsstellen“ tätig. Sie arbeiten für Kommunen, Unternehmen der Region oder den Eigenbetrieben der Mainfränkischen.

Natur erleben im Tierpark Sommerhausen: „Nur wer etwas kennt, kann es auch schützen“

Landrat Thomas Eberth lobte die Idee, die hinter dem Tierpark stehe, und die vielen Menschen, die das Projekt in den vergangenen drei Jahrzehnten mit Leben füllten. Einerseits gebe die Einrichtung Menschen mit Behinderung eine erfüllende Beschäftigung im Umgang mit Tier und Natur. Andererseits könnten die Menschen der Region die untergebrachten Tiere hautnah erleben. „Nur wer etwas kennt und versteht, kann es auch schätzen und schützen“, führte Landrat Eberth aus. „Wir müssen daher froh und dankbar sein, dass Menschen im Tierpark Sommerhausen täglich wertvolle Arbeit leisten. Dieser Tierpark prägt unser aller Leben. Und ich würde mich tierisch freuen, wenn dieses wunderbare Naturerlebnis noch für viele weitere Generationen besteht.“

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Der Tierpark Sommerhausen ist vor allem bei Familien mit kleinen Kindern beliebt – nicht zuletzt wegen des riesigen Spielplatzes. Foto Anja Gropp

Der Unternehmensverbund Mainfränkische im Jubiläumsjahr 2023

Der Tierpark Sommerhausen ist ein Teil des Unternehmensverbunds Mainfränkische, zu dem die Mainfränkische Werkstätten GmbH sowie deren fünf Tochtergesellschaften gehören. Der Unternehmensverbund beschäftigt aktuell rund 2.500 Mitarbeiter, davon rund 1.350 Menschen mit Behinderung. 2023 feiert der Unternehmensverbund gleich mehrere Jubiläen: 50 Jahre Mainfränkische Werkstätten, mehr als 40 Jahre Lebenshilfe Wohnstätten, 30 Jahre Tierpark Sommerhausen und 25 Jahre Umweltstation im Tierpark Sommerhausen.

Hauptziele der Mainfränkischen sind Teilhabe und Inklusion im Raum Würzburg, Kitzingen, Ochsenfurt und Main-Spessart. Die verschiedenen Arbeitsfelder für Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen umfassen unter anderem die Tier- und Landschaftspflege, EDV, Gebäudereinigung, Instandhaltung, Produktion und Gastronomie sowie die Beratung und berufliche Qualifizierung. Mit der Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken GmbH werden rund 320 erwachsene Menschen mit Behinderung in unterschiedlichen Wohnformen begleitet.

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Genügend Auslauf: Auf circa 14 Hektar Fläche leben derzeit rund 350 Tiere im Tierpark Sommerhausen. Auf der großen Koppel tummeln sich unter anderem Schafe und Esel. Foto Christian Schuster

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