Unterm Krähenbaum parken: keine gute Idee

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Saatkrähen führen sich auf wie Rockstars – aber die Stadt Würzburg bittet um Verständnis

Jedes Jahr im Frühjahr geht es rund auf vielen Bäumen in Würzburg: Die Saatkrähen beginnen in Scharen mit dem Nestbau. Sie bevölkern hohe Bäume mit ihren Nestern, machen einen Mordslärm und lassen hemmungslos ihren Dreck nach unten fallen – kurz: Sie führen sich auf wie die sprichwörtlichen Rockstars.

Kommunikation spielt bei den Saatkrähen eine besonders wichtige Rolle – die Vögel unterhalten sich gern. Und lang. Und laut. Das wird von manchen Menschen als störend empfunden, weshalb die Saatkrähen nicht überall willkommen sind. Dabei sind Saatkrähen wichtig fürs Ökosystem: Sie verzehren ein reichhaltiges Buffet an Aas, Mäusen und Weichtieren wie Raupen und Würmern. Damit sorgen sie ganz nebenbei dafür, dass sich Krankheiten nicht ausbreiten, und leisten eine natürliche Schädlingsbekämpfung.

Das lautstarke Krächzen und haarsträubende Verschmutzungen – vor allem an parkenden Autos oder Parkbänken – können im direkten Umfeld einer Kolonie schon mal zu Konflikten führen. Brennpunkte befinden sich in Würzburg beispielsweise in der Werkingstraße, der Grünewaldstraße, der Erthalstraße, der Seinsheimstraße und am Wittelsbacher Platz. Aber auch an der Talavera, in der Georg-Eydel-Straße sowie der Friedrichstraße gibt es viele Nester.

Licht am Ende des Krähentunnels

Da geht es in diesen Tagen besonders hoch her, weil die Vögel gerade ihre Eier legen. Aber es gibt Licht am Ende des Krähentunnels: Ende Mai, wenn die Jungvögel flügge geworden sind, kehrt wieder Ruhe ein. Nach der Brut verteilen sich die Saatkrähen wieder.

Saatkrähen gehören zu den besonders geschützten Vogelarten. In Würzburg hält sich seit einigen Jahren ein stabiler Bestand von rund 170 Brutpaaren. Ihre Brut- und Nistplätze dürfen grundsätzlich nicht entfernt, zerstört oder in sonstiger Weise beeinträchtigt werden. Werden die Tiere vertrieben, besteht die Gefahr, dass sich die Kolonie in mehrere Teilkolonien aufsplittert. Und das führt zu einer Vervielfachung oder Verlagerung der Probleme, nicht aber zu deren Lösung. Wer sich mit den Krähen anlegt, riskiert somit ein saftiges Bußgeld von bis zu 50.000 Euro!

Die Stadt Würzburg bittet daher um Verständnis für die vorübergehenden  Unannehmlichkeiten.  Bei Fragen zur Saatkrähe und bei auftretenden Problemen können sich an die Fachabteilung Naturschutz und Landschaftspflege wenden: Tel. (0931) 37 26 83, E-Mail naturschutz@stadt.wuerzburg.de

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