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Bauen und Wohnen

Preisanstieg für Wohnimmobilien in Bayern verlangsamt

Schön und auch schön teuer: Im Würzburger Stadtgebiet kostet ein gebrauchtes freistehendes Einfamilienhaus im Schnitt 550.000 Euro – in begehrten Lagen kann´s auch wesentlich teurer werden. Wer selber baut, muss pro Quadratmeter Baugrundstück bis zu 770 Euro investieren. Bild von Frengh auf Pixabay

Der Preisanstieg für Wohnimmobilien in Bayern hat sich im vergangenen Jahr verlangsamt. Das geht aus dem aktuellen Marktspiegel der Sparkassen-Finanzgruppe hervor, der nun veröffentlicht worden ist. Im Durchschnitt lagen 2019 die Kaufpreise der von den Maklern bei Sparkassen und LBS vermittelten Häuser und Wohnungen um 4,4 Prozent über den Vorjahreswerten. Im Jahr zuvor waren sie noch um knapp 6 Prozent und 2017 um mehr als 9 Prozent angestiegen.

„Einer sehr hohen Nachfrage auf Seiten der Eigennutzer und Kapitalanleger stand auch 2019 ein in vielen Regionen erheblich zu knappes Angebot gegenüber“, so Paul Fraunholz, Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH (Sparkassen-Immo). Bei Sparkassen und LBS in Bayern ließen sich durchschnittlich 14.750 neue Immobiliensuchende pro Monat mit ihrem konkreten Immobilienwunsch vormerken.

Die Makler der bayerischen Sparkassen und der LBS konnten 8968 Kauf-Immobilien mit einem Gesamtwert von 3,1 Milliarden Euro vermitteln. Dies bedeutet eine weitere Steigerung des vermittelten Objektvolumens um neun Prozent. Zudem wurden 1224 Mietverträge vermittelt. Insgesamt hat die Sparkassen-Immo ihre Position als größter Immobilienvermittler im Freistaat behauptet.

Die Immobilienpreise unterscheiden sich regional erheblich. In 13 bayerischen Landkreisen kostete ein übliches gebrauchtes Einfamilienhaus in der Regel weniger als 250.000 Euro. Mehr als das doppelte, mindestens 600.000 Euro kostete ein gebrauchtes Einfamilienhaus häufig in den Städten Aschaffenburg, Augsburg, Ingolstadt, Landshut und Regensburg sowie in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Erding, Landsberg, Traunstein und Weilheim. Zum Teil erheblich mehr als eine Million Euro musste investieren, wer ein gebrauchtes Einfamilienhaus in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Ebersberg, Garmisch-Partenkirchen, München oder Starnberg kaufen wollte.

Detaillierte Preislandkarten für jeden Regierungsbezirk

Detailliert geben die neuen, auf einen Regierungsbezirk bezogenen Preislandkarten des Marktspiegels Auskunft. Sie zeigen die häufigsten Werte für bis zu vier verschiedene Teilregionen innerhalb eines Landkreises. Beispielsweise gibt es innerhalb des Landkreises Miesbach in Oberbayern sehr große Preisunterschiede: In der Teilregion Miesbach/Schliersee/Leitzachtal liegen die häufigsten Werte für gebrauchte Einfamilienhäuser zwischen 700.000 Euro und etwas über 1 Mio. Euro, in Holzkirchen zwischen etwas über 1 Mio. Euro und 1,4 Mio. Euro und im Tegernseer Tal bei mehr als 1,75 Mio. Euro. Ebenfalls relativ große preisliche Unterschiede weisen die Teilregionen der Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Landshut, Deggendorf und Forchheim auf.

Der Marktspiegel enthält die Preisspannen für Baugrundstücke, Häuser und Eigentumswohnungen in allen bayerischen Landkreisen einschließlich ihrer verschiedenen Teilregionen. Ab sofort ist der Marktspiegel mit allen Informationen abrufbar im Internet unter www.sparkassen-immo.de. Die flächendeckende Präsenz der Sparkassen-Makler ermöglicht diese in Bayern einmalige Kaufpreissammlung.

Weitere Entwicklung auf dem Wohnimmobilienmarkt

Viele Rahmenbedingungen, die sich stabil auf den bayerischen Wohnimmobilienmarkt auswirken, bleiben voraussichtlich konstant: ein sehr niedriges Zinsniveau, der Trend zu immer mehr kleineren Haushalten sowie steigende Bevölkerungszahlen in vielen Regionen. Bis Jahresende 2020 fördert zudem der Staat die Bildung von Wohneigentum kräftig. Die Angebotsseite bleibt voraussichtlich weitgehend konstant, insbesondere der Verkauf eines Bestandsobjektes wird in den allermeisten Fällen nicht von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern von persönlichen Motiven der Eigentümer bestimmt.

Ob und wie stark sich die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in den nächsten Monaten auf die Nachfrage und somit auch auf die Anzahl der Verkäufe und die Preise von Häusern und Wohnungen auswirken werden, ist aktuell nicht einzuschätzen. „Dafür ist entscheidend, wie lange das öffentliche Leben und die wirtschaftliche Tätigkeit in vielen Branchen eingeschränkt bleiben. Grundsätzlich reagiert der Wohnimmobilienmarkt jedoch deutlich weniger dynamisch auf wirtschaftliche Einflüsse als beispielsweise der Aktienmarkt. Die kontinuierlichen Preissteigerungen der vergangenen Jahre, die insbesondere in den Ballungsräumen deutlich spürbar waren, werden sich in diesem Ausmaß im laufenden Jahr nicht fortsetzen können“, so Paul Fraunholz. „Für immer mehr Eigennutzer in den wirtschaftlich starken Regionen ist die Grenze der finanziellen Belastbarkeit erreicht. Auf die Nachfrage von Investoren können sich in einigen Städten unter anderem stagnierende oder nur noch leicht steigende Neuvertragsmieten hemmend auswirken.“

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