Nachruf auf Ehrenkreisbrandrat Heinz Geißler

Der Ehrenkreisbrandrat des Landkreises Würzburg, Heinz Geißler, verstarb am 23. Januar 2022 im Alter von 68 Jahren. Foto Norbert Schmelz

Heinz Geißler: „Ein großes Herz für die Feuerwehren hat aufgehört zu schlagen“

Als langjähriger Kreisbrandrat war Heinz Geißler aus Güntersleben im gesamten Landkreis Würzburg bekannt und beliebt. Im Alter von 68 Jahren ist der frühere oberste Feuerwehrmann des Landkreises am 23. Januar 2022 völlig unerwartet verstorben.

Landrat Thomas Eberth zeigt sich mit Kreisbrandrat Michael Reitzenstein bestürzt über die traurige Nachricht. „Wir sind schockiert und trauern mit den Feuerwehren sowie Kolleginnen und Kollegen im Landratsamt. Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie“, so der Landrat.

Sein Engagement in der Feuerwehr begann Geißler 1976 mit dem Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr Güntersleben. Nur drei Jahre später wurde er stellvertretender Kommandant bis er von 1982 bis 1995 selbst die Führung der Günterslebener Wehr übernahm. Von 1983 bis 1995 hatte er zugleich das Amt eines Kreisbrandmeisters inne. 1995 wählten ihn die Kommandanten der damals 114 Feuerwehren im Landkreis Würzburg zu ihrem Kreisbrandrat. 21 Jahre lang blieb Geißler im Amt bis er an seinem 63. Geburtstag aus Altersgründen ausscheiden musste.

Für das Feuerwehrwesen im Landkreis Geschichte geschrieben

Geißler habe für das Feuerwehrwesen im Landkreis Würzburg und darüber hinaus Geschichte geschrieben, so würdige Altlandrat Eberhard Nuß ihn 2013 bei der Auszeichnung mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold. Vor allem die Verwirklichung des Feuerwehrzentrums in Klingholz, das 2010 eröffnet wurde, bleibt untrennbar mit Geißlers Namen verbunden. Auch die Einführung des Digitalfunks gehört in seine Ära. Damit die Wartung der neuen Geräte gewährleistet war, überzeugte Geißler Kreistag und Verwaltung, das Feuerwehrzentrum um eine Digitalfunkwerkstatt zu erweitern.

First-Responder-Gruppen eingeführt

Neben einer modernen Ausstattung der Wehren lag Geißler auch eine schnelle Versorgung seiner Mitmenschen im medizinischen Notfall am Herzen. Noch im Jahr seiner Wahl zum Kreisbrandrat führte er die sogenannten First-Responder-Gruppen im Landkreis Würzburg ein. Das Netzwerk aus Ersthelferinnen und -helfern in den Gemeinden, die die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken, ist heute nicht mehr wegzudenken.

Geißlers Einsatz für die Feuerwehr endete nicht an der Landkreisgrenze. Als Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbands war er neun Jahre lang für rund 40.000 Feuerwehrleute in Unterfranken zuständig. Im Landesfeuerwehrverband Bayern leitete er zudem den Fachbereich Katastrophenschutz. An praktischen Erfahrungen, die er seinen Kameradinnen und Kameraden weitergeben konnte, mangelte es ihm nicht. So leistete er zum Beispiel 2013 Hochwasserhilfe in Dessau.

Für sein Engagement erhielt Heinz Geißler mehrfach Auszeichnungen. 2016 wurde er zum Ehrenkreisbrandrat des Landkreises Würzburg, zum Ehrenvorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands Würzburg sowie zum Ehrenvorsitzenden des Bezirksfeuerwehrverbands Unterfranken ernannt.

Geißlers Verbundenheit zum Landkreis Würzburg kam nicht nur in seinem Feuerwehrengagement zum Ausdruck. Nach Stationen bei der Deutschen Bundesbahn und der Gemeinde Güntersleben kam er 2004 als Bediensteter in den Fachbereich „Sicherheit und Ordnung“ am Landratsamt Würzburg. Nach 47 Jahren im öffentlichen Dienst wechselte er 2017 in den verdienten Ruhestand, den er keine fünf Jahre genießen konnte.

„Ein großes Herz für die Feuerwehren hat aufgehört zu schlagen“, bedauert Landrat Thomas Eberth den plötzlichen Tod von Heinz Geißler. „Wir werden ihn als überaus engagierten Menschen in Erinnerung behalten, dem die Fürsorge seinen Kameraden gegenüber sowie der Schutz seiner Mitmenschen stets ein Herzensanliegen war.“

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