Johanniter: Gute Kinderbetreuung ist kein Kinderspiel

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Kinderbetreuung: Johanniter fordern Anerkennung der Leistung pädagogischer Fachkräfte

Besonders die Kinder haben unter den Auswirkungen und Maßnahmen der Corona-Pandemie gelitten. Es zeigte sich zum einen noch deutlicher der Spagat zwischen Berufstätigkeit und Kinderbetreuung. Zum anderen wird befürchtet, dass Chancenungleichheit für Kinder weiter zunehmen wird. Zum „Tag der Kinderbetreuung“ am 9. Mai rücken die Johanniter ins Licht, was Erzieherinnen und Erzieher in der Kinderbetreuung leisten.

„Die Jüngsten in unserer Gesellschaft liebevoll zu begleiten, sie in ihrer Entwicklung fachkundig zu fördern, ist eine große Verantwortung“, sagt Stephan Pies, Sachgebietsleiter Kinder- und Jugendhilfe der Johanniter in Unterfranken. „Die pädagogischen Fachkräfte nehmen die Signale der Kinder behutsam auf, reagieren dem Entwicklungsstand und den Bedürfnissen der Kinder entsprechend. Sie beteiligen die Kinder am Einrichtungsgeschehen, geben ihnen Möglichkeiten der Mitwirkung und fördern so ihr Recht der Partizipation.“

Kompetenz, Flexibilität und altersgerechte Bildungsangebote

Der Regionalverband Unterfranken unterhält 13 Johanniter-Kindereinrichtungen. Pädagogische Fachkräfte sorgen hier dafür, die Kinder liebevoll zu begleiten und in ihrer Persönlichkeit und Entwicklung zu stärken. Für die Kinder bedeutet der Besuch in der Kindereinrichtung Stabilität, soziale Kontakte und öffnet Bildungsmöglichkeiten.

Die Johanniter-Einrichtungen bieten verschiedene, am jeweiligen Bedarf ausgerichtete Konzepte. So schlägt die Johanniter-Kindertagesstätte Schlaue Mäuse in Würzburg am Heuchelhof mit ihrem Profil „Sprache braucht Bewegung“ neue Wege der Sprachförderung ein. In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Sonderpädagogik III – Sprachheilpädagogik der Universität Würzburg wird unter der Leitung von Prof. Dr. Carina Lüke und der Mitarbeit von Nathalie Frey das innovative Sprachförderprojekt „IkoGeWo – Ikonische Gesten als Methode zur effektiven Vermittlung unbekannter Wörter in inklusiven Settings“ umgesetzt.

Die in IkoGeWo verwendete Sprachförderstrategie sind ikonische Gesten, also sehr bildhafte Gebärden aus der Deutschen Gebärdensprache. Die Kombination aus Gebärde und gesprochener Sprache ermöglicht den Kindern unbekannte Wörter zu lernen. Dieses Vorgehen stellt insbesondere für Kinder, welche Schwierigkeiten im (Deutsch-)Spracherwerb haben eine besondere Unterstützung dar.

Weiterhin großer Fachkräftemangel

„Jedes Kind so zu unterstützen, dass es sein Potenzial optimal entfalten kann: Das ist eine wichtige Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte“, sagt Pies. „Leider herrscht gerade bei den Erzieherinnen und Erzieher weiterhin großer Fachkräftemangel. Die Leistung der Erzieherinnen und Erziehern wird oftmals in der Gesellschaft zu wenig geschätzt. Dabei tragen sie wesentlich zur Entwicklung und frühkindlichen Bildung bei. Und es ist ein wunderbarer Beruf und eine schöne Aufgabe, Kinder bei ihren Erfahrungen außerhalb der Familie zu begleiten!“

Die Anerkennung der Leistung sei notwendig, um mehr Menschen für den Beruf der Erzieherin und Erzieher zu begeistern. „Wir Johanniter bieten mit einer praxisintegrierten Ausbildung, Optiprax, auch einen gut vergüteten Einstieg an“, ergänzt er. „Als Träger liegt bei uns auch ein Schwerpunkt auf Fort- und Weiterbildungen sowie dem Austausch der Kolleginnen und Kollegen.“

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