Würzburger Vollstrecker bei „Das große Backen“

Christian Spindler mit Juror Christian Hümbs (li.). Foto ©SAT.1/Claudius Pflug

Für die Würzburger Stadtkasse treibt er Steuern und Gebühren ein – doch in der Sat.1-Show „Das große Backen“ zaubert Christian Spindler perfekte Törtchen

Wenn Würzburger Bürgerinnen und Bürger Steuern und Gebühren nicht zahlen, wie Grundsteuer, Hundesteuer, Kanalgebühren, Bußgelder, dann tritt der Vollstreckungsdienst der Stadtkasse auf den Plan. Der Innendienst erstellt Mahn- und Vollstreckungsbescheide. Kommt dann immer noch kein Geld rein, wird irgendwann der Außendienst damit beauftragt, bewegliche Gegenstände der Schuldnerinnen und Schuldner zu pfänden. Christian Spindler ist im Vollstreckungsaußendienst der Würzburger Stadtkasse, seine Aufgaben sind denen eines Gerichtsvollziehers ganz ähnlich. So manches Auto hat er schon gepfändet, Schmuck, Sparbuch, Bargeld.

Eher vergänglich denn von Dauer ist hingegen das Material, dem er gerne seine freie Zeit widmet, es zergeht nämlich auf der Zunge. Mehl, Eier, Zucker, Früchte: Als Hobbybäcker hat es der Würzburger in die Jubiläumsstaffel von „Das große Backen“ geschafft. Die erste von insgesamt acht Folgen der zehnten Staffel zeigt Sat.1 am Sonntag, 4. September 2022, um 17:20 Uhr. Christian Spindler misst sich dann mit neun weiteren Hobbybäckern („alles nur Backverrückte“) und möchte sich den Goldenen Cupcake, das eigene Backbuch und 10.000 Euro Preisprämie erbacken. Biskuit rühren, Fondant ausrollen, Dekorationen modellieren – hat das der Vollstrecker drauf?

„Bei Buttercreme, da bin ich sicher“

Gemeistert werden die Herausforderungen in einem Zelt auf dem Gelände des Schloss Stülpe in Brandenburg. Drei Gebäcke müssen in jeder Folge in einer vorgegebenen Zeit entstehen, zwei Aufgabenstellungen kennen die Teilnehmer, die technische Prüfung ist in jeder Folge eine Überraschung. Wenn es dann zum Backen nach Brandenburg geht, dürfen die Teilnehmer nur kurz am Vorabend des Backtages die Zutaten optisch checken. Eine weitere Herausforderung sind die unbekannten Geräte. Da fragt sich der Bäcker: Muss die Backzeit variiert werden, weil der Backofen die Temperatur anders hochfährt als der heimische Backofen? Was kommt am Ende dabei raus?

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Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jubiläumsstaffel von „Das große Backen“ möchten den goldenen Cupcake gewinnen – auch Christian Spindler (r.). Foto ©SAT.1/Claudius Pflug

„Glück und Erfahrung helfen“, sagt Christian. Nun muss eine Torte ja nicht nur toll schmecken, sondern auch den hohen optischen Anforderungen gerecht werden. „Bei Buttercreme, da bin ich sicher“, sagt Christian. „Aber Modellieren war nicht so einfach für mich.“ Zumal es bei den Dreharbeiten im Zelt nachmittags schon mal 30 Grad haben konnte. „Mir schmolz der Fondant nur so in den Fingern weg – daheim bin ich eindeutig besser.“

Wer meint, es sei schon schwierig, unter Drehbedingungen und vor den Augen einer Jury in einem sehr knapp gefassten Zeitrahmen, perfekte Torten zu zaubern, selbst bei bekannten Rezepten, hat Recht. Aber die technische Prüfung hatte es noch mehr in sich: Dieses Gebäck konnten die Teilnehmer eben nicht zuhause üben. „Es warteten ein umgedrehter Rezeptzettel und unbekannte Zutaten auf uns. Das Rezept durften wir erst bei Drehbeginn sehen. Es gab keine Zeitverlängerung, keine zusätzlichen Zutaten, wenn etwas nicht wie erwartet lief. Ausbessern war also unmöglich. Diese Herausforderung war groß, hat mir aber am meisten Spaß gemacht.“

Gebacken, gebacken, gebacken – bis tief in die Nacht

Spannend für die Zuschauer ist nicht nur das Entstehen der Backwerke, sondern natürlich auch die Bewertungen. Besonders beeindruckt hat den Würzburger der Juror Christian Hümbs: „Er ist der Hammer. Wir hatten genau den gleichen Humor und seine Ratschläge waren nicht nur in der Show grandios. Ich werde sie auch in Zukunft beherzigen.“

Wie hat sich Christian Spindler auf „Das große Backen“ vorbereitet? Er hat gebacken, gebacken, gebacken. Backen ist für ihn Ausgleich zum Job. Und da steht er auch mal bis tief in die Nacht in der Küche, wenn er mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist. Davon profitierten in den Wochen vor und während seiner Teilnahme am „Großen Backen“ nicht nur Familie und Freunde, sondern auch Kollegen, denen er die Teilnahme am TV-Format aber nicht verraten durfte. „Da war halt immer irgendwas von irgendeiner Gelegenheit übriggeblieben“, verrät er zwinkernd – und profitierte zugleich vom Feedback der Versuchskaninchen. Interessant fand er den Einsatz von Zutaten, auf die er in seinen Backwerken bisher nicht zurückgegriffen hatte wie Chili, Ingwer oder Jalapenos. „Leider bekommt man hier nicht so viele ungewöhnliche Produkte. Ich habe also für viele Euros im Internet bestellt und war mit dem Postboten, der täglich was anlieferte, quasi per Du.“

Aus seiner Begeisterung hört man heraus, wie spannend die Teilnahme an „Das Große Backen“ war. „Es war aber auch sehr zeitraubend“, gibt er zu. „Für Familie und Freunde hatte ich nicht mehr viel Zeit.“ Aber die profitieren ja jetzt noch mehr von ihm und seinen Biskuittorten mit Buttercreme… Und die Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen ab Sonntag bewundern, was er aus Eiern, Mehl und Co. so zaubert und rätseln, ob er die rote Schürze tragen darf und wie weit er wohl kommen wird in der Jubiläumsstaffel.

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