Bundesverdienstkreuz für Würzburger Stadträtin Kerstin Westphal

Vizeparlamentspräsidentin Katarina Barley, Bundesverdienstkreuzträgerin Kerstin Westphal, Parlamentsvizepräsident Rainer Wieland (von rechts).

Kerstin Westphal für außerordentliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet

Der Würzburger Stadträtin Kerstin Westphal (59) wurde vor wenigen Tagen von den Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Rainer Wieland und Katarina Barley im Europäischen Parlament in Straßburg das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

„Politisches Engagement bedeutet für Kerstin Westphal, sich einzumischen und die Verhältnisse der Menschen besser zu machen“, so Rainer Wieland, der die Laudatio im Ehrensaal des Parlaments hielt. Damit habe sie schon als Jugendliche begonnen, die sich beharrlich beim Bürgermeister ihrer Gemeinde in Franken für einen Ort einsetzte, an dem Jugendliche unter sich sein konnten. Nach zwei Jahren hatte sie es geschafft, und es entstanden in mehreren Gemeinden autonome Jugendzentren.

Einsatz für Kinder und Jugendliche

Der Einsatz für Kinder und Jugendliche blieb neben dem Kampf für die Rechte der Frau ein zentrales Motiv in ihrem Leben. Die gelernte Kinderpflegerin und Erzieherin hat sich seit den 1970er Jahren für vielerlei Initiativen stark gemacht. Ob bei der Arbeiterwohlfahrt in Neustadt/Aisch oder dem Stadtjugendring in Schweinfurt, sie half in der Kinderbetreuung und kämpfte für sozial benachteiligte junge Menschen.  

Durch die vielen ehrenamtlichen Engagements lernte Kerstin Westphal auch die Kommunalpolitik von der Pike auf und wurde bereits mit Mitte 30 in den Stadtrat der Stadt Schweinfurt gewählt. Parteipolitisch hat sie zahlreiche Ämter in dieser Zeit innegehabt. Ob stellvertretende JUSO-Landesvorsitzende oder Vorsitzende der Sozialdemokratischen Frauen in Schweinfurt, ihren Schwerpunkten blieb sie treu. Denn Westphal kämpft seit Jugendzeiten nicht nur für Kinderrechte sondern stets auch für die Rechte der Frau. Politisch wie gesellschaftlich, unter anderem als Mitorganisatorin des Internationalen Frauentages und als Mitglied im Marie-Schlei-Verein.

Kerstin Westphal war zehn Jahre im Europäischen Parlament

„Sich nicht entmutigen lassen, immer wieder aufstehen und weiterkämpfen. Diese Einstellung brachte sie bis in den Landesvorstand der Bayern-SPD und zur Landrats-Kandidatin für den Landkreis Hassberge“, hieß es in Rainer Wielands Lobrede. Trotz verlorener Wahl stand sie auf und kämpfte weiter. So wurde sie schließlich im Jahr 2009 ins Europäische Parlament gewählt, dem sie insgesamt zehn Jahre angehörte. Natürlich habe sie als Arbeitsschwerpunkt die Regionalpolitik gewählt. Etwas für die Regionen in Europa zu erreichen, das wusste sie aus den vielen Jahren der ehrenamtlichen Arbeit für ihre Region, ist für die Vermittlung des europäischen Gedankens so wichtig. Wenn die Menschen vor Ort erst mitbekommen, dass Europa ganz konkret in ihrem Lebensumfeld etwas bewirken kann, wird das gemeinsame Projekt zur Herzensangelegenheit.

 Kerstin Westphal kämpft seit 2010 auch aktiv für die Demokratie und Vielfalt und gegen Rechts. Sie hat sich daher den Initiativen „Schweinfurt ist bunt“ und „Gegen das Vergessen – für Demokratie“ angeschlossen und unterstützt deren Arbeit.

Rückkehr in die ehrenamtliche Kommunalpolitik

Nachdem sie 2019 nicht erneut ins Europäische Parlament gewählt wurde, hat sie ihre politische Energie wieder ihrer Heimatregion zur Verfügung gestellt. Heute sitzt sie im Stadtrat der Stadt Würzburg und ist dahin zurückgekehrt, wo ihre politische Karriere begann – in der ehrenamtlichen Kommunalpolitik. Sie arbeitet wieder als Erzieherin und hat im Sozialausschuss den Kampf für die Rechte von Kinder und Frauen wieder aufgenommen.

Aufgrund ihres gesamtgesellschaftlichen und politischen Engagements und ihres unermüdlichen Kampfes für benachteiligte Menschen wurde Kerstin Westphal das Bundesverdienstkreuz verliehen.

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