Gelebte Inklusion am Hubland: Neue Wohnstätte der Lebenshilfe

Die Außenansicht, des modernen Wohnkomplexes: Die Wohnstätte und fügt sich in das Gesamtbild des Gebäudes ein und ist somit von außen nicht als Wohnstätte erkennbar.

Hubland: Einweihung der neuen Wohnstätte für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe

„Ich bin stolz, dass ich hier am Hubland wohnen darf.“ Mit diesem Worten begrüßt Bruce, ein Bewohner der neuen Wohnstätte für Menschen mit Behinderung im Hubland, die Gäste beim Rundgang anlässlich der Einweihung vor wenigen Tagen.

Nach fast zwei Jahren pandemiebedingter Wartezeit war es endlich soweit. Die Bewohner der Wohnstätte am Hubland konnten die geladenen Gäste durch ihr neues Zuhause führen und über ihren Alltag berichten.

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Der helle und gemütliche Gemeinschaftsraum.

Beim kleinen Festakt mit Grußworten von Eva Linsenbreder (stellv. Bezirkstagspräsidentin), Sozialreferentin Hülya Düber und Barbara Stamm (Vorsitzende Lebenshilfe Landesverband Bayern) waren sich alle einig. Die im Jahr 2020 bezogene neue Wohnstätte ist ein Leuchtturmprojekt für inklusives Wohnen. Denn diese Wohnstätte hat etwas an sich, das andere nicht haben: Sie ist nicht sichtbar.

Das heißt: Die Wohnstätte ist Teil eines modernen Wohnkomplexes und fügt sich in das Gesamtbild des Gebäudes ein. Von außen ist sie nicht explizit als Wohnstätte erkennbar.

Der Weg dahin war nicht einfach. Es mussten einige Hürden aus dem Weg geräumt und viele Unterstützer gefunden werden. Im Jahre 2018 fand der erste Spatenstich statt und nach rund zwei Jahren Bauzeit konnten die ersten fünf Bewohner am 20. August 2020 die neue Wohnanlage beziehen. Kurz darauf waren alle 24 Wohnplätze auf den zwei Gruppen vergeben. Die Bewohner schätzen das ehemalige Landesgartenschaugelände direkt nebenan genauso wie die vielen Einkaufsmöglichkeiten und die gute Busanbindung, die ihnen eine selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

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Bewohner Bruce bei der Führung durch die neue Wohnstätte: „Ich bin stolz, dass ich hier am Hubland wohnen darf.“

Lebenshilfe auf dem Hubland: „Meilenstein auf dem Weg in eine bunte Gesellschaft“

Die hellen, modernen Zimmer und Gemeinschaftsräume der Wohngruppen laden ein, sich wohlzufühlen und die Aussicht vom Balkon über Würzburg ist beeindruckend. Eva Linsenbreder ist begeistert: „Wir haben hier mit diesem Projekt einen Meilenstein gesetzt, wir sind auf dem guten Weg in eine bunte vielfältige Gesellschaft, bei der jeder teilhaben kann. Und das Hubland war schon immer ein Ort des Aufbruchs und des Neubeginns.“

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Kevin ist sichtlich stolz auf sein neues Zuhause. Er freut sich über sein helles, geräumiges Zimmer mit Bad und Panoramasicht über Würzburg.

Dem schloss sich Sozialreferentin Hülya an: „Bei der Entwicklung eines neuen Stadtteils sollte die Vielfalt immer eine große Rolle spielen und es sollte für jeden Menschen Entscheidungsmöglichkeiten geben, wie und wo er wohnen möchte. Die Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken leistet hierfür einen wertvollen Beitrag.“

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Barbara Stamm, die Vorsitzende des Lebenshilfe Landesverband Bayern e. V, machte bei Ihrer Ansprache darauf aufmerksam, dass solche Projekte Normalität in einer inklusiven Gesellschaft sein sollten. Fotos Anja Gropp

Barbara Stamm, die Vorsitzende des Lebenshilfe Landesverband Bayern e. V., die dieses Wohnprojekt auf dem Hubland von Anfang an entscheidend unterstützte, machte bei ihrer Ansprache darauf aufmerksam, dass solche Projekte Normalität in einer inklusiven Gesellschaft sein sollten. „Das, was Sie hier sehen, ist gelebte Inklusion. Aber wir müssen zusehen, dass wir mit solchen Wohnprojekten schneller vorankommen können und nicht mehr so viele Hürden nehmen müssen, denn wir brauchen mehr Wohnraum für Menschen mit Behinderung. Es darf in der heutigen Zeit nicht die Frage gestellt werden: Was darf der Mensch kosten? Es muss geantwortet werden: Was braucht der Mensch, um ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben zu haben?“

Wunsch nach weniger Bürokratie

Auch Dieter Körber, Geschäftsführer der Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken äußerte bei seiner Begrüßung den Wunsch nach weniger Bürokratie und mehr Menschlichkeit und Offenheit gegenüber  inklusiven Wohnideen für Menschen mit Behinderung: „Wir freuen uns, mit diesem bayernweiten Leuchtturmprojekt ein Teil des ‚neuen‘ Hublands zu sein und vielleicht gelingt uns ein ähnlich wegweisendes Leuchtturmprojekt im Heidingsfelder Zehnthof, wo ein Ort des inklusiven Wohnens und der Begegnung für Menschen mit und ohne Behinderung entstehen soll. Dieses Projekt möchten wir nach rund acht Jahren des Planens und Wartens sowie vielen Sitzungen und Besprechungen sehr gerne realisieren. Ein Projekt, das leider immer noch nicht im Stadtrat zur Abstimmung war. Gerne laden wir die Stadträte ein, sich hier im Hubland mal umzusehen, was alles möglich ist, wenn wir gemeinsam den Weg der Inklusion gehen.“

Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken

Die Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken bietet seit über als 30 Jahren gemeinschaftliches Wohnen in einer Wohnstätte und selbstständiges Wohnen mit ambulanter Unterstützung an. Das selbstständige Wohnen kann in einer Wohngemeinschaft, in der eigenen Wohnung oder als Paar in einer gemeinsamen Wohnung durch ambulante Teams begleitet werden. Aktuell werden etwa 320 Menschen mit Behinderung in ihrer gewählten Wohnform unterstützt. Mehr Info: www.lhw-mainfranken.de

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