100. Jubiläum des Luitpold-Campus

Beim Festakt „Luitpold-Campus – Tradition und Innovation seit 1921“ rund um das siegreiche Architekturmodell für das Erweiterungsgelände Nord des Uniklinikums Würzburg (UKW) gruppiert: Im Vordergrund Prof. Dipl.-Ing. Christine Nickl-Weller (li.) und Staatsministerin Judith Gerlach, hinten (v. li.) Universitätspräsident Prof. Dr. Paul Pauli, Philip Rieger, Prof. Dr. Jens Maschmann, Marcus Huppertz und Prof. Dr. Matthias Frosch (alle vier aus dem Vorstand des UKW) sowie Martin Heilig, Bürgermeister der Stadt Würzburg. Foto Angie Wolf / Uniklinikum Würzburg

Geburtstag der modernen Würzburger Universitätsmedizin – medizinische Forschungseinrichtung genießt weltweites Ansehen

Am 2. November 1921 wurde in Würzburg das Staatliche Luitpoldkrankenhaus eingeweiht. Auf den Tag genau 100 Jahre später feierte die Würzburger Universitätsmedizin diesen Meilenstein ihrer über 400-jährigen Geschichte mit einem Festakt.

Über 100 geladene Gäste kamen im Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) an der Josef-Schneider-Straße im Stadtteil Grombühl zum Festakt „Luitpold-Campus – Tradition und Innovation seit 1921“ zusammen. „Heute feiern wir quasi den 100. Geburtstag der modernen Würzburger Universitätsmedizin“, erläuterte Prof. Dr. Jens Maschmann. Der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW) führte als Moderator durch die gut zweistündige Veranstaltung.

Sein Kollege aus dem Klinikumsvorstand, Prof. Dr. Matthias Frosch, arbeitete in seiner Ansprache heraus, dass sich die lokale Geschichte der Universitätsmedizin zwar bis zur Gründung der Würzburger Universität im Jahr 1582 zurückverfolgen lässt, aber die Einweihung des Staatlichen Luitpoldkrankenhauses am 2. November 1921 ein wahrhaftig epochaler Entwicklungsschritt war. „Mit dem nach dem bayerischen Prinzregenten benannten Gebäudeensemble erhielten damals Stadt und Region eines der modernsten, wegweisendsten Großkrankenhäuser jener Zeit“, betonte der Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg.

Luitpold-Campus: Heute eines der wichtigsten medizinischen Zentren Frankens

Laut Judith Gerlach, der bayerischen Staatsministerin für Digitales, nahm das Klinikum in den folgenden Jahrzehnten – unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg – einen steilen Aufstieg und entwickelte sich zu einem der wichtigsten medizinischen Zentren in Franken. Die Gastrednerin des Festakts sagte: „Das Universitätsklinikum Würzburg genießt heute als medizinische Forschungseinrichtung weltweites Ansehen. Gleichzeitig ist es ein leistungsfähiges Krankenhaus der Maximalversorgung. Und es bietet den Bürgerinnen und Bürgern der gesamten Region Zugang zur Spitzenmedizin.“

Ähnlich lobende Worte sandte auch Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler per Videogrußbotschaft in den Hörsaal des RVZ. Für Prof. Dr. Paul Pauli, den Präsidenten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Aufsichtsratsmitglied des Klinikums, ist die gute Zusammenarbeit mit dem UKW zudem ein Glücksfall für die Medizinische Fakultät mit ihren gut 3.600 Studierenden, während Bürgermeister Martin Heilig unter anderem die herausragenden Leistungen des Uniklinikums und seiner Beschäftigten während der Corona-Pandemie unterstrich.

Festvortrag zur Entwicklung der Krankenhaus-Architektur

Den Festvortrag der Veranstaltung übernahm Prof. Dipl.-Ing. Christine Nickl-Weller. Die Architektin vom Münchner Architekturbüro Nickl & Partner, das unter anderem für die Planung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz in Würzburg verantwortlich zeichnet, nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf einen Parforceritt durch die Geschichte der Krankenhaus-Architektur. „Heute streben wir nach patienten- und personalzentrierten Gebäuden. Außerdem müssen zukunftsfähige Krankenhäuser für den technischen und medizinischen Fortschritt sowie die Herausforderungen des Klimawandels gerüstet sein“, erläuterte die Professorin.

Verantwortung bei der Planung der großen Neubauten

Diese architektonischen Zukunftsüberlegungen sind für das UKW hochrelevant, schließlich sollen in den nächsten Jahren auf einem nördlich des bisherigen Klinik-Campus‘ gelegenen Gelände Neubauten für die Kopfkliniken sowie ein Zentrum Frauen-Mutter-Kind entstehen. Mitte Oktober dieses Jahres wurden die Preisträger im entsprechenden Planungswettbewerb gekürt. „Gerade der Blick auf die immense Tragweite der Inbetriebnahme des Luitpoldkrankenhauses vor 100 Jahren macht deutlich, wie groß unsere Verantwortung für eine möglichst weitsichtige und intelligente bauliche Planung ist“, unterstrich Prof. Maschmann.

Festschrift zum Jubiläum des Luitpold-Campus

Anlässlich des Jubiläums „1921 – 2021: Vom Luitpoldkrankenhaus zum Luitpold-Campus“ hat das Uniklinikum Würzburg eine 112-seitige, reichbebilderte Festschrift herausgebracht. Erstellt wurde die Publikation vom Arzt und Medizinhistoriker Dr. Andreas Mettenleiter. Sie kann als PDF eingesehen und heruntergeladen werden unter www.ukw.de/100.

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