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Streiter für Freiheit und Vernunft: „Poesie des Logos“ von Jean Weselbach

Jean-Weselbach

Jean Weselbach: "Poesie des Logos"

Er lebt in Würzburg, denkt und dichtet aber überall: Der Autor Jean Weselbach, vielseitig gebildet und philosophisch geprägt, zählt zu den geistreichsten Schriftstellern der Region. Vor kurzem hat er sein neuestes Werk veröffentlicht: den Band „Poesie des Logos“, erschienen im Nibe Verlag (14,95 Euro zzgl. Versandkosten, 132 Seiten, www.nibe-media.de).

In seinem Werk „Poesie des Logos“ setzt Autor Weselbach auf das, was seiner Ansicht nach wohl den Menschen erst zum Menschen macht: auf die Vernunft. Weselbach vertraut der Vernunft der Menschen, dem so genannten „Logos“. Auf dieser Grundlage hat er die „Logosophie“ entwickelt, eine spezielle Denkrichtung der Philosophie, die Freiheit und Vernunft vereint. Eine Idee, die angesichts von Corona-Demonstrationen hierzulande, Rassismus in den USA (und ebenfalls hierzulande), dem Aufstreben von Diktaturen überall, dem Rückzug der Kirche (Weselbach stellt die Frage nach der „Abschaffung Gottes“) und vieler anderer deprimierender Zeichen der Zeit fast schon nach dem sprichwörtlichen Pfeifen im Walde der Dystopie klingt.

An das Gute im Menschen glauben

Trotzdem soll man Weselbach pfeifen lassen. Denn es ist ermutigend, dass es tatsächlich immer noch Autoren gibt, die an das Gute im Menschen glauben. Diesem Glauben verleiht Weselbach in seiner ihm eigenen Melange aus Essay, Poesie und Aphorimus Ausdruck. Das liest sich nicht immer wie Champagner. Gleichwohl sind es oft die sperrigen Gedanken, die im Hirn des Lesers hängenbleiben. Trotz des Wortes „Poesie“ im Titel serviert Weselbach also auch in seinem aktuellen Buch keine leicht zu konsumierenden Texte fürs Poesiealbum. Lesenswert ist „Poesie des Logos“ aber allemal. Dabei sind, auch das ist typisch, Weselbachs Wahrheiten immer nur Teilwahrheiten: „Sie verstehen sich nicht als Weltanschauung, sondern sozusagen als Anschauung der Welt“, sagt der Autor.

Jean-Weselbach
Jean Weselbach.

Jean Weselbach, geboren (1952) und aufgewachsen in Heidenheim/Brenz, studierte Katholische Theologie, Philosophie und Anglistik an den Universitäten Würzburg, Tübingen, München, Nottingham und Cambridge (GB). Ausgestattet mit schwäbisch-filigraner Akribie und Akkuratesse sowie mainfränkischem Savoir-Vivre, wirkte der Autor viele Jahre im Bildungsbereich (Gymnasium, Fachhochschule und Universität). Weitere Veröffentlichungen: „Euphorismen. Eine Reflexionszonenmassage“ (2001), „Das Wort will Wirklichkeit“ (2005), „Der Gedanke steht im Wort“ (2010) sowie „Philosophia Poetica – Eine Lebenslyrik“ (2019). Des Weiteren diverse Essays und über 60 Sinnspruchkarten. Im deutschen lyrik verlag (dlv) erschien 2015 der Gedichtband „Ein (Mani-)Fest der Poesie“ und 2017 „EUtopia – Land der Poesie“.

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