Klopapier als Beute: Würzburger Seniorin legt Schockanrufer rein

Bild von lyperzyt auf Pixabay

Seniorin narrt Trickbetrüger mit Klorollen und Gurkengläsern: Schockanrufer erst reingelegt und dann verhaftet

Mit einem typischen Schockanruf hatten Betrüger versucht, eine Würzburger Seniorin um ihr Vermögen zu bringen. In diesem Fall sind die Täter jedoch an die Falsche geraten – sie erbeuteten lediglich Toilettenpapierrollen und leere Gurkengläser. Da die Dame den versuchten Betrug frühzeitig durchschaut hatte, informierte sie die Polizei, die die Schockanrufer noch in Wohnortnähe vorläufig festnehmen konnte.

Tochter hat angeblich Unfall verursacht – aber die Seniorin hatte gar keine Tochter…

Auch dieser Fall begann mit den leider weiterhin verbreiteten Anrufen aus kriminellen Callcentern. Die Anrufer verlangten von der Seniorin Geld, da ihre Tochter angeblich einen schweren Verkehrsunfall verursacht haben soll. Knackpunkt an der Geschichte war nur, dass die Angerufene keine Tochter hat. Sie ließ sich auf das falsche Spiel ein und vereinbarte die Übergabe von Geld und Schmuck vor ihrer Haustür an einen Abholer. Noch während der ersten Telefonate benachrichtigte sie eine Bekannte, welche die Polizei über das weitere Vorgehen der Täter informierte.

Als die Täter immer stärker auf eine sofortige Geldübergabe drängten, packte die rüstige Seniorin kurzerhand Toilettenpapierrollen und leere Gurkengläser in eine Tasche und übergab sie dem Abholer.

Bauarbeiter werden stutzig und verfolgen die Betrüger

Zwei Bauarbeiter, die vor dem Haus mit Arbeiten beschäftigt waren, beobachteten die Übergabe, wurden stutzig und reagierten ebenfalls goldrichtig. Die Männer informierten unverzüglich die Polizei und nahmen aus sicherer Entfernung die Verfolgung von mittlerweile zwei Tatverdächtigen auf. Das hervorragende Zusammenspiel zwischen der Seniorin, den Bauarbeitern und der Polizei führte schließlich zur vorläufigen Festnahme von zwei Männern im Alter von 22 und 15 Jahren.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft führte die Kripo Würzburg die Tatverdächtigen dem Ermittlungsrichter vor. Dieser folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg und erließ jeweils einen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Betruges. Im Anschluss kamen die Beschuldigten in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten.

Achtung Schockanrufer: Was tun, wenn kriminelle Callcenter anrufen?

Aufgrund der weiterhin hohen Fallzahlen im Bereich „Callcenterbetrug“ und dem damit verbundenen finanziellen Schaden, aber auch den psychischen Folgen für die Betroffenen, hat sich das Polizeipräsidium Unterfranken Ende 2020 dazu entschieden, zum Schutz der Opfer auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit nochmals aktiv zu werden und die Präventionskampagne “Leg´auf!” gestartet.

Das Ziel dieser Kampagne ist es, insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über die Phänomene wie „Enkeltrickbetrug“ und „Falsche Polizeibeamte“ und „Schockanrufe“ zu informieren, zu sensibilisieren und Verhaltenstipps zu geben. Die wichtigsten Botschaften sind:

  • Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.
  • Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben!
  • Übergeben Sie kein Geld an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen!
  • Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen. Aber: Bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl)!
  • Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen!

Weitere Info: https://www.polizei.bayern.de/unterfranken/schuetzenvorbeugen/senioren/index.html/322685

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

X