Parkgebühren auf der Talavera: Bündnis schlägt reduzierten Einführungstarif vor

Bündnis „Besser leben im Bischofshut“ schlägt reduzierte Parkgebühren für eine Übergangszeit vor – Stadtratssitzung am Donnerstag – Pläne für Bewirtschaftung der Talavera stoßen auf massive Kritik

Parkgebühren auf der Talavera: Für die ersten Jahre der Bewirtschaftung des Talavera-Parkplatzes schlägt das Stadtrats-Bündnis „Besser Leben im Bischofshut“ mit den Fraktionen von Grünen, Linken, FW-FWG und FDP/Bürgerforum sowie mit Stadträtinnen und Stadträten von ÖDP, WL und ZfW einen reduzierten Einführungs-Tarif vor. So soll der Halbstunden-Tarif von den ursprünglich geplanten 50 Cent auf 30 Cent abgesenkt werden. Der Tages-Höchsttarif soll 9 Euro statt 12 Euro betragen. Einen entsprechenden Änderungsantrag reicht das Bündnis für die Stadtratssitzung am Donnerstag ein.

„Für eine Übergangszeit soll der Einführungstarif den bisherigen Nutzerinnen und Nutzern des Talavera-Parkplatzes hinreichend Möglichkeit zur Umstellung und der Suche nach eventuellen Alternativen geben“, so Sandra Vorlova, Vorsitzende der Grünen Fraktion. „Dieser Übergangszeitraum, sowie die gut vier Monate bis zum Bewirtschaftungsbeginn, sollten außerdem genutzt werden, um zwischen Stadtverkehrsgesellschaft [SVG], der Würzburger Straßenbahngesellschaft [WSB] und Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern Jobticket-Modelle zu entwickeln“, so Josef Hofmann, Vorsitzender der FW-FWG-Fraktion. „Diese könnten zum Bespiel eine reine Nahverkehrs-Nutzung oder Park & Ride-Nutzung sein, die Einpendler*innen den Umstieg auf den Öffentlichen Nahverkehr [ÖPNV] erleichtern und auch wirtschaftlich attraktiv machen“, ergänzt Sebastian Roth, Vorsitzender der Fraktion Die Linke.

„ÖPNV-Angebot deutlich verbessern“

Das Bündnis „Besser leben im Bischofshut“ (BliB) geht davon aus, dass Stadt und Landkreis mit Hochdruck ihr ÖPNV-Angebot deutlich verbessern werden. Mit dem Einstieg in das Busnetz Plus habe die Stadt bereits vorgelegt. Ebenso sieht das Antragspaket des BliB-Bündnisses eine baldige erste Taktverdichtung der Straßenbahn vor, mit dem Ziel in den nächsten Jahren eine Verdichtung der Straßenbahn auf einen 10-Minuten-Takt zu erreichen. Dies sei bereits mit einstimmigen Stadtratsbeschlüssen hinterlegt.

Genauso sei im Interkommunalen Ausschuss von Stadt und Land jeweils mit großen Mehrheiten eine erhebliche Verbesserung des Busnetzes und insbesondere der Verknüpfungen zwischen Bus und Straßenbahn an Endhaltestellen der Straßenbahn und zentralen Verknüpfungspunkten beschlossen worden. Das Bündnis sieht hier WSB und WVV, APG und das Kommunal-Unternehmen sowie die Gremien in Stadt und Land in der Pflicht Verbesserungen des ÖPNV auch zeitnah durch- und umzusetzen.

„Wir sind davon überzeugt, dass wir unser Konzept „Besser leben im Bischofshut“ mit Konsequenz, Augenmaß und gemeinsamer Anstrengung zügig in den nächsten Jahren umsetzen werden“, so Raimund Binder, ÖDP. „Wir werden das Konzept für mehr Aufenthalts- und Lebensqualität im Bischofshut bei Erhalt und Stärkung der Erreichbarkeit der Würzburger Innenstadt für Alle zum Erfolg führen“, so Charlotte Schloßareck und Joachim Spatz, FDP/Bürgerforum-Fraktion. „Hierzu sind wir im Bündnis entschlossen und stehen zusammen für unser gemeinsames Konzept“, so Lukas Weidinger, Vorsitzender der Grünen Fraktion abschließend.

Die Stadtratsfraktionen von CSU und SPD, Landrat Thomas Eberth und auch viele Unternehmer hatten zuletzt deutliche Kritik an den geplanten Parkgebühren auf der Talavera geübt und von einem übereilten Schritt gesprochen. Eine Petition hatte binnen kürzester Zeit mehrere tausend Unterschriften gegen Parkgebühren auf der Talavera gesammelt.

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