Nissan Juke im Autotest: Kleiner Flitzer mit breiten Schultern

Nissan Juke 1.0 DIG-T Tekna: In England gebauter Japaner mit eigenständigem Design, das polarisiert. Foto Thomas G. Zügner

wob-Autotest: Der neue Nissan Juke 1.0 DIG-T Tekna überzeugt als kultivierter Dreizylinder-Turbobenziner

Das Herz des neuen Nissan Juke 1.0 DIG-T Tekna ist ein Dreizylinder-Turbobenziner, der im Vergleich zum Vorgängermodell an Zugkraft zugelegt hat. Weitere Merkmale sind das markante Design und die Tatsache, dass die Passagiere trotz der kompakten Abmessungen recht bequem unterwegs sind. Auch diese Frage gilt es also im wob-Autotest zu klären: Ist der Nissan Juke innen etwa größer als außen?

von wob-Testpilot Thomas G. Zügner

Design: Das eigenständige Design des Nissan Juke 1.0 DIG-T Tekna hat seine Fans: Gleich nach dem etwas größeren Qashqai ist der Juke das zweitbeliebteste Nissan-Modell in Deutschland. Scharfe Kanten, Falze und Sicken dominieren beim Juke ebenso wie opulente Rundungen. Die markante Seitenlinie zieht sich bis in die massiv ausgeprägten Schultern. Eine fette U-förmige Chromspange ziert den Kühlergrill. Die kugelrunden Scheinwerfer tragen ein LED-Motiv wie ein dreiflügliger Rotor.

Das mit einer Länge von 4,21 m im Grenzbereich zwischen Kleinwagen und Kompaktklasse angesiedelte SUV wirkt auf den ersten flüchtigen Blick wie ein Zweitürer. Denn die Griffe der Fondtüren verstecken sich raffiniert im hinteren Bereich der Seitenfenster. So wirkt der im englischen Sunderland gebaute Japaner in seiner zweiten Generation wie eine Mischung aus etwas SUV, etwas Coupé und etwas Schräghecklimousine.

Innenraum: Trotz der recht kompakten Abmessungen fühlen sich die Insassen kommod untergebracht. Auch hinten im Fond ist die Kniefreiheit zumindest für zwei Personen in dieser Fahrzeugklasse akzeptabel, was übrigens auch für die Luft über dem Scheitel der Mitfahrer gilt.

Der Kofferraum fasst je nach Position der Rücksitzlehne zwischen 422 und 1.305 Liter. Ist diese umgeklappt und der doppelte Laderaumboden in oberer Position, entsteht eine weitgehend ebene Fläche zum Beladen.

Mehr Temperament im Sport-Modus

Antrieb: Statt bislang 117 stehen jetzt „nur“ noch 114 PS zur Verfügung, was aber bei den Fahrleistungen vermutlich nur im direkten Vergleich und einer Stoppuhr in der Hand wirklich auffallen dürfte. Dafür legte der gerade einmal 1,0 Liter große Dreizylinder-Turbobenziner bei der Zugkraft von 180 auf 200 Nm zu. Auffällig ist allerdings, dass die Anpassungsbemühungen an die aktuelle Abgasnorm den Verbrauch des Direkteinspritzers um die Menge eines über den Eichstrich gefüllten Weinschoppenglases nach oben getrieben haben.

Fahrbetrieb: Mit dem überarbeiteten Dreizylinder ist der japanische Brite fahrdynamisch auf der ruhigen Ebene unterwegs. Im Sport-Modus legt das Auto dann durch den Einfluss auf Motorsteuerung und Lenkung sowie das Ansprechverhalten beim Beschleunigen eine Schippe Temperament drauf. Insgesamt steht die Laufkultur des „dreitöpfigen“ Aggregats einem Vierzylinder kaum nach. Bei höheren Geschwindigkeiten dominieren sogar klar die um die Karosserie tobenden Windgeräusche.

Technikcheck: Nissan Juke 1.0 DIG-T Tekna

  • Motor: 3-Zylinder-Turbobenzinerl, 999 ccm, 114 PS
  • Antrieb: Vorderrad
  • Länge/Breite/Höhe: 4210/1800/1595 mm
  • Gewichte: leer 1262 kg; gesamt 1700 kg
  • Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h: 10,57 sec.; Vmax: 180 km/h
  • Verbrauch: WLTP-Norm 6,0 l; wob-Test 6,69 l Liter Super/100 km (Tank 46 l)
  • Preis: 27.150 Euro

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