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Würzburg & Landkreis

Malteser: Nur wenige Senioren nutzen kostenlosen Einkaufsdienst

Der Malteser-Stadtbeauftragte Joachim Gold appelliert dringend an Senioren, Erkrankte und andere Risikogruppen, Einkaufsdienste wie den der Malteser Würzburg in Anspruch zu nehmen – zum eigenen Schutz. Foto © Theresa Gold

Viel Resonanz auf ihr Angebot des kostenlosen Einkaufsservices haben die Malteser Würzburg in den vergangenen vier Wochen verzeichnet. Leider seien unter den Interessenten nur wenige Senioren, Erkrankte und Mitglieder anderer Risikogruppen.

Rund 350 Menschen jeglichen Alters haben sich laut Joachim Gold, ehrenamtlicher Stadtbeauftragter, gemeldet. „Zunächst dachten wir, dass es vielleicht an der ungewöhnlichen Telefonnummer liegen könnte, die manch einen abschreckt“, erzählt Gold. Aber die Beobachtungen sprächen dagegen. Viele Senioren seien immer noch in den Läden unterwegs, um sich für den täglichen Bedarf einzudecken.

Es sei natürlich verständlich, wenn man dies als einzige Möglichkeit sieht, aus den eigenen vier Wänden herauszukommen und andere Menschen zu sehen, aber „es ist schlicht immer noch sehr gefährlich für die Risikogruppen“, betont der Stadtbeauftragte.

Maskenpflicht schützt in erster Linie die anderen

Auch die Maskenpflicht, die ab nächster Woche in Kraft tritt, diene ja in erster Linie dem Schutz der Mitmenschen. „Daher appellieren wir Malteser dringend an Menschen aus Risikogruppen, nicht selber einkaufen zu gehen, sondern unbedingt Hilfe anzunehmen, die die Malteser oder auch Nachbarn und Freunde anbieten“, sagt Gold. Inzwischen haben die Malteser nach eigenen Angaben rund 60 Senioren an je einen Malteser-Freiwilligen vermittelt, der für sie einkauft oder Botengänge zur Post oder Apotheke erledigt.

Partnerschaften über die Coronazeit hinaus

„Wir versuchen immer, möglichst wohnortnah zu vermitteln, damit sich richtige Partnerschaften entwickeln können, die vielleicht sogar über die Coronazeit hinaus Bestand haben“, erklärt Barbara Griesbach, die die Helfer koordiniert. „Aber die Zahl derjenigen, die einen solchen Dienst in Anspruch nehmen sollten, müsste doch sehr viel höher sein“, ist sich Griesbach sicher. Viele der Helfer, die sich in den ersten Wochen gemeldet haben, sind zum Teil in einem anderen der neuen Angebote aktiv, wie dem Tafel-Ersatz-Dienst oder dem Telefonbesuchsdienst „Erzähl doch mal“. Viele warten auch noch auf ihren ersten Einsatz im Malteser-Einkaufsdienst.

Dieser ist unter der Telefonnummer 0700/62 58 37 37 montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr erreichbar. Alle weiteren Kontakte erfolgen direkt mit dem Einkaufshelfer. Dieser erste Anruf kostet aus dem deutschen Festnetz 6,3 Cent je 30 Sekunden, Mobilfunkkosten können abweichen. Persönlicher Kontakt wird beim Einkaufen vermieden, die Bezahlung erfolgt ausschließlich bar. Die Malteser kaufen in haushaltsüblichen Mengen für die Grundversorgung ein und holen auch benötigte Medikamente in der Apotheke ab. Selbstverständlich beachten die Malteser dabei die Hygienevorschriften des Robert-Koch-Instituts, weshalb auch eine Begleitung zum Einkauf nicht möglich ist. (POW)

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