Wenn der Mainschiffer Paddelboot-Slalom fahren muss

Der Main aus der Perspektive der Wasserschutzpolizei.

Würzburger Wasserschutzpolizei meldet immer wieder alkoholisierte Freizeitkapitäne und überladene Mietboote auf dem Main

Das wunderbare Wetter lockt viele Sonnenhungrige an den Main. So herrscht reger Schwimm-, Paddel- und Mietboot-Betrieb auf dem Fluss – allerdings ist der Main auch eine wichtige Bundeswasserstraße. Auf der findet auch an Wochenenden und Feiertagen Berufsschifffahrt statt – rund um die Uhr.

Die Mainschiffer können aufgrund des Aufbaus ihrer Schiffe den unmittelbaren Bereich vor ihrem Fahrzeug nicht einsehen. In diesem Sichtschatten kommt es immer wieder zu lebensgefährlichen Situationen – insbesondere wenn die Fahrrinne, welche für die Berufsschifffahrt freizuhalten ist, durch Freizeitkapitäne, Schwimmer, Stand-Up-Paddler und Luftmatratzen- oder Schwimmringnutzer versperrt wird. Viele Freizeitsportler unterschätzen überdies die Geschwindigkeit der Berufsschifffahrt. Auch geht von deren Fahrzeugen eine immense Sogwirkung aus. Darüber hinaus wird die volle Breite des Fahrwassers benötigt, wenn sich zwei Schiffe der Berufsschifffahrt begegnen.

Die Wasserschutzpolizei Würzburg musste in den letzten Tagen mehrfach die Fahrrinne frei räumen. Wer die Fahrrinne blockiert, muss grundsätzlich mit einem Bußgeld rechnen. Allerdings ist das aufgrund der Einsicht der Freizeitsportler entbehrlich, wie die Polizei mitteilt.

Alkohol am Mietboot-Ruder: schlechte Idee

Main-Mietboot
Gefährlich: Die Fahrrinne auf dem Main muss freigehalten werden – denn einen Zusammenstoß zwischen Schlauchboot und Frachtschiff „gewinnt“ eigentlich immer das Frachtschiff.

Am vergangenen Wochenende allerdings wurde bei der Kontrolle eines Mietbootes festgestellt, dass der 39-jährige Schiffsführer alkoholisiert war. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab einen Wert von 0,33 mg/l. Die Weiterfahrt wurde unterbunden. Da seine Begleiter erheblich mehr als der Betroffene alkoholisiert waren, musste das Boot vom Vermieter abgeholt werden. Den Capitano erwartet jetzt ein Bußgeld in Höhe von 350 bis 2.500 Euro.

Bei der Kontrolle eines weiteren Mietbootes wurde festgestellt, dass sich auf diesem anstatt der erlaubten zwölf Fahrgäste insgesamt 14 Passagiere aufhielten. Gegen die 25-Jährige, welche das Mietboot auf den Main herumsteuerte, wurde ein Verfahren eingeleitet, welches mit einem Bußgeld in Höhe von 75 Euro je überzähligem Fahrgast, mindestens jedoch mit 750 Euro bewehrt ist.

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