Klinikpersonal: Forderungen nach Aus für Impfpflicht

Die einrichtungsbezogene Impfpflicht ist weiterhin umstritten. Foto Sven Hoppe/dpa

Andrew Ullman: „Impfpflicht in Kliniken kann bei sehr hoher Impfrate entfallen“

Die Impfpflicht für Personal in Kliniken und Pflegeheimen kann nach Ansicht des FDP-Gesundheitsexperten Andrew Ullmann bei einer sehr hohen Impfrate entfallen. Dann könne auf die Fortsetzung einer einrichtungsbezogenen Impfpflicht verzichtet werden, sagte der FDP-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“. Diese Impfpflicht sei noch während der Delta-Variante eingeführt worden. „Der Schutz vor einer Übertragung des Coronavirus war mit dieser Variante noch deutlich höher“, argumentierte Ullman, Professor für Infektiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Impfempfehlung müsse natürlich aufrechterhalten werden.

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, bekräftigt die Forderung, auf die Impfpflicht für das Personal zu verzichten. „Wir fordern die sofortige Aussetzung“, sagte Gaß. Den Beschäftigten in den Krankenhäusern sei nicht zu vermitteln, warum sie bei fehlender Impfung Tätigungsverbote erhalten, während ein Großteil ihrer Covid-Patienten ungeimpft sei.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek betonte: „Eine einseitige Verpflichtung der Beschäftigten ist nicht nur unfair, sie ist meines Erachtens auch nicht verhältnismäßig.“ Sie sei immer nur als erster Schritt hin zu einer allgemeinen Impfpflicht gedacht gewesen.

Ein fraktionsübergreifender Entwurf für eine allgemeine Impfpflicht war Anfang April im Bundestag klar gescheitert. Bereits seit Mitte März greift eine Impfpflicht für Beschäftigte in Einrichtungen für besonders zu schützende Gruppen wie Kliniken und Pflegeheime. (dpa)

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