Die Kultur ist zurück: Stadt Würzburg übergibt Kulturpreis 2020

Ausgezeichnet: Die Kulturpreis- und Förderpreisträger mit Oberbürgermeister Christian Schuchardt (von links): Steffen Zeller für das Festival Neues Lied, Kim Hertinger, Elvira Lantenhammer, Birgit Süß, Dominik Blenk, Florian Glemser, Hussien Mahmoud und Kulturreferent Achim Könneke. Foto Christian Weiß

Kulturpreis 2020 – OB: „Ohne Künstlerinnen und Künstler wäre Würzburg um vieles ärmer“

Zwei Jahre lang mussten die Ehrungen der Kulturpreis- wie auch der Kulturförderpreisträger aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Zwei Jahre, in denen die Kulturbranche wie kaum eine andere Branche existentiell betroffen war und „noch Jahre an Long-Covid leiden wird“, wie Würzburgs Kulturreferent Achim Könneke feststellte: „Es ist nicht vorbei. Festivals stehen auf der Kippe, und die Gunst und Zeit des Publikums muss hart zurückerobert werden. Absehbar ist, dass es ein Langstreckenlauf wird.“

Deshalb gelte es, die Dauerpflege der Künste und Kultur in Würzburg zu stärken und für auskömmliche und motivierende Rahmenbedingungen einzustehen, so Könneke. Denn gerade Künstlerinnen und Künstler bereicherten mit ihrer Arbeit unsere Gesellschaft und fördern nachhaltig die Lebensqualität sowie das kulturelle Profil und die Identität unserer Stadt, betonte Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Deshalb sei mit dem Kulturpreis ein großer Dank der Stadt Würzburg verbunden, denn ohne Künstlerinnen und Künstler wäre Würzburg um vieles ärmer.

Kulturpreis 2020 für Elvira Lantenhammer und Birgit Süß

Den Kulturpreis 2020 überreichte Schuchardt der Künstlerin Elvira Lantenhammer. Sie zeichne sich als Malerin seit Jahren durch ein Werk aus, das im höchsten Maße eigenständig für sich selbst stehe und auch überregional viel Anerkennung gefunden habe.

Als Restauratorin vor ihrem Kunststudium habe Lantenhammer im Dienst der Werke gestanden, jetzt als Künstlerin erschaffe sie eigene Kreationen, erläuterte Laudator Jochen Meister. Ihre Malkunst beziehe dabei ihre Energie aus der Kraft der Farben. Bei ihren Lageplänen – von denen manche bei einem Stipendium in Würzburgs japanischer Partnerstadt Otsu entstanden sind – habe die japanische Tradition ihre Seele inspiriert.

Als zweite Kulturpreisträgerin wurde an diesem Abend Birgit Süß ausgezeichnet. Süß ist als Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin bekannt, aber auch als Autorin und Produzentin. Mit diversen Kabarettproduktionen und Auftritten begeistert sie seit Jahren auch als Solo-Künstlerin ihr Publikum. „Birgit Süß beeindruckt ihr Publikum mit ihrer Bühnenpräsenz, ihrem kabarettistischen Witz und ihrem musikalischen Können und zählt damit zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der Musikkabarett- und Kleinkunsttheaterszene Deutschlands“, so Schuchardt.

„Birgit Süß ist Punkband-Sängerin, Sprachrohr, Frauenrechtlerin, Gegen-Rechts-Anwältin“, zählt Laudatorin Homaira Mansury nur einige Rollen der Künstlerin auf. Süß gebe vielen Frauen, die nicht gesehen werden, Sichtbarkeit. Sie ist eine Künstlerin, die Stereotype zurechtrückt, „sie ist laut, schrill und nicht zu überhören.“

Sechs Förderpreise

Neben den Kulturpreisen vergab die Stadt Würzburg an diesem Galaabend auch sechs Förderpreise. Ein Förderpreis ging an die Filmemacherin Kim Fabienne Hertinger. Sie setzt mit ihrem Erstlingswerk nicht nur als Regisseurin besondere filmkünstlerische Akzente. Sie hat auch eine wichtige Thematik des Kurzfilms – der Umgang mit Menschen, die unter dem Korsakow-Syndrom leiden – einem großen Publikum bekannt gemacht und wurde dafür mit zahlreichen internationalen Filmpreisen ausgezeichnet.

Weitere Förderpreise gingen an das Pianisten-Ehepaar Franziska und Florian Glemser, das Festival „Neues Lied“ der Initiatorin Esthea Kruger und an den Musiker Hussein Mahmoud, den Tänzer Dominik Blenk und die Musikerin Hannah Solveij Gramß.

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