Die Krötenwanderung in Bayern – Lebensgefährliche Hochzeitsreise

Amphibien wie diese Erdkröten marschieren in den nächsten Wochen zu Zehntausenden durch den Landkreis. Foto U. Meßlinger

Krötenwanderung: BUND Naturschutz Bayern hilft in Fröschen und Kröten auf dem Weg zu ihren Laichgebieten


Zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer werden jetzt in Bayern aktiv bei der Krötenwanderung und bauen Schutzzäune auf, um Fröschen und Kröten vor dem Tod auf der Straße zu bewahren. Die bayernweite Aktion rettet jährlich 500.000 bis 700.000 Amphibien das Leben.

„Ab einer nächtlichen Temperatur von circa 5 Grad Celsius und insbesondere bei feuchtem Wetter wandern die fortpflanzungsbereiten Amphibien massenweise zu ihren Laichgewässern. Dabei müssen sie häufig Straßen queren“, weiß Armin Amrehn, 1. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Würzburg.  Deshalb sind nun wieder die ehrenamtlich Aktiven des BUND Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren jeden Abend und oft auch morgens die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite. Beim Aufbau der Zäune werden die Aktiven oft auch von Straßenbauämtern und Gemeinden unterstützt.

 Bis Ende April muss man auf unseren Straßen mit Amphibien rechnen oder mit Menschen, die zu deren Schutz in den Morgen- und Abendstunden aktiv sind. Knapp 100 Ehrenamtliche sind an den acht vom BUND Naturschutz betreuten Standorten im Landkreis und der Stadt Würzburg im Einsatz, um die Tiere vor dem Straßentot zu bewahren.

Amphibien leiden unter trockenen Sommern

Traurigerweise stellen immer mehr Helfer in den letzten Jahren fest, dass an vielen Übergängen die Anzahl der Tiere in den Fangeimern sinkt. Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BUND Naturschutz Würzburg warnt: „Wenn wir nicht entschieden gegen die Klimakrise vorgehen, werden die trockenen Sommer und Frühjahre, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, zur Regel. Selbst Allerweltsarten wie Erdkröte und Grasfrosch könnten dann zu einem seltenen Anblick werden.“

Für den Schutz der Amphibien, die aufgrund ihrer schnell austrocknenden Haut auf Feuchtigkeit angewiesen sind, müssen die Gewässer im Landkreis geschützt oder renaturiert und feuchte Wiesen und Weiden erhalten werden. „Viele Amphibien können wir vor dem Straßentod retten. Aber das hilft langfristig nur, wenn auch ihre Lebensräume erhalten werden“, so Steffen Jodl.

Autofahrer aufpassen!

Der BN bittet alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme:

– Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen.

– Achten Sie an den Stellen, an denen Amphibienzäune errichtet sind, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln.

– Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind. Auch wenn Tiere nicht direkt überfahren werden, kann der Druck unter dem Fahrzeug schon die Tiere bei Tempo 30 töten!

Im Landkreis Würzburg sind vor allem folgende Straßenabschnitte betroffen:

– Remlingen – Birkenfeld

– Randersacker – Lindelbach

– Randersacker – Gerbrunn

– Rimpar – Güntersleben – Gramschatz

– Kist – Reichenberg und Kist – Gerchsheim

– Greußenheim – Hettstadt, Uettingen und Oberleinach

– Leinach – Zellingen

– Erlach – Kaltensondheim

– Limbachshof – Kist

– Heidingsfeld – Winterhausen

– Margetshöchheim – Erlabrunn

– Ochsenfurt – Markbreit

Auch in der Stadt Würzburg sind mehrere Wanderstrecken bekannt, so in Dürrbach (Kreisstraße und Schafhofstraße), im Steinbachtal, am Leutfresserweg, an der Giebelstädter Steige sowie in der Berner Straße (Bereich Seelein).

  • Sie wollen auch aktiv mithelfen? Hier finden Sie alle Informationen.
  • BUND Naturschutz blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2021 in Würzburg zurück

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