Deutliches Signal gegen Antisemitismus in Würzburg

Der Menora-Leuchter im Würzburger Kiliansdom ist sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit den älteren Glaubensgeschwistern. Foto © Markus Hauck (POW)

„Wer Euch angreift, greift uns an“: Weihbischof Ulrich Boom versichert jüdische Gemeinde bei Kundgebung gegen Antisemitismus am Unteren Markt in Würzburg der Solidarität der katholischen Kirche

Ein deutliches Signal gegen Antisemitismus hat Weihbischof Ulrich Boom bei einer Kundgebung auf dem Unteren Markt in Würzburg gesetzt. An der Veranstaltung am Sonntag, 16. Mai, zu der die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Würzburg aufgerufen hatte, nahmen rund 100 Personen teil. Neben Vertretern von katholischer und evangelischer Kirche waren auch zahlreiche Politiker sowie Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, anwesend.

„Das Abreißen oder Verbrennen von Fahnen des Staates Israel und Angriffe auf jüdische Glaubenshäuser, die Synagogen, sind Angriffe auf Menschen jüdischen Glaubens in unserer Gesellschaft“, sagte der Weihbischof. Wo so etwas geschehe, würden Menschen angegriffen und ihnen der Glaube und das Vertrauen genommen, dass sie in Deutschland sicher seien.

„Es darf nicht zugelassen werden, dass ein politischer Konflikt mit religiösem Fanatismus verbunden und aufgeladen wird. Angriffe auf Synagogen sind purer Antisemitismus, der mit nichts zu rechtfertigen ist“, zitierte der Würzburger Weihbischof den Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Weihbischof Boom betonte, dass die katholische Kirche an der Seite der jüdischen Gemeinden stehe. „Die Menschen jüdischen Glaubens sind unsere älteren Schwestern und Brüder.“ Wo Jüdinnen und Juden in der Gesellschaft angegriffen würden, werde auch der Rechtsstaat attackiert. Den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern rief Weihbischof Boom zu: „Wer Euch angreift, greift uns an. Wir stehen auf gegen Antisemitismus in unserer Stadt und unserem Land.“

Zum Abschluss der Kundgebung gegen den Antisemitismus in Würzburg sprachen Weihbischof Boom und der evangelische Stadtdekan Wenrich Slenczka ein Friedensgebet. (POW)

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