Abarth 595: Spritzige Rennsemmel im wob-Fahrbericht

Der matte Blauton ist dem Competizione-Modell vorbehalten: Abarth 595. Foto Abarth

wob-Fahrbericht: Der neue Abarth 595 bietet eine Vielzahl an extravaganten Individualisierungen

Sie ist der scharf motorisierte Überflieger des Fiat 500. Im Markenlogo der Baureihe Abarth 595, die aus insgesamt acht Modellen (vier Limousinen und vier Versionen unter der Bezeichnung Cabrio mit bis zur Heckscheibe öffnendem Stoffverdeck) besteht, räkelt sich der giftige Skorpion. Zum neuen Modelljahr erhielt der kleine Flitzer in erster Linie eine optische Überarbeitung mit neuen Farben, aber auch einem leicht veränderten Design des Innenraums. Ob der Abarth 595 auch auf der Straße überzeugt, lesen Sie in unserem Fahrbericht.

Von wob-Testpilot Thomas G. Zügner

Möglichkeiten für teilweise extravagante Individualisierungen stehen bei der Abarth-Baureihe weit im Vordergrund. So kann beispielsweise der 595 Competizione für 1.000 Euro Aufpreis exklusiv in einem matten Blauton lackiert werden. Mit dieser Farbe erinnern die Italiener an den in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre in einer Stückzahl von nur 400 Exemplaren gebauten Fiat 131 Abarth Rallye, der drei Markenweltmeisterschaften einfuhr, darunter den letzten Titel mit dem legendären Walter Röhrl am Steuer. Serienmäßig für den 595 Competizione sind die Leichtmetallräder „Montecarlo“, die auf die Felgen des sechsmaligen Weltmeister-Fahrzeugs Lancia Delta HF Integrale in den 1990er-Jahren anspielen. Gut „zu Gesicht“ stehen dem 595 Competizione spezielle Anbauteile (2.000 Euro) oder das mit feinem Alcantara bezogene Armaturenbrett (450 Euro).

Überaus sportlichen Motorisierungen

Der 595 Competizione war nach Auskunft von Abarth-Sprecherin Anne Wollek im letzten Jahr mit einem Anteil von 24 Prozent der beliebteste Vertreter der sportlichen Kleinwagen-Familie, gefolgt vom „normalen“ 595 mit 23 Prozent, dem 595 Turismo mit 15 Prozent und dem 595 Esseesse mit neun Prozent. Der Rest entfiel auf den inzwischen nicht mehr angebotenen 595 Pista sowie auf diverse Sondermodelle.

Geblieben sind beim neuen Abarth 595 nicht nur das große Zentraldisplay und der kleine, etwas schlecht ablesbare Drehzahlmesser daneben, sondern auch die überaus sportlichen Motorisierungen. Basis ist jeweils der 1,4-Liter-Turbobenziner, der auch für die deutschen und italienischen Rennboliden der Formel 4 als Antriebsquelle dient. Im Abarth 595 leistet das Aggregat bereits 140 PS, im 595 Turismo sind es sogar 165 PS. Die Topaggregate sind in den Versionen 595 Competizione und 505 Esseesse, wo sie stramme 180 PS erwirtschaften.

Italiener bietet jede Menge Fahrspaß

Bei einer Testrunde erwies sich der 595 Competizione als spritzige Rennsemmel, die in manchen Situationen Mühe hat, die unbändige Kraft sauber auf die Fahrbahn zu bringen. Ansonsten aber bietet der maximal 225 km/h schnelle Italiener jede Menge Fahrspaß. Der NEFZ-Normverbrauch von 7,0 Litern Super auf 100 Kilometer liegt gar nicht so weit entfernt, wenn der kleine Italiener nicht ständig „auf letzter Rille“ bewegt wird. Am Ende standen erstaunlich „zivile“ 7,9 Liter auf dem Bordrechner. Gerade bei zügiger Gangart wäre ein sechster Gang sicherlich kein Luxus. Das sportlich-hart abgestimmte Fahrwerk entlarvt schonungslos jeden schlampig aufgebrachten Straßenbelag.

Bei 20.990 Euro beginnt der Einstieg in die Welt des Abarth 595. Stufenweise 3.000 Euro mehr kosten jeweils die 595-Modelle Turismo, Competizione und Esseesse. Für die entsprechenden Cabrio-Varianten, die einen Anteil von 40 Prozent am Modellmix ausmachen, müssen generell 2600 Euro Mehrpreis einkalkuliert werden.

Technikcheck: Abarth 595

  • Motoren: Benziner: 1,4-Liter mit 140, 165 und 180 PS
  • Antrieb: Vorderrad
  • Länge/Breite/Höhe: 3660/1627/1485 mm
  • Fahrleistungen (595 Competizione): 0 bis 100 km/h: 6,7 sec.; Vmax: 225 km/h
  • NEFZ-Normverbrauch (595 Competizione): 7,0 Liter Super/100 km
  • Preise: ab 20.990 Euro

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