Wegen einer TikTok-Challenge hat ein 23-Jähriger in Würzburg eine gefährliche Menge Schmerzmittel genommen. Was die Polizei sagt, was die irrsten Trends auf TikTok sind und wie gefährlich die Online-Plattform sein kann
Ein 23-Jähriger Würzburger nimmt für eine Challenge auf TikTok eine riskante Menge Paracetamol-Schmerztabletten. Danach kommen ihm Zweifel, ob das so clever war – der junge Mann sucht Hilfe in der Uniklinik. Doch bevor Ärzte sich um ihn kümmern können, verschwindet er aus seinem Krankenzimmer.
Die Uniklinik alarmiert sofort die Polizei: Wird der 23-Jährige nicht behandelt, kann das zu lebensgefährlichen Organschäden führen. Die Beamten suchen mit Unterstützung des Krankenhauspersonals nach dem vermissten Patienten – und finden ihn. Kurze Zeit später wird er ärztlich versorgt. Weil sich Hinweise auf eine mögliche psychische Ausnahmesituation ergeben, prüft das Klinikpersonal eine psychologische Begutachtung und anschließende Unterbringung.
Polizei warnt Eltern: Redet mit euren Kindern!
Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor lebensgefährlichen Online- und TikTok-Trends. Solche Mutproben könnten zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod führen. Eltern sollen deshalb mit ihren Kindern ins Gespräch gehen und auf die Gefahren solcher Trends hinweisen.
Außerdem sollten entsprechende Inhalte direkt auf den Plattformen oder bei entsprechenden Stellen (z.B. klicksafe) gemeldet werden. Weitere Infos gibt es hier: www.polizei-beratung.de
Wenn aus Spaß Lebensgefahr wird
Mutproben gibt es unter Jugendlichen schon lange. Durch soziale Netzwerke wie TikTok können daraus jedoch schnell Challenges werden, die sich weltweit verbreiten und von zahlreichen Usern nachgemacht werden. Was als vermeintlicher Spaß beginnt, kann dabei lebensgefährlich enden.
In Hessen starb kürzlich eine 13-Jährige im Zusammenhang mit der sogenannten „Blackout-Challenge“. Sie ist nur eine von mehreren gefährlichen Trends, vor denen Experten und Verbraucherschützer warnen.
„Blackout-Challenge“
Bei der „Blackout-Challenge“ versuchen Teilnehmer, sich selbst die Luftzufuhr abzuschneiden, bis sie das Bewusstsein verlieren. Dabei kann es zu schweren Hirnschäden, Koma oder zum Tod kommen. Die Challenge steht deshalb seit Jahren massiv in der Kritik.
„Deo-Challenge“
Bei der „Deo-Challenge“ wird Deodorant aus kurzer Entfernung und über längere Zeit auf eine Hautstelle gesprüht. Durch die starke Abkühlung können schmerzhafte Hautverletzungen bis hin zu Erfrierungen entstehen. Eine besonders gefährliche Variante besteht darin, Deo-Aerosole einzuatmen. Das kann zu schweren Vergiftungen, Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall zum Tod führen.
„Cinnamon-Challenge“
Bei der „Cinnamon-Challenge“ versuchen Teilnehmer, große Mengen Zimtpulver ohne Wasser zu schlucken. Das Pulver kann dabei in die Atemwege gelangen und Husten, Atemnot oder Entzündungen der Lunge auslösen. Auch andere Pulver-Challenges, etwa mit hochkonzentriertem Koffein, bergen erhebliche gesundheitliche Risiken.
„Hot Chip Challenge“
Bei dieser Challenge geht es darum, einen extrem scharfen Tortilla-Chip zu essen und die Reaktion darauf zu filmen. Die Folgen können weit über ein unangenehmes Brennen hinausgehen: Betroffene berichten von starken Bauchschmerzen, Erbrechen und Kreislaufproblemen. In schweren Fällen kann der Verzehr gesundheitlich gefährlich werden.
TikTok im Visier von Verbraucherschützern und EU
Gefährliche Challenges beschäftigen inzwischen auch Verbraucherschützer und Behörden. Die Europäische Kommission hat mehrfach Verfahren gegen TikTok eingeleitet. Mehrmals eröffnete die Europäische Kommission ein Verfahren gegen die Online-Plattform. Der Vorwurf: Der chinesische Konzern gefährdet mit seiner App „TikTok Lite“ die psychische Gesundheit von Minderjährigen.
Quellen: dpa, t-online.de, chip.de



