Zweimal Bronze in Berlin – Was Lina Zellat vom SV Würzburg 05 zu einer der stärksten Nachwuchsschwimmerinnen der Region macht
Lina Zellat ist 16 Jahre alt, lebt in Kitzingen und schwimmt für den SV Würzburg 05. Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin hat sie gleich zwei Bronzemedaillen geholt.
Wenn ihre Klassenkameraden noch im Bett liegen oder nach der Schule Party machen, hängt sich Lina beim Schwimmtraining rein. Das zahlt sich aus: Jetzt gewann die Leistungsschwimmerin jeweils Bronze über die Distanzen 100 Meter und 200 Meter Schmetterling.
Lina trainiert seit sieben Jahren beim SV Würzburg 05. Aktuell gehört sie zur ersten Leistungsgruppe des Vereins und zählt zu den erfolgreichsten Nachwuchsschwimmerinnen Unterfrankens.
Ihr Coach Robin Rausche ist Cheftrainer beim SV Würzburg 05 und Stützpunkttrainer am Landesleistungszentrum. Dort betreut er die Leistungsgruppen im Nachwuchs- und Spitzensportbereich. Neben seiner Tätigkeit als Trainer engagiert Rausche sich auch organisatorisch für die Weiterentwicklung des Schwimmsports in der Region.
wob – Würzburgs Wochenzeitung hat sich am Beckenrand mit Rausche zum Interview getroffen.
wob: Wie zufrieden sind Sie mit dem Abschneiden Ihrer Schützlinge in Berlin?
Robin Rausche: Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin gelten als die wichtigste nationale Nachwuchsveranstaltung im deutschen Schwimmsport. Hier treffen die besten Schwimmerinnen und Schwimmer jedes Jahrgangs aus ganz Deutschland aufeinander.
Bereits die Qualifikation ist ein großer Erfolg, Medaillen zählen zu den höchsten Auszeichnungen im deutschen Nachwuchssport. Unser Team und Erfolg wächst mit jedem Jahr. In diesem Jahr freuen wir uns über acht Teilnehmer und drei Medaillen.
Wie selten sind solche Talente wie Lina bzw. diese Begeisterung für den Sport?
Rausche: Talent allein ist gar nicht so selten. Viele Kinder bringen gute körperliche Voraussetzungen mit. Selten wird es dann, wenn Talent, Fleiß, Disziplin und die Bereitschaft, über viele Jahre kontinuierlich zu arbeiten, zusammenkommen. Genau das zeichnet Lina aus.
Was mich besonders beeindruckt, ist ihre Begeisterung für den täglichen Trainingsprozess. Sie kommt nicht nur zum Training, wenn es gut läuft oder Wettkämpfe anstehen. Sie arbeitet auch an den Tagen konzentriert, an denen es anstrengend ist oder Fortschritte nicht sofort sichtbar werden. Diese Einstellung findet man nur bei wenigen jungen Sportlern.
Wie schaffen Sie es, die jungen Schwimmer dauerhaft zu motivieren – und was sind da die größten Hürden?
Rausche: Motivation entsteht aus meiner Sicht nicht durch große Reden, sondern durch Fortschritte. Junge Sportler müssen erkennen, dass sich ihre Arbeit lohnt. Deshalb versuchen wir, individuelle Ziele zu setzen und jeden Athleten dort abzuholen, wo er aktuell steht.
Mir ist außerdem wichtig, mit den Athletinnen und Athleten auf Augenhöhe zu arbeiten. Natürlich gibt es klare Regeln und Erwartungen, aber wir verfolgen gemeinsame Ziele und feiern Erfolge als Team. Die Sportler sollen wissen, dass wir gemeinsam an ihrer Entwicklung arbeiten und dass ihre Meinung und ihre Gedanken dabei wichtig sind. Dadurch entstehen Vertrauen und eine Trainingskultur, in der sich die Athleten gegenseitig unterstützen und motivieren.
Die größte Herausforderung ist heute die Vielzahl an Ablenkungen. Schule, soziale Medien, Freizeitangebote und die allgemeine Schnelllebigkeit machen es jungen Menschen nicht leicht, sich über Jahre auf ein langfristiges Ziel zu konzentrieren. Umso wichtiger ist ein Umfeld aus Familie, Verein und Trainern, das die Kinder unterstützt.
Was muss ein junger Sportler mitbringen, der auf diesem Niveau schwimmen will?
Rausche: Leistungsbereitschaft, Geduld und Verlässlichkeit. Talent hilft, aber Talent allein reicht nicht aus. Wer auf diesem Niveau erfolgreich sein möchte, muss bereit sein, viele Jahre kontinuierlich zu trainieren, Rückschläge auszuhalten und auch dann weiterzuarbeiten, wenn es einmal nicht perfekt läuft.
Außerdem braucht es Freude am Sport. Wer nur für Medaillen trainiert, wird auf Dauer Schwierigkeiten bekommen. Die besten Athleten haben Freude an der täglichen Arbeit und am Prozess der Weiterentwicklung.
Was bedeutet Linas Erfolg für Sie persönlich?
Rausche: Natürlich freue ich mich sehr über ihre Medaillen und ihre Leistungen. Als Trainer erlebt man jeden Tag die vielen Trainingsstunden, die frühen Morgenstunden, die anstrengenden Einheiten und auch die schwierigen Phasen. Wenn sich diese Arbeit auf einer Deutschen Meisterschaft auszahlt, ist das ein besonderer Moment. Vor allem hat Lina in den letzten zwei Jahren die Medaille knapp verpasst und in diesem Jahr endlich den Sprung aufs Treppchen geschafft. Das ist schon sehr emotional.
Gleichzeitig ist ihr Erfolg auch ein Erfolg vieler Menschen im Hintergrund: ihrer Familie, die sie täglich unterstützt, des Vereins und aller Trainer, die sie auf ihrem Weg begleitet haben.
Solche Erfolge zeigen, welches Potenzial in unserem Verein steckt. Damit wir auch in Zukunft junge Talente fördern können, freuen wir uns immer über engagierte Trainerinnen und Trainer, die ihre Begeisterung für den Schwimmsport an die nächste Generation weitergeben möchten und sich in unser Vereinsleben einbringen wollen.
Mehr Info zum SV Würzburg 05: svw05.de/verein



