Ein Dorf feiert: Straße Veitshöchheim – Gadheim ist endlich fertig

Zu feierlichen Übergabe an die Bevölkerung zertrennten Landrat Thomas Eberth, gemeinsam mit Vertretern von Behörden und Politik sowie den Bürgerinnen und Bürger Gadheims das symbolische Absperrband. Foto Christian Schuster

Landrat Thomas Eberth übergibt sanierte Strecke zwischen Veitshöchheim und Gadheim offiziell an die Bevölkerung

Die Straße ist endlich, endlich fertig: „Gut Ding will Weile haben“, sagte Landrat Thomas Eberth bei der offiziellen Übergabe der sanierten Kreisstraße WÜ 3 und Teilen der WÜ 21 zwischen Veitshöchheim und Gadheim. Das passt: Knapp 14 Monate hat der Ausbau der Strecke mit der gleichzeitigen Erneuerung der Ortsdurchfahrt des Veitshöchheimer Ortsteils gedauert. Die Kreisstraße WÜ 3 ist mit täglich knapp 7.000 Fahrzeugen eine wichtige und viel befahrene Anbindung des nördlichen Landkreises Würzburg an die Bundesstraße B 27 und Würzburg.

Da die Strecke für diese Zeit voll gesperrt war, mussten vor allem die Bewohner von Güntersleben und Unterdürrbach lange Umwege in Kauf nehmen. Anwohner der Umleitungsstrecken waren Belastungen durch den Mehrverkehr ausgesetzt. Entsprechend groß war die Erleichterung vieler Menschen, als die Straße zwischen Veitshöchheim und Gadheim endlich fertig wurde und am Freitag, 8. April tatsächlich wieder für den Verkehr freigegeben wurde.

Neu gestalteter Ortskern in Gadheim

Knapp eine Woche danach fand die offizielle Freigabe von Straße und neu gestaltetem Ortskern an die Gadheimer Bürger statt. Veitshöchheims Bürgermeister Jürgen Götz begrüßte dabei als Gastgeber gemeinsam mit Landrat Thomas Eberth und dem Leiter des Bereichs Straßenbau im Staatlichen Bauamt Würzburg Andreas Hecke die Bewohner Gadheims auf dem Gelände der Einrichtung von Caritas und Salesianern Don Boscos „St. Markushof“ in Gadheim zur Bandschneide-Zeremonie.

Ebenso geladen waren zu der kleinen Feier die Vertreter des Landkreises Würzburg aus Bundestag, Landtag sowie Bezirkstag und Kreistag, die Bürgermeisterin und Bürgermeister der umliegenden Gemeinden mit Beschäftigten aus den jeweiligen Verwaltungen, des Kommunalunternehmens des Landkreises sowie Vertreter weiterer Behörden und beteiligter Planer und Unternehmen.

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Zur Freude der Gadheimer Jugend durften auch die Kinder des Ortes ein Stück des Bandes zerteilen. Foto Christian Schuster

Straße als „Gemeinschaftsproduktion“ von Landkreis und Gemeinde Veitshöchheim

Die Straßenbaumaßnahme beschäftigt die Beteiligten im Landkreis bereits weit länger als die 14-monatige Bauzeit. Über viele Jahre hinweg wurde die Sanierung der in die Jahre gekommenen Kreisstraße diskutiert, bis 2018 unter Altlandrat Eberhard Nuß der Beschluss des Ausschusses für Bauen, Verkehr und Infrastruktur für deren Ausbau getroffen wurde. Als „Gemeinschaftsproduktion“ des Landkreises und der Gemeinde Veitshöchheim wurde mit der Verbreiterung und Verstärkung des Straßenaufbaus sowie dem Bau eines Kreisverkehrs am nördlichen Ortsausgang Veitshöchheim auch die Ortsdurchfahrt des 80-Seelen Ortes Gadheim neugestaltet – und somit für mehr Verkehrssicherheit aber auch Aufenthaltsqualität in Gadheim gesorgt.

Mehrere Unwegsamkeiten führten zu Verzögerungen

Dass die Arbeiten im März 2020 vom damaligen Landrat Nuß aufgrund der anrollenden Corona-Pandemie einen Tag vor Baubeginn zunächst gestoppt wurden, ist nur eine der Unwegsamkeiten hin zur sanierten Kreisstraße. Schließlich begannen die Arbeiten erst im Februar 2021. Die Verlegung von Fernwasser- und anderen Versorgungsleitungen aber auch der Bau einer Behelfsstrecke für Bus und Rettungskräfte hatte immer wieder Probleme zutage gefördert – und damit zu Verzögerungen geführt. Letztlich sei die Maßnahme auch in der Planung mit zehn Monaten Bauzeit insgesamt „zu optimistisch“ eingeschätzt worden, so der Landrat.

„Es war keine leichte Aufgabe, alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen“, resümierte Eberth. Zur Feier dieses Moments hätte sich Landrat Thomas Eberth gar ein Bürgerfest mit Bürgerinnen und Bürgern aus allen betroffenen Gemeinden gewünscht. Pandemiebedingt hatte man sich aber auf eine kleine Feier beschränkt. Der große Dank des Landrats, von Bürgermeister Jürgen Götz aber auch von Andreas Hecke vom Staatlichen Bauamt galt an dieser Stelle besonders der Geduld der betroffenen Menschen, aber auch den Arbeitern, die ihre Arbeit nun zügig abgeschlossen hatten.

Am Ende des Tages hoffe Eberth, dass die Bürgerinnen und Bürger bei allem berechtigten Ärger über die Verzögerung den Verantwortlichen doch Recht geben würden bei der Aussage „Gut Ding will eben Weile haben“ und das Ergebnis der Maßnahme ebenfalls als gelungen ansähen. Nun freue er sich, dass für die Menschen in Gadheim (immerhin Mittelpunkt der EU), Güntersleben und den umliegenden Gemeinden „wieder ein Stück Normalität zurückgekehrt“ sei. „Ich hoffe, dass damit die nächsten 30 Jahre Ruhe ist.“

Fehlerquellen auf dem Prüfstand und Kostenabrechnung

Die Kosten werden auf rund 5 Millionen Euro geschätzt. In etwa die Hälfte der Bausumme werden als Zuschüsse des Freistaats Bayern erwartet. Die übrige Summe tragen der Landkreis Würzburg und die Gemeinde Veitshöchheim.

Landrat Eberth betonte jedoch auch, dass genau dort noch einige Arbeit bei den Behörden ausstünden. Die Baumaßnahme wird nach ihrem Ende abschließend beurteilt und abgerechnet. In der Nachbereitung müssten auch alle Fehler – verschuldet und nicht verschuldet – ausgewertet werden, um für künftige Maßnahmen daraus zu lernen.

Andreas Hecke vom Staatlichen Bauamt fügte an, dass auch die bauvertragliche Aufarbeitung mit dem Unternehmen Leonhard Weiss weiter anstehe. Hätte man an irgendeiner Stelle im Umgang mit der Firma die Weichen anders stellen müssen? Diese Frage werde man sich nun ebenfalls stellen. Landrat Eberth betonte allerdings die zuletzt großartige geleistete Arbeit des Bauunternehmens Leonhard Weiss. „In den vergangenen Monaten konnte man sehen, wie Bauen Spaß machen kann.“

Die Strecke zwischen Gadheim und Veitshöchheim ist nun nach dem Austausch des maroden Asphalts und abgesunkener Kanaldeckel den erhöhten Erfordernissen durch das große Verkehrsaufkommen wieder gewachsen. Fahrbahnteiler mit Querungshilfen an den Ortseingängen, breitere Gehwege und eine barrierefreie Fußgängerampel bietet zudem mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer.

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