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VCD fordert „Corona-sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer“

Ein Gehweg mit extrem geringer Restbreite für Fußgänger, wie er laut VCD für Würzburg typisch ist (Rückertstraße in der Sanderau). Der VCD fordert, den Gehweg provisorisch den Fußgängern zurückzugeben, damit Abstände eingehalten werden können. Foto Thomas Naumann

Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert die Stadt Würzburg auf, mit den Lockerungen die Wege für Fußgänger und Radfahrer „Corona-sicher“ zu machen: „Die medizinisch notwendigen Abstände können auf vielen Fuß- und Radwegen vielfach nicht eingehalten werden“, so der Arzt und stellvertretende Vorsitzende des örtlichen VCD-Kreisverbands Dr. Christian Loos. „Würzburg, aber auch die Umlandgemeinden müssen hier dringend tätig werden und Fußgängern und Radfahrern mehr Platz geben. Andere Städte haben da schon Maßnahmen ergriffen“, ergänzt der VCD-Vorsitzende Aljoscha Labeille. Konkret schlägt der Verband drei Maßnahmen vor.

Automatisierung der „Bettelampeln“

Fußgänger sollten nicht mehr die Ampelknöpfe berühren müssen, um Grün anzufordern. „Das wird in anderen Städten bereits seit einigen Wochen gemacht“, so der VCD-Vorsitzende Labeille. Auch in Würzburg fordern einige Ampeln bereits automatisch Grün für Fußgänger an, etwa am Übergang von der Kaiserstrasse über den Röntgenring. „Es müssten dann an den Ampeln nur Schilder oder laminierte Zettel angebracht werden, die darauf hinweisen, dass man den Ampeltaster nicht mehr berühren soll“, so Labeille weiter.

Ausreichend breite Gehwege

Vielerorts ist in Würzburg das Parken von Autos auf Gehwegen durch Schilder und Markierungen erlaubt. Oft wird dabei aber die für den Fußverkehr übrig bleibende Mindestbreite unterschritten, die auch ohne Corona aus Gründen der Barrierefreiheit in einschlägigen Regelwerken mit 2,20 m festgelegt ist. Bisher habe man sich in Würzburg darüber hinweg gesetzt und Gehwegparken angeordnet, obwohl für Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen damit zu wenig Platz bleibt.

Der VCD fordert, das Parken dort mit sofortiger Wirkung aufzuheben und so ein sicheres Begegnen von Fußgängern ermöglichen. Fußwege, die zu schmal sind, könnten mit Markierungen auf die Fahrbahn ausgeweitet werden, um eine Mindestbreite von zwei Metern zu gewährleisten. In Einzelfällen könne auch das Gehen auf der Fahrbahn sicherer sei, wobei hier dann laut VCD die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge abgesenkt werden müssen.

Bau von provisorischen Radstreifen

„Um den Würzburgerinnen und Würzburgern zu ermöglichen, möglichst ansteckungsfrei ihre Wege zurückzulegen, benötigt Würzburg für die Zeit der Corona-Krise ein dichtes Netz an provisorischer, geschützter Fahrradinfrastruktur auf den Fahrbahnen der Hauptstraßen. Diese ermöglicht noch mehr als bisher auch ungeübten Fahrradfahrenden den Umstieg, da sie Sicherheit und Sicherheitsgefühl bereitstellen“, so der VCD-Vorsitzende. Nach dem Vorbild von Berlin und anderen Städten sollten sofort sogenannte „pop-up bike lanes“ angelegt werden, d.h. an allen mehrstreifigen Straßen komplette Fahrstreifen mit Pollern und Farbe markiert werden, um sie den Radfahrern zur Verfügung zu stellen.

Auch Streifen, die zum Parken von Autos genutzt werden, könnten kurzfristig zu Radwegen umfunktioniert werden. Somit könnten auch Gehwege verbreitert und Konflikte mit Fußgängern vermieden werden. In Berlin und anderen Städten sind diese Radwege teilweise über Nacht entstanden und werden bereits gut angenommen.

Alle vorgeschlagenen Maßnahmen seien einfach, kostengünstig und sofort umsetzbar. Städte wie Berlin hätten dies zum Schutz ihrer Bevölkerung schon getan und auch Leitfäden veröffentlicht, wie Umsetzungen sofort erfolgen können.

Dr. Loos: „Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung sollte jetzt für alle oberste Priorität ohne ideologische Scheuklappen haben. Wir appellieren an die Verantwortlichen, dass die notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern jetzt zügig angegangen werden.“

  1. Schneider Siegbert

    Dem VCD Würzburg interessieren die Fussgänger nicht. Man lese Äußerungen zur Fussgängerzone und Radfahrer. Gehwege sind und müssen für Radfahrer Tabu also no go bleiben.

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