Schockanruf – Polizei warnt vor Betrugsmasche

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Telefonbetrüger erbeuten mit Schockanruf fünfstelligen Bargeldbetrag

Rentnerpaar aus Dettelbach fällt auf Schockanruf herein

Vor wenigen Tagen hat ein Rentnerehepaar in Dettelbach nach einem Schockanruf einen fünfstelligen Betrag an bislang unbekannte Betrüger übergeben. Die Täter hatten den Eheleuten am Telefon zuvor glaubhaft gemacht, dass sie Polizeibeamte seien und ihr Kind einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätte. Nur gegen Zahlung eines hohen Geldbetrags könne das Kind eine Inhaftierung vermeiden. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Am Montagnachmittag erhielt eine Rentnerin aus dem Ortsteil Bibergau gegen 14.30 Uhr einen Anruf von bislang unbekannten Betrügern, die vorgaben, Polizeibeamte zu sein. Angeblich habe das Kind der Dame einen schweren Verkehrsunfall verursacht und könne nur durch Zahlung einer hohen Kaution den Aufenthalt in einem Gefängnis abwenden. Durch geschickte Gesprächsführung bauten die Täter derart Druck auf die Rentnerin auf, dass sie den Betrügern Glauben schenkte. Schließlich übergab ihr Mann das Geld gegen 16.15 Uhr an eine angebliche Zivilpolizistin. Nachdem die Eheleute die Masche durchschaut hatten, verständigte sie die richtige Polizei, die sich den Ermittlungen annahm.

Die Abholerin des Geldes kann mit folgenden Merkmalen beschrieben werden:

Sie war circa 155 cm groß, trug eine Brille und hatte einen schwarz-weiß gemusterten Mantel an. Auf dem Kopf trug sie eine nicht näher zu beschreibende Mütze. Ihr Gesicht war teilweise von einem schwarzen Mund-Nasen-Schutz bedeckt.

Die Kriminalpolizei Würzburg hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, die zur relevanten Zeit der Geldabholung verdächtige Personen oder Fahrzeuge wahrgenommen haben, um Hinweise unter Tel. 0931/457-1732.

Anrufe aus betrügerischen Callcentern

Auch aus dem restlichen Unterfranken wurden Anrufe aus betrügerischen Callcentern gemeldet. Hier hatten die Täter allerdings weniger Glück, da die Angerufenen die Betrugsmasche schnell erkannt und sofort wieder aufgelegt hatten.

Die Täter passen ihre Vorgehensweise jedoch stetig an und warten mit Abwandlungen ihrer Betrugsmaschen auf. So melden sich inzwischen auch andere falsche Staatsbedienstete (beispielsweise angebliche BKA-Beamte) per Telefon, die ihre Opfer unter einem Vorwand dazu bringen Daten ihrer Personalausweise zu übermitteln. Mit den gewonnenen Inhalten werden dann weitere Betrugsdelikte begangen.

Aufgrund der weiterhin hohen Fallzahlen im Bereich „Callcenterbetrug“ und dem damit verbundenen finanziellen Schaden, aber auch den psychischen Folgen für die Betroffenen, hat sich das Polizeipräsidium Unterfranken Ende 2020 dazu entschieden, zum Schutz der Opfer auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit nochmals aktiv zu werden und die Präventionskampagne “Leg´auf!” gestartet.

Das Ziel dieser Kampagne ist es, insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über die Phänomene wie „Enkeltrickbetrug“ und „Falsche Polizeibeamte“ und „Schockanrufe“ zu informieren, zu sensibilisieren und Verhaltenstipps zu geben.

Schockanruf: Wichtige Verhaltensregeln

– Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.

– Wichtige Daten von Personalausweisen und Reisepässen niemals am Telefon übermitteln! Die Polizei oder auch andere Behörden erfragen solche Daten nicht telefonisch bei Ihnen.

– Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben!

– Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen!

– Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen – bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl)!

– Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen!

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