s.Oliver Würzburg: Kampfmodus gegen Braunschweig zu spät eingeschaltet

80:90-Niederlage in Braunschweig: s.Oliver Würzburg muss weiter auf den Klassenerhalt warten


s.Oliver Würzburg hat es auswärts in Braunschweig zum Auftakt des 30. Spieltags der easyCredit BBL nicht geschafft, den noch fehlenden letzten Schritt zum Klassenerhalt zu gehen: Die Unterfranken mussten sich trotz einer starken Aufholjagd in den letzten acht Spielminuten mit 80:90 (34:51) bei den Basketball Löwen Braunschweig geschlagen geben. Der Rückstand war mit 27 Punkten nach 32 Minuten zu hoch, um die Partie in der verbleibenden Spielzeit noch zu drehen. „Sobald wir mit Intensität spielen und Willen zeigen, sind wir ein gutes Team. Wenn wir es nur mit Einzelaktionen versuchen und jeder auf eigene Faust das Spiel entscheiden will, wird es schwer“, sagte Florian Koch nach der Partie. Beste Werfer des Spiels waren Martin Peterka, Andras Velicka und Karim Jallow auf Braunschweiger sowie Perry Jones auf Würzburger Seite – alle vier Spieler kamen am Ende auf 16 Punkte. 

„In dieser Phase der Saison gewinnen die Mannschaften, die unbedingt gewinnen wollen und mit mehr Herz spielen“, hatte Wucherer bereits nach dem Auswärtsspiel von s.Oliver Würzburg bei den Hamburg Towers gesagt – er meinte damit auch die Basketball Löwen Braunschweig, die sich zuletzt in München, Berlin und Bayreuth durchsetzen konnten. Die Aussage bewahrheitete sich auch beim letzten Auswärtsauftritt von s.Oliver Würzburg bei den Löwen in Braunschweig: Zu spät schalteten seine Schützlinge am Donnerstagabend in der Volkswagenhalle in den Kampfmodus, der ihnen acht Tage zuvor noch den ebenso überraschenden wie wichtigen Derbysieg gegen Brose Bamberg beschert hatte. 

Nach einem ausgeglichenen Start in die Partie (7:7, 5. Minute) waren es die Gastgeber, die in Person eines ehemaligen Würzburgers das Heft des Handelns in die Hand nahmen: Lukas Wank traf zwei Dreier hintereinander und konnte seinen persönlichen 8:0-Lauf nach einem Ballgewinn per Dunk zum Zwischenstand von 15:7 abschließen. Denis Wucherer nahm seine erste Auszeit, nach der Joshua Obiesie mit einem Dreier aus der linken Ecke zunächst verkürzen konnte. Martin Peterka antwortete mit den ersten beiden seiner insgesamt vier Drei-Punkte-Treffer – während s.Oliver Würzburg es zu häufig mit Einzelaktionen versuchte, fanden die Löwen ihre Distanzschützen, die im ersten Viertel auch hochprozentig trafen. 

Immer dann, wenn die Gäste den Ball laufen ließen und gute Entscheidungen trafen, kamen sie auch zu erfolgreichen Abschlüssen – zum Beispiel in der letzten Aktion des ersten Viertels, als Joshua Obiesie den abrollenden Brekkott Chapman perfekt bediente und der US-Amerikaner einen krachenden Dunking zum 23:17 in den Löwen-Korb stopfte. Zu Beginn des zweiten Abschnitts verkürzte Chapman per Dreier auf 23:20, danach bestimmten für längere Zeit aber wieder die Gastgeber das Geschehen. Denis Wucherer stoppte einen Braunschweiger 9:0-Lauf zum 32:20 mit einer Auszeit, der zweistellige Rückstand sollte dann aber bis zum Seitenwechsel weiter steigen: Drei Löwen-Dreier in den letzten drei Minuten sorgten für den deutlichen 51:34-Halbzeitstand.

Auch ins dritte Viertel starteten die Hausherren mit zwei erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen. Murphy Holloway war in dieser Phase der einzige Würzburger, der im Angriff dagegen halten konnte, so dass die Basketball Löwen ihre Führung bis zur 27. Minute auf 67:40 ausbauen konnten. Auch acht Minuten vor dem Ende hatte der Abstand von 27 Punkten noch Bestand (75:48, 32. Minute) – ab diesem Zeitpunkt legte s.Oliver Würzburg dann deutlich an Intensität zu und zeigte, was in dieser Partie möglich gewesen wäre: Die Wucherer-Schützlinge holten zwischenzeitlich 19 Punkte auf (88:80, 40. Minute), konnten die Partie in der verbleibenden Spielzeit aber nicht mehr zu ihren Gunsten drehen. 


NÄCHSTE CHANCE AM SONNTAG UM 20:30 UHR GEGEN ALBA BERLIN 

Trotz der Niederlage von s.Oliver Würzburg in Braunschweig ist der endgültige Klassenerhalt schon vor den letzten vier Heimspielen gegen Berlin, Chemnitz, Frankfurt und Vechta möglich: Sollten am Freitagabend Gießen in Chemnitz und Vechta gegen Berlin verlieren, ist die Abstiegsentscheidung vorzeitig gefallen. Falls nicht, hat s.Oliver Würzburg am Sonntagabend die nächste Chance: Dann ist um 20:20 Uhr der amtierende Deutsche Meister und Pokalsieger in der s.Oliver Arena zu Gast. Für ALBA BERLIN geht es nach dem Ende der EuroLeague-Saison im Endspurt der easyCredit BBL-Hauptrunde darum, den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen und sich auf die Playoffs und das TOP FOUR-Turnier um den Magenta Sport BBL Pokal vorzubereiten. 

„Berlin ist ein Gegner, der uns eigentlich nicht so gut liegt, im Hinspiel haben wir aber ganz gut ausgesehen. Das Wichtigste ist, dass wir auch Spaß auf dem Feld haben, so wie heute gegen Braunschweig in den letzten paar Minuten“, sagt Florian Koch: „Immer wenn wir den Ball laufen lassen und schnell spielen, sieht es gut aus und macht Spaß zuzuschauen. Wenn wir das in den letzten vier Heimspielen zeigen, werden wir auch mindestens noch einen Sieg holen.“ 

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL BASKETBALL LÖWEN BRAUNSCHWEIG – S.OLIVER WÜRZBURG 90:80 (23:17, 28:17, 21:12, 18:34) 

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Perry Jones 16 Punkte/2 Dreier, Murphy Holloway 12, Brekkott Chapman 11/1 (5 Rebounds), Joshua Obiesie 9/1 (5 Assists), Florian Koch 9/1 (3 Steals), Robert Lowery 8 (5 Assists), Tyson Ward 8/1, Cameron Hunt 3/1, Alex King 2, Felix Hoffmann 2, Nils Haßfurther, Julian Albus. 

Top-Performer Braunschweig: 
Martin Peterka 16/4, Arnas Velicka 16/1 (7 Assists), Karim Jallow 16/2, James Robinson 13/2, Lukas Wank 10/2. 

Key Stats
Dreier:
Würzburg 7 von 20 (35 Prozent) – Braunschweig 13 von 28 (46 Prozent) 
Ballverluste: Würzburg 22 – Braunschweig 17 
Fastbreak-Punkte: Würzburg 6 – Braunschweig 11

Florian Koch, s.Oliver Würzburg: 
„Man hat heute wieder gesehen, dass wir keinen Rhythmus und viele Ballverluste hatten. Sobald wir mit Intensität spielen und mehr Willen zeigen, sind wir ein gutes Team. Wenn wir es nur mit Einzelaktionen versuchen und jeder auf eigene Faust das Spiel entscheiden will, wird es schwer. Perry Jones hat heute einige gute Aktionen gezeigt, und so etwas brauchen wir auch. Wir brauchen es aber nicht zu 90 Prozent, sondern vielleicht zu 20 oder 30 Prozent, und der Rest muss Teambasketball und Verteidigung sein. Wir müssen auf jedem Spiel aufbauen, und jetzt kommt mit Berlin ein sehr schwerer Gegner, der uns eigentlich nicht so liegt. Das Wichtigste ist, dass wir auch Spaß auf dem Feld haben, so wie heute in den letzten paar Minuten. Immer wenn wir den Ball laufen lassen und schnell spielen, sieht es gut aus und macht Spaß zuzuschauen. Wenn wir das in den letzten vier Heimspielen zeigen, werden wir auch mindestens noch einen Sieg holen.“ 

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg: 
„Ich darf Pete Strobl nicht nur zum Sieg gratulieren, sondern auch zu der Art und Weise, wie sein Team in dieser Saison und speziell in den letzten Wochen und Monaten Basketball spielt. Für unseren blutleeren Auftritt in den ersten drei Vierteln muss ich mich bei all unseren Fans, die das live verfolgt haben, entschuldigen. Für einige waren wohl die vier Tage seit dem Doubleheader mit den intensiven Spielen gegen Bamberg und in Hamburg zu wenig Zeit zur Regeneration. Andere waren mit dem Kopf vielleicht schon woanders, wiederum andere waren damit überfordert, einen einfachen Pass zu spielen. Wenn du mehr Turnovers als Assists hast, dann gewinnst du in der Bundesliga kein Spiel. Würden wir noch ein Auswärtsspiel haben, dann würden wir mit der Regionalbahn anreisen, denn mehr haben wir nicht verdient.“ 

Pete Strobl, Headcoach Basketball Löwen Braunschweig: 
„Ich glaube Würzburg und wir haben in dieser Saison einiges erlebt in Bezug auf Verletzungspech und Quarantäne. Für uns war das heute ein sehr wichtiges Spiel, wir haben es sehr erst genommen. Wir haben alles gegeben, waren von Anfang an da und waren bereit. In den ersten 30 Minuten waren wir sehr, sehr gut. Dann wollten wir das wohl ein bisschen spannend für die Zuschauer machen. Es gibt immer noch Schrauben, an denen wir drehen müssen, Kleinigkeiten, die wir verbessern müssen. Es ist sehr schade, dass es immer noch keine Zuschauer in der Halle gibt. Den Zuschauern, die uns fehlen, wollen wir diesen Sieg widmen. Ich hoffe, dass wir bald wieder vor Publikum spielen können.“

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