Reichenberger Nikoläuse: „Hilfe, wo andere Hilfe endet“

Bratwürste grillen für den guten Zweck – nur eine von vielen Aktionen der Reichenberger Nikoläuse.

Der Verein Reichenberger Nikoläuse konnte in den letzten drei Jahren 31.298 Euro an hilfsbedürftige Menschen weitergeben

Der Verein Reichenberger Nikoläuse e.V. traf sich Anfang April zu seiner Mitgliederversammlung. Pandemiebedingt war das die erste Mitgliederversammlung seit drei Jahren, zu der wieder in Präsenz eingeladen werden konnte. Der erste Vorsitzende Lui Böhler konnte bei dieser Gelegenheit mitteilen, dass der Verein in den vergangenen drei Jahren 31.298 Euro an Spendengeldern an hilfsbedürftige Menschen in Stadt und Landkreis Würzburg weitergeben konnte.

Bei den Vorstandswahlen wurde der komplette Vorstand in seinem Amt bestätigt: Lui Böhler (Reichenberg) bleibt 1. Vorsitzender, Carsten Kendl (Reichenberg) 2. Vorsitzender. Manfred Schubert (Rottenbauer) wurde als Kassier und Ralf Sauer (Würzburg) als Schriftführer bestätigt. Als Kassenprüfer wurden Sabine Kendl und Marcus Giese (beide Reichenberg) gewählt.

Reichenberger-Nikoläuse-Vorstand
Der Vorstand der Reichenberger Nikoläuse e. V.

Zusammenhalt ermöglicht schnelle Hilfe

Die Reichenberger Nikoläuse wurden 2009 als gemeinnütziger Verein gegründet. Mittlerweile zählt man 71 Mitglieder. Mit Hilfe kreativer Spendenaktionen, Unterstützung Reichenberger Unternehmen und die Förderung vieler Reichenberger Bürger können immer wieder neue Gelder eingeworben und hilfsbedürftigen Menschen zur Verfügung gestellt werden.

Darunter waren in den letzten drei Jahren: eine Frau, die sich aufgrund sexualisierter Übergriffe ihres Partners auf ihre Tochter eine neue Wohnung nehmen musste. Eltern, deren Kind sich das Leben genommen hat. Ein anerkannter Flüchtling, der einen Führerschein brauchte, um seine Arbeitsstelle zu erreichen. Ein Kind mit geistiger Behinderung, dessen beide Eltern krank wurden. Ein Kind, dessen Eltern das Mittagessen in der Tagesbetreuung nicht mehr zahlen konnten. Ein Flüchtling der für eine Anhörung einen Dolmetscher brauchte. Oder auch ein Kind, dessen Eltern aufgrund psychischer Probleme in ein Schuldenproblem fielen und ihre Krankenkasse nicht mehr bezahlen konnten. Erst vor kurzem konnte der Verein 50 ukrainischen Flüchtlingen mit Lebensmittelgutscheinen helfen, als diese in Reichenberg angekommen waren, aber noch keine staatliche Hilfe bekamen.

Reichenberger Nikoläuse leisten Starthilfe für die Ausbildung

Bei all den unterschiedlichen hilfsbedürftigen Personen hat den ersten Vorsitzenden Lui Böhler eine junge Frau ganz besonders beeindruckt: „Sie wuchs in einem Kinderheim auf und hatte einen ganz konkreten Berufswunsch, zu dem sie aber eine private Berufsakademie besuchen muss. Für diese hatte sie keine Finanzmittel zur Verfügung. Da sind wir gerne eingesprungen und haben eine Starthilfe gegeben“. Das hat sich gelohnt: Die junge Frau absolviert auch heute nach zwei Jahren noch motiviert ihre Ausbildung.

Während der letzten drei Jahre sei es nicht immer einfach gewesen, Spenden zu sammeln. Viele Veranstaltungen mussten ausfallen, so auch der jährliche Weihnachtsmarkt in Reichenberg, an dem die Nikoläuse Spendenbratwürste verkauften. Damit die Tradition des gemeinsamen Starts in den Advent aber nicht ganz ausfallen musste, brachten die Nikoläuse im Dezemberlockdown 2020 den Reichenbergern die Bratwürste nach Hause. So wurden über 2.000 Euro Spenden gesammelt.

Reichenberger-Nikoläuse-Bratwürste
Während des Corona-Lockdowns musste der Weihnachtsmarkt ausfallen – und so brachten die Reichenberger Nikoläuse die Spendenbratwüste zu den Menschen nach Hause.

Hilfe ohne Umwege und Verwaltungsaufwand

„Menschen können aus den unterschiedlichsten Gründen in Not geraten. Uns ist wichtig, dass unsere Spendengelder ohne Umwege und Verwaltungsapparate schnell und direkt bei den Betroffenen ankommen“, führt der zweite Vorsitzende Carsten Kendl aus. Durch Gespräche mit den Hilfesuchenden überzeugt sich der Vereinsvorstand bei jeder Unterstützung neu davon, dass der Hilfebedarf auch tatsächlich gegeben ist.

Im Zentrum der Hilfen stehen Personen aus der unmittelbaren regionalen Umgebung der Reichenberger Nikoläuse, dem Landkreis Würzburg. Da Notsituationen oftmals im Verborgenen entstehen und aus Angst vor Stigmatisierung lange nicht öffentlich gemacht werden, sind die Reichenberger Nikoläuse auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

„Jeder gespendete Cent kommt an“

Der Vereinsvorstand hofft auch weiterhin auf eine großzügige Spendenbereitschaft. „Bei den Reichenberger Nikoläusen kommt jeder gespendete Cent direkt bei hilfsbedürftigen Menschen in unserem unmittelbaren Lebensumfeld an“, verspricht Lui Böhler.

Spenden können auf die IBAN DE72790500000046439535 bei der Sparkasse Mainfranken Würzburg  eingezahlt werden. Zur regelmäßigen Förderung kann man auch ein Vereinsmitglied werden. Anträge und Info zu den Spendenprojekten: www.reichenbergernikoläuse.de

Reichenberger-Nikoläuse-Logo

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