Mainkai-Promenade: Hier entsteht Würzburgs neuer Lieblingsplatz

Bei Herbstschmuddelwetter treffen die Maurer- und Azubikolonne des Gartenamts die Vorbereitungen für die Arbeiten an der Mainkaipromenade. Im Anschluss an die Erneuerung der Promenade soll das gefundene barocke Hafenareal mit Hilfe von Spendengeldern wiederhergestellt werden. Foto Georg Wagenbrenner

Gartenamt startet mit Aufwertung der Mainkai-Promenade – Spendenkampagne für die Instandsetzung des barocken Hafenareals

Nach dem Überraschungsfund eines barocken Hafens wird die Mainkai-Promenade neu gestaltet. Vor dem freigelegten Aufsichtspavillon soll ein großzügiger Platz mit einem grandiosen Blick auf die Festung, das Käppele und die alte Mainbrücke entstehen.

Vor rund zwei Wochen stimmten die Mitglieder des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses des Stadtrates (PUMA) den Plänen des Gartenamtes zur Aufwertung der Mainkai-Promenade und zur Instandsetzung des barocken Hafenareales einstimmig zu. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit bietet sich mit dem freigelegten Hafenareal die einmalige Chance, einen bisher unbekannten barocken Schatz für die nächsten Generationen zu sichern und behutsam in Szene zu setzen.

Gartenamtsleiter Dr. Helge Grob: „Die freigelegte Bootsrampe ist schon an sich bemerkenswert. Die besondere Bedeutung des Ensembles erwächst jedoch aus der Kombination eines Funktionsbauwerkes – der Bootsrampe – mit einem auf Repräsentation ausgelegten exquisiten Aufsichtspavillon.“

Bauarbeiten haben bereits begonnen

Nun hat das Gartenamt bereits mit den Bauarbeiten begonnen. In einem ersten Schritt wird der nördliche Teil der Mainkai-Promenade überarbeitet. Bürgermeister Martin Heilig: „Uns ist es ein großes Anliegen, die Arbeiten in diesem Bereich noch über den Winter abzuschließen, um die Beeinträchtigungen während der Schönwetterphasen im Frühjahr und Sommer so gering wie möglich zu halten.“

Bei der Aufwertung der Mainkai-Promenade arbeiten die Maurer- und die Azubikolonne des Gartenamtes Hand in Hand. Momentan brechen Mitarbeiter des Gartenamtes die unmittelbar an die Hafenmauer angrenzenden schmalen Betontröge ab. Im Anschluss werden die das Areal strukturierenden Bänder aus Mosaikpflaster in Stand gesetzt. Diese sind stellenweise beschädigt oder abgesackt. Schließlich wird der vielfach geflickte und in die Jahre gekommene Asphaltbelag erneuert. Die seinerzeit sehr hochwertige und attraktive Mainkai-Promenade entstand vor rund 50 Jahren.

Der Einbau des neuen Gussasphalts erfolgt durch die Profis des städtischen Bauhofes. Dieser muss bis spätestens Mitte Dezember abgeschlossen sein. Zu diesem Zeitpunkt schließen die Asphaltwerke witterungsbedingt für rund drei Monate.

Vier neue Bäume für Mainkai-Promenade statt „Freilufttoilette“

Eine besondere Herausforderung ist für Gartenamtsleiter Dr. Helge Bert Grob die angrenzende Grünfläche. Sie ist seit Jahren stark verunkrautet, stellenweise niedergetreten und zu einer großen Freilufttoilette verkommen. „Mit der Aufwertung der Promenade und dem Abbrechen der an die Hafenmauer angrenzenden Betontröge versuchen wir, dies etwas zu reduzieren“, so Dr. Grob. Durch den Wegfall der Betontröge lädt zukünftig die gesamte Hafenmauer zum Verweilen ein.

In der Grünanlage selbst sieht der Gartenamtsleiter vier neue Bäume vor. Zudem wird ein größerer Abschnitt versuchsweise mit neuen Stauden üppig bepflanzt. „Wenn diese Neuanpflanzung den Nutzungen standhält, werden wir Schritt für Schritt die gesamte Pflanzung erneuern“, erläutert Dr. Grob.

Großzügiger Platz mit grandioser Aussicht

Danach ist die Instandsetzung des kürzlich freigelegten barocken Hafenareales geplant. Die Leitlinien des Gartenamtes für die Instandsetzung lassen sich mit Freilegen, Sichern und behutsam Ergänzen zusammenfassen. Freigelegt wird der barocke Aufsichtspavillon. Dadurch entsteht vor dem Bauwerk ein großzügiger Platz mit einem grandiosen Blick auf die Festung, das Käppele und die alte Mainbrücke. Gesichert wird die barocke Bausubstanz, wie die Natursteinblöcke und -beläge sowie die Metallklammern und Befestigungsringe. Hierbei ist es für den Gartenamtsleiter ein großes Anliegen die Narben der Zeit zu erhalten. „Steine müssen Geschichten erzählen können“, so Dr. Grob. Schließlich sollen fehlende Steine behutsam ergänzt werden.

In einem ersten Schritt ist die Verlegung von drei Leitungen, die momentan noch das Areal queren, wie auch das Versetzen eines Schachtes vorgesehen. Hierfür laufen momentan die Vorabstimmungen. Alle weiteren Arbeiten sind vom Eingang der Spenden und Zuwendungen abhängig. Hierbei greift das Gartenamt auf einen erfahrenen Spezialisten für Denkmalpflege zurück, der ein feines Gespür für die barocke Bausubstanz besitzt.

Mainkai-Promenade
Die Nordseite der freigelegten barocken Bootsrampe, die mittlerweile als Baudenkmal unter Schutz gestellt wurde. Foto Gartenamt / Alexander Liebler

Barocker Hafen: Gartenamt auf Spenden angewiesen

Für die Instandsetzung des Überraschungsfundes ist das Gartenamt auf Spenden von Vereinen, Stiftungen und aus der Bürgerschaft angewiesen. Die im aktuellen Haushalt eingestellten Mittel in Höhe von 66.000 Euro reichen lediglich für die vorbereitenden Arbeiten, wie die Verlegung von drei Leitungen und eines Schachtes sowie die Sicherung des freigelegten Überlaufkanales.

Insgesamt fehlen dem Gartenamt 174.000 Euro. „Hierbei bauen wir auf die lange Tradition bürgerschaftlichen Engagements in Würzburg“, so Bürgermeister Martin Heilig. „Ich denke beispielhaft an die Anlage der Parkwälder, die Instandsetzung des Kiliansbrunnens am Hauptbahnhof oder die jüngsten Baumspenden.“ Bisher sind 5.900 Euro der Herrengesellschaft Colonne 10416 eingegangen. Zahlreiche weitere Spenden wurden zugesagt.

Hafen als  Baudenkmal unter Schutz gestellt

Zwischenzeitlich ist das barocke Hafenareal vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal unter Schutz gestellt worden. Damit sind Spenden von der Steuer absetzbar. Bei Beträgen von unter 300 Euro ist der Einzahlungsbeleg als Nachweis ausreichend. Ab einer Spendenhöhe von 300 Euro ist eine Spendenquittung notwendig, die von der Stadtkasse automatisch ausgestellt wird. Voraussetzung hierfür ist, dass neben dem Namen auch die Anschrift der Spenderin bzw. des Spenders beim Verwendungszweck der Überweisung angegeben werden.

Spenden können auf folgendes Konto der Stadt Würzburg bei der Sparkasse Mainfranken Würzburg eingezahlt werden: IBAN DE92 7905 0000 0042 0000 67, BIC BYLADEM1SWU. Als Verwendungszweck ist unbedingt anzugeben: Hhst. 1.5800.3682, Spende Instandsetzung Baudenkmal barockes Hafenareal.

Für Auskünfte steht das Gartenamt jederzeit gerne zur Verfügung: Stadt Würzburg, Gartenamt, Robert-Bunsen-Straße 10, 97076 Würzburg, Telefon 0931 37 4911, E-Mail: gartenamt@stadt.wuerzburg.de

Dankesschreiben für jede Spende

Gartenamtsleiter Dr. Grob: „Jeder Euro zählt und hilft uns, dieses einmalige barocke Ensemble zu sichern und behutsam in Szene zu setzten. Daher ist es für mich ein großes Herzenzanliegen, jede Spende mit einem Dankesschreiben und einer Urkunde zu würdigen. Lassen Sie uns hierfür bitte Ihre Anschrift oder E-Mail-Adresse zukommen. Ab einer Spendenhöhe von 1.000 Euro besteht darüber hinaus die Möglichkeit, auf der vor Ort geplanten Informationstafel gewürdigt zu werden“.

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