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Wirtschaft

Handwerk stemmt sich gegen die Krise

Während das handwerkliche Bauhaupt- und Ausbaugewerbe weiterhin der Corona-Krise trotzt, verzeichnen andere Handwerksbereiche schwere Einbußen. Foto www.amh-online.de

Gemischte Einschätzung der Geschäftslage in Unterfranken

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie prägen ein heterogenes Bild der Konjunktur im unterfränkischen Handwerk: Während einige Gewerke bislang stabil durch die Krise steuern, mussten andere schwere Einbußen hinnehmen. Das zeigt die Konjunkturanalyse der Handwerkskammer für Unterfranken für das 2. Quartal 2020. Insgesamt bewerten 82,9 Prozent der Handwerksbetriebe die Geschäftslage als gut oder befriedigend. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gehen 79,7 Prozent der Betriebe für das kommende 3. Quartal davon aus, dass sich ihre Geschäftslage verbessern oder gleichbleiben wird. Die drei unterfränkischen Regionen bewegen sich weiterhin auf gleichem Niveau.

„Am hohen Anteil von 82,9 Prozent unserer Betriebe, die ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend bewerten, lässt sich ablesen, dass die Konjunktur im unterfränkischen Handwerk den Auswirkungen der Corona-Pandemie bislang standhält“, fasst Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken, die Ergebnisse der Konjunkturumfrage für das 2. Quartal 2020 zusammen. „Auch Indikatoren wie die gute Kapazitätsauslastung und die hohe Auftragsreichweite sprechen für eine insgesamt stabile Wirtschafslage im Handwerk“, so der Hauptgeschäftsführer. Die Kapazitätsauslastung beträgt aktuell 74,1 Prozent und verliert damit nur unwesentlich gegenüber dem 1. Quartal 2020. Im von Corona noch nicht betroffenen 4. Quartal 2019 lag sie bei 82,2 Prozent. Auch die Auftragsreichweite hat sich lediglich geringfügig verkürzt und liegt im Durchschnitt bei 10,8 Wochen gegenüber 11,1 Wochen im 4. Quartal 2019.

Branchenspezifische Unterschiede

Im branchenspezifischen Vergleich bietet sich ein heterogenes Bild: Die Betriebe des Bauhaupt- und des Ausbaugewerbes, die zusammen rund die Hälfte aller unterfränkischen Handwerksbetriebe abbilden, bleiben der Motor der unterfränkischen Handwerkskonjunktur. 96,5 Prozent der Betriebe aus dem Bauhauptgewerbe und 91,2 Prozent aus dem Ausbaugewerbe bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Gleichzeitig verbuchen die Gewerke abseits dieser beiden Hauptbranchen deutliche Einbußen: Mit der derzeitigen Situation unzufrieden zeigen sich beispielsweise 57,1 Prozent der Betriebe aus dem handwerklichen Gesundheitsgewerbe, 32,1 Prozent aus dem das Kraftfahrzeuggewerbe und 25,0 % aus dem personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe. „Einzelne Gewerke wie Friseure oder Kosmetiker waren durch den Lockdown besonders hart getroffen. Ich kann nur weiterhin an alle Auftraggeber und Verbraucher appellieren, das Angebot des regionalen Handwerks in Anspruch zu nehmen und damit das Überleben unserer Betriebe zu sichern“, betont Ludwig Paul.

Blick in die Zukunft: „Vorsichtiger Optimismus“

Der nahen Zukunft blicken die Handwerksbetriebe mit vorsichtigem Optimismus entgegen: 79,7 Prozent schätzen, dass sich ihre Geschäftslage im 3. Quartal 2020 verbessern oder gleichbleiben wird. Die Arbeitsplätze im Handwerk erweisen sich auch unter durch die Pandemie erschwerten Bedingungen als krisenfest: 78,7 Prozent der Betriebe gehen davon aus, dass die Zahl ihrer Beschäftigten im 3. Quartal 2020 gleichbleiben wird. „Ein gutes und sehr wichtiges Signal, mit dem unsere Betriebe zeigen, dass das Handwerk dem Einzelnen auch in schwierigen Zeiten Sicherheit bietet und Wertschätzung entgegenbringt“, so Ludwig Paul.

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