Emotion und Nutzwert: Kia XCeed 1.4 T-GDI XDition

Kia XCeed 1.4 T-GDI XDition: Der Crossover bedient die emotionale Komponente, ohne den praktischen Nutzwert zu vernachlässigen. Foto Thomas G. Zügner

wob-Autotest: Der neue Kia XCeed 1.4 T-GDI XDition ist eine raffinierte Mischung aus SUV, Coupé und Limousine

Für die vierte Karosserievariante der kompakten Ceed-Familie von Kia hat sich der europäische Designchef Gregory Guillaume etwas Besonderes einfallen lassen.

Design: Der neue Kia XCeed 1.4 T-GDI XDition wird als Crossover bezeichnet und ist irgendwie eine raffinierte Mischung aus SUV, Coupé und, wie im Fahrzeugschein erwähnt, Schrägheck-Limousine. Vom fünftürigen Grundmodell, dem bereits in dritter Generation gebauten Ceed, wurden trotz gemeinsamer technischer Basis nur die vorderen Türen übernommen. Mit den serienmäßigen 18-Zoll-Leichtmetallrädern weist der im slowakischen Zilina gefertigte XCeed eine um 4,2 cm größere Bodenfreiheit auf als der herkömmliche Ceed. Die Unterseite der Stoßfänger sowie Radläufe und Seitenschweller sind schwarz ausgeführt und sorgen für ein wenig Offroad-Betakelung zur Bedienung der emotionalen Komponente. Ein Dachspoiler über der ziemlich schrägen Heckscheibe sowie Scheinwerfer und Rücklichter in LED-Technik runden den leicht rustikalen Auftritt ab.

Raumangebot: Trotz kompakter Abmessungen bietet der knapp 4,40 m lange XCeed im Fond ordentliche Knie- und Beinfreiheit. Die tiefe Sitzposition sorgt für etwas zusätzliche Luft über den Scheiteln der Mitfahrer hinten. Nur der mittlere Platz ist wenig bequem ausgefallen. Der Kofferraum fasst zwischen 426 und 1378 Liter. Wird die im Verhältnis 60:40 geteilte Rücksitzlehne umgeklappt, entsteht eine fast ebene Ladefläche, aber nur, wenn sich der variable Gepäckraumboden in der oberen Position befindet. Damit gesellt sich zur emotionalen Seite des XCeed der praktische Alltagsnutzen.

Antrieb: Der 140 PS starke Turbo bildet die Mitte des Motorenangebots bei den Benzinern des XCeed. Der Direkteinspritzer ist kein ausgesprochen sportlicher Typ (diese Rolle fällt eher der Variante mit 204 PS zu), aber für die täglichen Anforderungen grundsolide und agil. Schon unterhalb von 2000 Umdrehungen straffen sich die Muskeln, wobei der slowakische Koreaner akustisch zurückhaltend bleibt.

Fahrbetrieb: Trotz insgesamt straffer Abstimmung, die in erster Linie auf schlechten Wegstrecken den Fahrkomfort einschränkt, fühlen sich die Insassen im XCeed gut aufgehoben. Die dicken hinteren Dachpfosten und die abfallende Dachlinie am coupéhaften Heckabschluss schränken die Sicht nach hinten etwas ein. Da stellt die serienmäßige Anwesenheit von Parksensoren vorne und hinten sowie die Rückfahrkamera eine wirksame wie willkommene Unterstützung dar. Ob die spezielle Erhöhung der Lenkunterstützung durch einen Elektromotor eine so gute Idee war, sei dahingestellt. Dadurch ging nämlich ein gutes Stück des Gefühls für direkten Fahrbahnkontakt verloren.Vorbildlich: Der bei jedem Neustart automatisch aktivierte Spurhalter mit Gegenlenkfunktion lässt sich ganz einfach per Tastendruck ausschalten. Eine Besonderheit stellt die Verstellmöglichkeit des Tippblinker dar, der  drei-, fünf- oder sogar siebenmal aufleuchtet.

Fazit: Der neue Kia XCeed 1.4 T-GDI XDition kann trotz der leicht rustikalen Offroad-Optik im Gegensatz zu manch anderem Mitbewerber nicht mit Allradantrieb dienen. Aber vielleicht lassen sich die findigen Koreaner in dieser Angelegenheit noch etwas einfallen.            

von Thomas G. Zügner

Kia XCeed 1.4 T-GDI XDition

  • Motor: 4-Zylinder-Turbobenziner, 1353 ccm, 140 PS
  • Antrieb: Vorderrad
  • Länge/Breite/Höhe: 4395/1826/1495 mm
  • Gewichte: leer 1345 kg; gesamt 1840 kg
  • Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h: 9,4 sec.; Vmax: 200 km/h
  • Verbrauch: NEFZ-Norm 6,2 l; wob-Test 7,33 l Liter Super/100 km (Tank 50 l)
  • Preis: 28.710 Euro

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