Der Dacia Duster TCe 150 im wob-Autotest

Dacia Duster TCe 150 4WD Prestige: Extravaganzen sind dem rumänischen Kompakt-SUV fremd. Foto Thomas G. Zügner

Ohne überflüssigen Firlefanz: Der Dacia Duster TCe 150 4WD Prestige ist erstaunlich flott unterwegs

von wob-Testpilot Thomas G. Zügner (für mehr Autotests hier klicken)

Eine Modellpflege hat die rumänische Renault-Tochter ihrer Familie der Kompakt-SUV spendiert. Das Spitzenmodell dieser Baureihe ist der neue Dacia Duster TCe 150 4WD Prestige.

Design: Im Rahmen der Überarbeitung der zweiten Generation zeigt sich die Frontpartie frisch gestaltet. Die LED-Scheinwerfer erstrahlen in einer neuen Lichtsignatur, zudem ist der Duster der erste Dacia mit LED-Blinkern. Der verchromte Kühlergrill erhielt neu gestaltete Einsätze mit einer dreidimensionalen Optik. Der veränderte Dachspoiler soll laut Hersteller die Aerodynamik verbessern. Geblieben ist der robust wirkende Offroad-Auftritt, zu dem auch die silberfarben ausgeführten Unterteile von Front- und Heckschürze beitragen.

Optisch hochwertige Materialien

Innenraum: Trotz kompakter Außenabmessungen reisen zumindest zwei Passagiere im Fond ganz passabel. Denn Knie- und Beinfreiheit passen, nur bei einem dritten Mitfahrer wird es auf der Rücksitzbank eng. Das Kofferraumvolumen vergrößert sich durch Umlegen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne von 411 auf 1.444 Liter. Allerdings führt diese Erweiterung zu einem etwas schrägen Laderaumboden. Zur Runderneuerung gehören eine neue Mittelkonsole mit breiter Armlehne, veränderte Polsterstoffe sowie die schlankere Form der vorderen Kopfstützen, die für eine bessere Übersicht nach hinten sorgt. Zwar wurde insgesamt recht viel Hartplastik verbaut, doch wirken die Materialien optisch durchaus hochwertig. Das Lenkrad mit seiner dicken Ummantelung in Lederoptik fühlt sich sehr griffig an. Im Alltag als äußerst praktisch erweist sich die offene Ablage vor dem Beifahrer. Verbessern sollten die Ingenieure dagegen die aufpreispflichtige Sitzheizung für die Vordersitze. Zum einen ist der Schalter ziemlich unpraktisch an den Seiten des Gestühls angebracht, zum anderen gibt es keine Anzeige, wenn die Erwärmung aktiviert ist.

Ruckeln im ersten Gang

Antrieb: Die Spitzenmotorisierung für den Duster ist ein gut 1,3 Liter großer Turbobenziner, der 150 PS erwirtschaftet. Damit ist der Rumäne erstaunlich flott unterwegs, zumal die maximale Zugkraft von 250 Nm schon recht früh zur Verfügung steht. Besonders beim Anfahren neigt der Direkteinspritzer etwas zum Ruckeln, was möglicherweise im sehr kurz übersetzten ersten Gang seine Ursache hat. Ab Autobahn-Richtgeschwindigkeit dringen ziemliche Fahrgeräusche an die Ohren der Insassen. Mehr Sorge allerdings bereiteten während der Testfahrten gelegentliche Schleifgeräusche, die offensichtlich aus dem Antriebsstrang stammten. Mögen diese einen Einzelfall des Probanden darstellen.

Allradantrieb mit guter Traktion

Fahrbetrieb: Ein sportlicher Kurvenräuber ist der Duster nicht, zumal die Lenkung etwas gefühllos agiert. Der Federungskomfort lässt zumindest auf holprigen Passagen noch Wünsche offen. Für gute Traktion sorgt der Allradantrieb, der im Auto-Modus das Drehmoment je nach Straßenzustand und Geschwindigkeit auf die Achsen verteilt. Per Drehrad kann auch reiner Frontantrieb gewählt werden, was eigentlich durch den Auto-Modus überflüssig ist. Für „härtere“ Passagen im Gelände steht ein starrer 4WD-Lock-Antrieb zur Verfügung.

Fazit: Der neue Dacia Duster TCe 150 4WD Prestige hat Klimaautomatik, Navigationsgerät, Toter-Winkel-Warner, Rückfahrkamera und sogar Gasdruckdämpfer für die Motorhaube serienmäßig an Bord, verzichtet aber auch in der Spitzenausführung auf Luxus und überflüssigen Schnickschnack. Thomas G. Zügner

Technikcheck Dacia Duster TCe 150 4WD Prestige:

Motor: 4-Zylinder-Turbobenziner, 1332 ccm, 150 PS

Antrieb: Zuschaltbarer Allrad

Länge/Breite/Höhe: 4341/1804/1682 mm

Gewichte: leer 1399 kg; gesamt 1849 kg

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h: 10,4 sec.; Vmax: 198 km/h

Verbrauch: WLTP-Norm 6,6 l; wob-Test 7,57 l Liter Super/100 km (Tank 50 l)

Preis: 21.650 Euro      tgz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

X