Stadtrat erteilt Baugenehmigung für Multifunktionsarena

Außenansicht Arena Würzburg Ostseite, vom Haupteingang. Grafik Brückner & Brückner Architekten GmbH

Wichtiger Schritt für das Großprojekt Multifunktionsarena – 110 Veranstaltungen im Jahr und neue Heimat für die Würzburg Baskets

Der Würzburger Stadtrat hat am 24. September 2026 mehrheitlich die Baugenehmigung für die geplante Multifunktionsarena erteilt. Damit ist ein wichtiger Schritt für das Großprojekt gemacht.

Oberbürgermeister Martin Heilig betonte, dass über eine solche Arena in Würzburg schon seit vielen Jahren gesprochen werde. Im vergangenen Jahr habe die Stadt die Möglichkeit ergriffen, das Projekt tatsächlich umzusetzen. Seitdem sei viel erreicht worden. „Aus einer lang diskutierten Idee ist eine konkrete, genehmigte Perspektive für Würzburg geworden“, so Heilig.

Die Baugenehmigung enthält mehrere Befreiungen und Abweichungen vom Bebauungsplan. Nach Angaben der Stadt sind solche Abweichungen bei einem Vorhaben dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich. Hintergrund ist auch, dass der ursprüngliche Bebauungsplan nicht auf das jetzt geplante Gebäude zugeschnitten war. Im sogenannten Angebotsbebauungsplan wurden vielmehr die grundlegenden Rahmenbedingungen für das Gebiet festgelegt.

Weniger neue Parkplätze

Eine wichtige Frage betrifft die Zahl der notwendigen Parkplätze. Die Genehmigung erlaubt eine Reduzierung der nachzuweisenden Stellplätze. Diese Möglichkeit war bereits im Bebauungsplan berücksichtigt worden. Dabei wurde davon ausgegangen, dass vorhandene Parkplätze in der Umgebung von verschiedenen Nutzern zu unterschiedlichen Zeiten genutzt werden können.

Die Bauherrschaft hat in einem Verkehrskonzept dargestellt, wie viele Stellplätze in der Umgebung vorhanden sind. Nach dieser Darstellung sind viele dieser Parkflächen zu den geplanten Betriebszeiten der Arena nicht ausgelastet.

Die Stellplatzsatzung der Stadt Würzburg erlaubt solche Wechselnutzungen, wenn sichergestellt ist, dass die Parkplätze nicht gleichzeitig von verschiedenen Nutzern benötigt werden und dadurch keine negativen Auswirkungen auf den Verkehr entstehen. Der Bauaufsicht liegen dafür auch privatrechtliche Absichtserklärungen zur Nutzung bereits vorhandener Parkflächen in der Umgebung vor.

Lärmschutz wurde geprüft

Auch die möglichen Auswirkungen auf die Nachbarschaft wurden untersucht. Dem Bauantrag liegt eine schalltechnische Untersuchung zugrunde. Nach deren Ergebnis werden die geltenden Grenzwerte eingehalten: Für Sportveranstaltungen gelten die Vorgaben der 18. Bundes-Immissionsschutzverordnung, für Konzerte, Messen und vergleichbare Veranstaltungen die TA Lärm.

Insgesamt wurden neben dem städtischen Fachbereich für Baurecht, Bauaufsicht und Bauplanungsrecht 17 weitere Fachdienststellen als Träger öffentlicher Belange an dem Genehmigungsverfahren beteiligt. Wegen der dicht bebauten innerstädtischen Lage und der Bedeutung des Projekts mussten zahlreiche unterschiedliche Interessen geprüft und berücksichtigt werden.

Auf Grundlage der eingereichten Unterlagen und der vorausgegangenen Bauleitplanung kam die Stadt zu dem Ergebnis, dass keine öffentlich-rechtlichen Gründe gegen das Bauvorhaben sprechen. Die Baugenehmigung konnte deshalb erteilt werden.

Arena für bis zu 110 Veranstaltungen

Die Arena Würzburg Projektgesellschaft hatte den Bauantrag im März 2026 eingereicht. Ende Juli beschloss der Stadtrat außerdem den Kauf des Grundstücks.

Geplant ist eine vielseitig nutzbare Veranstaltungshalle in Laufweite zum Würzburger Hauptbahnhof. Die Multifunktionsarena soll je nach Veranstaltungsformat für unterschiedliche Zwecke genutzt werden und künftig bis zu 110 Veranstaltungen pro Jahr ermöglichen.

Die Multifunktionsarena gilt ihren Befürwortern als eine „Arena für Alle“ und als wichtiges Stück Infrastruktur. In der Arena sollen große Konzerte, Kongresse und natürlich auch Sportveranstaltungen, die bisher kaum realisiert werden können, eine neue Heimat finden. Vor allem die Würzburg Baskets benötigen mittelfristig eine entsprechende Halle, um in der Basketball-Bundesliga bleiben zu können.

Damit tritt das Vorhaben nun in die nächste Umsetzungsphase ein. Der öffentliche Teilnahmewettbewerb für den Betrieb der Arena läuft noch bis zum 5. Oktober 2026. Nach Ablauf dieser Frist werden die eingereichten Unterlagen umfassend geprüft. In der zweiten Stufe beginnt dann der Verhandlungswettbewerb mit den Bewerbern. Parallel dazu werden die nächsten Schritte zur Vorbereitung des Baubeginns eingeleitet.

Weitere Informationen zur Multifunktionsarena Würzburg: www.arena-wuerzburg.de

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