Neues Leben für die Pleichach

Von links: Winfried Bader (Bader Immobilien), Florian Riehl (Stabsstelle Gewässerentwicklung), Katja Weissmann (arc.grün landschaftsarchitekten), Dr. Sandra Vorlová (2. Bürgermeisterin und Leiterin Umwelt-/Klimareferat), Thomas Rüger (Rüger Garten- und Landschaftsbau). Foto Gerhard Schmid

Pleichach am Hauptbahnhof Würzburg (fast) wieder ein richtiger Bach: Aus dem Trauerspiel im Trog soll eine Heimat für Fische, Amphibien und Insekten werden

Die Pleichach war früher ein zentraler Bestandteil des Stadtbildes von Würzburg. Im Rahmen der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes nach dem Zweiten Weltkrieg und der Errichtung des Quellenbachparkhauses Mitte der 1970er Jahre wurde sie in diesem Bereich in den Untergrund verlegt.

Mit dem Beginn der Bauarbeiten im Bereich des ehemaligen Quellenbach-Parkhauses führt die Firma Bader, in enger Abstimmung mit der Stadt Würzburg, jetzt eine naturnahe Aufwertung der Pleichach durch. Das Vorhaben dient der naturnahen Entwicklung des Gewässers und leistet einen wichtigen Beitrag zum Arten-, Gewässer- und Klimaschutz.

Die Baumaßnahme stellt außerdem die naturschutzfachliche Ausgleichsmaßnahme für den Neubau des angrenzenden Parkhauses und des Bürogebäudes dar.

Pleichach wieder an die Oberfläche holen

Als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie als wichtiger Baustein des regionalen Wasserhaushalts besitzt das Gewässer aber eine hohe ökologische Bedeutung. Ziel der geplanten Maßnahmen ist es deshalb, die Pleichach wieder an die Oberfläche zu holen und innerhalb des Trogbauwerks eine naturnahe Gewässerdynamik herzustellen und die Strukturvielfalt zu verbessern.

Auf einer Länge von rund 250 Metern wird das Gewässer, innerhalb des vorhandenen Trogs, in den kommenden Monaten naturnah umgestaltet. Geplant sind unter anderem die Anlage eines gewundenen Gewässerbetts mit flachen Uferzonen, der Einbau von Kies- und Totholzstrukturen sowie die Pflanzung standortgerechter Ufergehölze.

Ergänzend werden vorhandene Befestigungen innerhalb des Trogs soweit möglich zurückgebaut, um dem Bach Raum zu geben. Dadurch entstehen neue Lebensräume für Fische, Amphibien, Insekten und weitere an Gewässer gebundene Arten.

En kompletter Abbruch des Trogbauwerks ist zum Schutz des naheliegenden Trinkwasserschutzgebiets „Bahnhofsquellen“ nicht möglich.

Neben den ökologischen Verbesserungen trägt die Maßnahme auch zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels bei. Natürliche Gewässer können Wasser besser speichern und ihre Umgebung durch Verdunstung kühlen. Gleichzeitig stärken sie die Widerstandsfähigkeit gegenüber Hochwasser und Trockenheit.

Ein Stück Natur am Hauptbahnhof

„Eine naturnahe Pleichach ist ein wertvoller Lebensraum und leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung”, betont Oberbürgermeister Martin Heilig. „Indem diese Maßnahme zentral in der Innenstadt, in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof umgesetzt wird, schaffen wir gleichzeitig ein Stück Natur, das auch für die Bürgerinnen und Bürger erlebbar wird“, betont Klimabürgermeisterin Dr. Sandra Vorlová bei einem Ortstermin.

Die Arbeiten werden voraussichtlich im September 2026 abgeschlossen. Während der Bauarbeiten kommt es im Bereich des Fahrradweges zwischen Haugerglacis und Bahngleisen zeitweise zu Einschränkungen.

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