Sicher leben in Würzburg: Polizeipräsidium Unterfranken meldet weniger Kriminalität und eine hohe Aufklärungsquote – aber auch mehr tödliche Verkehrsunfälle
Die Anzahl der Straftaten ist weiter gesunken, und die meisten Täter werden geschnappt: Das Polizeipräsidium Unterfranken konnte im Sicherheitsbericht für das Jahr 2025 überwiegend gute Nachrichten vermelden.
So verzeichnete die Polizei im gesamten Regierungsbezirk 49.012 Straftaten – das sind 1.184 Fälle weniger als noch im Vorjahr. In Würzburg gab es 10,6 Prozent weniger gemeldete Straftaten als im Vorjahr, im Landkreis waren es 6,5 Prozent weniger. Die Aufklärungsquote stieg auf 71,3 Prozent – die Polizei erwischt im Schnitt also gut sieben von zehn Tätern.
Besonders deutlich wird die positive Entwicklung, wenn man die Zahlen von 2006 zum Vergleich nimmt: In 20 Jahren ging die Zahl der Straftaten von etwa 70.000 auf knapp 50.000 Fälle zurück.
Die rückläufige Kriminalitätsentwicklung in Unterfranken „und eine hohe Aufklärungsquote belegen, dass die Menschen in Unterfranken sicher leben und sich auch sicher fühlen können“, sagt Polizeipräsident Detlev Tolle.
Rauschgift-Szene am Alten Kranen
Apropos sicher fühlen: Die Lage rund um den Würzburger Barbarossaplatz hat sich nicht zuletzt durch die neue Videoüberwachung spürbar verbessert. Der dort lange ansässige Drogenhandel hat sich allerdings nicht in Luft aufgelöst, sondern in Richtung Alter Kranen verlagert. Neben der intensiven Betreuung der Feiermeilen zur Nachtzeit „reagiert die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt auf einen Kriminalitätsschwerpunkt rund um den Alten Kranen, wo sich eine Szene mit illegalem Rauschgift- und Arzneimittelhandel etabliert hatte. Zudem wurden sogenannte Revierstreitigkeiten festgestellt“, heißt es im Sicherheitsbericht.
Die Antwort der Polizei: mehr Polizisten vor Ort, die bei regelmäßigen Einsätzen auch von der Bereitschaftspolizei und Zentralen Einsatzdiensten unterstützt werden. Ergänzt wurden diese Maßnahmen mit einem Präventionsstand, der Aktion „Coffee with a Cop“ sowie mehreren Betretungsverboten durch die Stadt. Auch das Gartenamt ist beteiligt: Zurück geschnittene Hecken und Bäume sollen der Szene die Deckung nehmen.
Ladendiebstahl und Callcenter-Betrug
Diebstahlsdelikte machen auch weiterhin ein Viertel der Gesamtstrafen in Unterfranken aus. Hier sind vor allem die Ladendiebstähle zu nennen – und die nahmen um 5,5 Prozent auf 4.152 Fälle zu.
Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg im Vergleich zum Vorjahr um 16,2 Prozent auf 395 Fälle an. Hier ist die Aufklärungsquote leider weniger gut: Nicht mal jeder vierte Einbrecher wird ermittelt (23,5 Prozent).
Gute Nachrichten gibt es dagegen im Bereich Callcenter-Betrug: Falsche Polizeibeamte, Schockanrufer und Enkeltrickbetrüger hatten in ganz Unterfranken „nur noch“ 198 mal Erfolg (minus 16,5 Prozent). Die Polizei setzt weiter auf Vorbeugung und Aufklärung: „Wenn Sie den Anrufen nicht kennen oder Ihnen irgendetwas komisch vorkommt, legen Sie lieber auf.“
Weniger gemeldete Delikte gab es 2025 auch bei der Gewaltkriminalität – und die Täter werden hier besonders häufig erwischt: Die Aufklärungsquote liegt bei 87,7 Prozent.
Weniger Verkehrsunfälle insgesamt…
Die Anzahl der Unfälle hat sich 2025 auf 37.773 reduziert (2024: 38.329 Unfälle). Allerdings gab es mehr Verletzte – und auch wieder mehr Unfalltote: Die Zahl der Menschen, die durch einen Verkehrsunfall ums Leben kamen, stieg um sieben Fälle auf 59.
Ursache Nummer Eins bei Unfällen mit schwer und tödlich verletzten Personen ist weiterhin überhöhte Geschwindigkeit. In der Praxis schwer nachzuweisen, aber sicher genauso brisant ist das Thema „Ablenkung“: Damit ist nicht nur die „klassische“ Ablenkung z.B. durch Smartphones am Steuer gemeint. Auch die zunehmende Ausstattung der Fahrzeuge mit Infotainment-Schnickschnack bereitet der Polizei Sorgen.
… aber Höchststand bei Pedelec-Unfällen
Im Jahr 2025 verunglückten auf Unterfrankens Straßen 1.617 Rad- und Pedelec-Fahrer – so viele wie noch nie. Dabei wurden vier Radfahrer getötet – davon trugen drei keinen Helm. Nicht ungefährlich scheint auch die Fahrt mit dem E-Scooter zu sein: Auch hier gibt es immer mehr Unfälle, vor allem wenn Alkohol und Drogen im Spiel sind. Von 2021 bis 2025 stieg die Zahl der benebelten E-Scooter-Piloten, die der Polizei bei Verkehrskontrollen ins Netz gingen, um stattliche 322 Prozent an!
Auch die Unfälle unter Beteiligung von Senioren nehmen weiter zu. Bei 3.339 Unfällen wurden 788 Menschen verletzt, 21 starben. „Diese Entwicklung ist auch dem demografischen Wandel und der zunehmenden Mobilität von Senioren geschuldet“, so die Polizei.



