Warum der Check bei vollbeladenem Fahrzeug so wichtig ist: Tipps vom Experten
Endlich Urlaubszeit! Die Koffer sind gepackt, das Auto ist bis unters Dach beladen und die Vorfreude steigt. Doch Vorsicht: Ein vollbeladenes Fahrzeug verhält sich in Kurven und beim Bremsen ganz anders als im Alltag. Damit die Fahrt in die Ferien nicht gefährlich wird, rufen die Experten von ATU zu einem gründlichen Urlaubs-Check auf. Mit ein paar einfachen Handgriffen und der richtigen Vorbereitung kommen Familie und Gepäck sicher ans Ziel.
„Viele Autofahrer unterschätzen, wie massiv sich die Zuladung auf die Fahrdynamik auswirkt“, erklärt ATU Experte Christopher Lang. „Der Bremsweg verlängert sich, das Auto reagiert träger und in Kurven kann es schneller ausbrechen. Ein Sicherheitscheck vor dem Start ist daher kein Luxus, sondern wirklich entscheidend.“
Hier sind die wichtigen Punkte, die Urlauber vor der Abfahrt beachten sollten:
1. Reifendruck anpassen
Wer mit schwerem Gepäck reist, muss den Reifendruck unbedingt erhöhen. Die korrekten Werte für die Maximalbeladung finden sich meist auf einem Aufkleber in der Innenseite der Fahrertür, im Tankdeckel oder im Handbuch des Fahrzeugs. Wichtig: Den Druck immer vor Antritt der Fahrt am kalten Reifen prüfen! Ein zu geringer Reifendruck bei hoher Last führt zu instabilem Fahrverhalten, erhöhtem Spritverbrauch, mehr Reifenverschleiß und im schlimmsten Fall zu einem Reifenplatzer.
2. Scheinwerfer regulieren: Blendgefahr vermeiden
Durch das schwere Gepäck im Kofferraum senkt sich das Heck des Autos ab, während sich die Front anhebt. Die Folge: Die Scheinwerfer leuchten nach oben und blenden den Gegenverkehr.
Manuelle Leuchtweitenregelung: Fahrzeuge ohne automatische Leuchtweitenregulierung müssen über ein Rädchen im Cockpit (meist links vom Lenkrad) auf die entsprechende Stufe gemäß dem Beladungszustand angepasst werden.
Moderne Systeme mit automatischer Niveauregulierung: Bei LED- oder Xenon-Scheinwerfern geschieht dies oft automatisch – ein kurzer Funktionstest vor der Nachtfahrt lohnt sich dennoch.
3. Richtig packen: Schweres nach unten
Beim Beladen gilt die goldene Regel: Schwere Gegenstände gehören nach ganz unten und direkt an die Rücksitzlehne. Das hält den Schwerpunkt des Autos niedrig und verhindert, dass die Ladung bei einer Vollbremsung durch den Innenraum geschleudert wird. Leichte Dinge wie Jacken oder Strandmatten können nach oben. „Wer den Kofferraum über die Höhe der Rücksitze hinaus belädt, sollte unbedingt ein stabiles Trennnetz oder -gitter verwenden und auf eine ausreichende Ladungssicherung achten“, so Experte Lang.
4. Dachbox und Fahrradträger: Das Tempolimit im Kopf
Dachboxen und Fahrradträger sind praktisch, verändern aber den Schwerpunkt und den Luftwiderstand des Autos. Das zulässige Gesamtgewicht des Autos sowie die maximale Dachlast dürfen dabei nicht überschritten werden. „Wir empfehlen, mit Dachaufbauten nicht schneller als 130 km/h zu fahren und sich hier strikt an die jeweilige Herstellerangabe zu halten“, sagt Christopher Lang. „Nach den ersten 50 Kilometern sollten die Befestigungen von Box oder Träger nochmals kurz überprüft und nachgezogen werden.“



