Organspende: Zahl der Spender 2022 sinkt

In einem Organspende-Ausweis kann nicht nur der persönliche Wille dokumentiert werden, sondern auch, welche Organe entnommen werden dürfen und welche nicht. Grafik © AOK-Mediendienst

Tag der Organspende am 4. Juni 2022 soll helfen, Ängste abzubauen

Vielen Menschen fällt die Entscheidung schwer, ob sie nach dem eigenen Tod ihre Organe spenden wollen oder nicht. Der Tag der Organspende 2022 soll dabei helfen, Ängste und Vorurteile zu diesem Thema abzubauen und über Organspende aufzuklären.

Im ersten Quartal 2022 wurden fast ein Drittel weniger Organe gespendet als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sank die Zahl der Spender in deutschen Kliniken in den ersten drei Monaten um 29 Prozent auf 176. „In Deutschland warten derzeit über 8.500 Menschen dringend auf ein Spenderorgan, das ihnen ein Weiterleben ermöglicht“, so Alexander Pröbstle von der AOK in Würzburg.

Organspende: Entscheidungshilfe im Internet

Die AOK hilft mit dem Online-Angebot „Entscheidungshilfe Organspende“ unter www.aok.de/bayern/organspende dabei, Argumente für oder gegen eine Organspende zu finden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hamburg haben gemeinsam mit weiteren Experten eine Entscheidungshilfe erstellt, die verständliche Informationen zu Fragen der Organspende bietet. Dazu gehören rechtliche Fragestellungen genauso wie Fragen zur Hirntoddiagnostik oder der Menschen-würde.

Die Online-Hilfe gibt auch Antworten darauf, bis zu welcher Altersgrenze es möglich ist, Organe zu spenden oder zu empfangen. Sie informiert außerdem bei Fragen zu medizinischen Voraussetzungen, den Nebenwirkungen und den Erfolgsaussichten für eine Transplantation. Der Ablauf einer Organspende wird ebenfalls beschrieben. Vom Verdacht auf einen Hirntod bis hin zur Entnahme und Transportfähigkeit eines Organs sind viele Schritte notwendig.

Persönliches Gespräch möglich

Beim Thema Organspende ergeben sich für alle Betroffenen viele Fragen. „Auch, wenn wir mit unserem Angebot versuchen, das meiste ausführlich zu beantworten, bleibt häufig Vieles offen, das sich eher in einem persönlichen Gespräch klären lässt“, so Alexander Pröbstle. Die AOK unterstützt hierfür das Informationsangebot, das die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit einem geschulten Team etabliert haben.

Das „Infotelefon Organspende“ bietet montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr die Gelegenheit, im persönlichen Gespräch am Telefon mit Expertinnen und Experten alles Wichtige zum Thema Organspende zu besprechen. Das Expertenteam ist unter der kostenlosen Service-Telefonnummer 0800 90 40 400 erreichbar.

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