„Endlich wieder unter Menschen“

Günter Hofmann fühlt sich mit den Sicherheitsmaßnahmen sichtbar wohl. Foto Ludmilla Geer, AWO Tagespflege Schwebheim

Sicherheitskonzept soll Gäste und Personal in der AWO Tagespflege bestmöglich schützen

Seit Mitte letzten Jahres dürfen Tagespflege-Einrichtungen für Senioren wieder öffnen – jedoch nur mit einem strikten Hygiene- und Sicherheitskonzept, wie beispielsweise einer reduzierten Gästeanzahl pro Tag, das Tragen von FFP2-Masken und der täglichen Symptomkontrolle bei Gästen und Mitarbeitern. Je nach Landkreis sind die Gäste wie auch Mitarbeiter bereits vollständig geimpft, haben die Erstimpfung erhalten oder bald den ersten Impftermin. „Viele Tagespflegegäste fühlen sich damit noch sicherer, vertrauten aber schon vor der Impfung den Sicherheitsmaßnahmen unserer Einrichtungen“, erklärt der AWO Bezirksverband Unterfranken in einer Pressemitteilung.

Der AWO Bezirksverband betreibt in ganz Unterfranken Tagespflegeeinrichtungen für Senioren. Hier treffen sich ältere Menschen, die auf professionelle Pflege und Betreuung angewiesen sind, um abwechslungsreiche Tage in angenehmer Gesellschaft zu verbringen. Gleichzeitig erfahren pflegende Angehörige die Entlastung, die sie brauchen, um Kraft zu tanken, Termine wahrzunehmen und die Balance zwischen Pflege, Beruf und den eigenen Freiräumen zu wahren. Aufgrund der Corona-Pandemie und der Angst vor einer Ansteckung, sagen laut AWO jedoch einige Senioren oder deren Angehörige trotz umfangreichem Sicherheitskonzept den Besuch der Tagespflege ab.

Symptomcheck einschließlich Fiebermessen

„Bisher konnten Ansteckungen mit dem Corona-Virus in unseren Tagespflegen verhindert werden“, heißt es weiter. Dies sei unter anderem dem mit dem Gesundheitsamt abgestimmtem Sicherheitskonzept zu verdanken, welches die Gäste sowie das Personal bestmöglich schützt: Bereits beim Eintreffen der Gäste sowie der Mitarbeiter wird ein Symptomcheck einschließlich Fiebermessen durchgeführt. Werden die Senioren vom Fahrdienst zuhause abgeholt, erfolgt dieser Check schon vor der Fahrt zur Tagespflege. In der Tagespflege selbst ist das Tragen von FFP2-Masken und das Abstand halten, wo möglich, für alle Pflicht. Koordinierte und gestaffelte Bring- und Abholzeiten vermeiden Ansammlungen im Eingangsbereich der Tagespflege. Schutzwände zwischen Sesseln, regelmäßiges Lüften der Räume, die Bildung möglichst fester Gruppen und die täglich mehrmalige Desinfektion von Kontaktflächen und Materialien sollen die Infektionsgefahr noch weiter minimieren.

Günter Hofmann, Gast in Schwebheim, findet, dass die Mitarbeiter seiner Tagespflege einen hohen Wert auf die Einhaltung aller Hygienemaßnahmen legen. „Ich finde die Maßnahmen fast schon übertrieben, aber was sein muss, muss sein. Ich fühle mich hier sehr sicher und kann mir nicht vorstellen, mich in der Tagespflege mit dem Virus zu infizieren“, führt Hofmann fort.

Wöchentlich mehrmalige Testung aller Mitarbeiter

Vor allem die wöchentlich mehrmalige Testung aller Mitarbeiter auf das Virus mittels Antigen-Tests, die innerhalb kurzer Zeit anzeigen, ob jemand mit dem Virus infiziert ist oder nicht, und der immer weiter fortschreitenden Impfungen der Senioren und der Mitarbeiter, soll vielen Gästen und deren Angehörigen die Sorge nehmen. Auch dass die Tagespflegegäste durch die mobilen Impfteams geimpft werden können, macht die Entscheidung für oder gegen die Tagespflege für viele einfacher. Helga Rutan, Pflegedienstleitung aus der Tagespflege im Marie-Juchacz-Haus Würzburg, berichtet von einer Dame, die sich erst vor kurzem für den Besuch der Tagespflege entschieden hat, da sie so „endlich wieder unter Menschen kommen kann.“

Dass die meisten Bewohner und Mitarbeiter des Marie-Juchacz-Haus bereits vollständig geimpft sind, machte diese Entscheidung noch leichter. „Sobald wir wieder fünf oder mehr Mitarbeiter und Bewohner zusammen haben, die sich impfen lassen möchten, wird das mobile Impfteam erneut bei uns vorbeikommen. Unsere Gäste müssen sich also nicht eigenständig um einen Termin kümmern“, führt Rutan weiter aus. „Dies schätzen einige unserer Gäste und deren Angehörigen.“

Gruppenaufteilung sorgt manchmal für Wehmut

Auch andere Tagespflegen berichten von der Dankbarkeit und Freude über die Öffnung bei Gästen und der Angehörigen. Einige Gäste würden gerne öfter kommen, aufgrund der reduzierten Gästezahl pro Tag ist dies jedoch oft leider nicht möglich. Auch die Gruppenaufteilung sorgt bei Gästen in Niederwerrn für Wehmut. „Unsere Gäste vermissen sich auch gegenseitig. Ein paar haben sich über die Jahre sehr gut angefreundet, müssen die Tagespflege aufgrund der Maßnahmen nun jedoch leider an verschiedenen Tagen in der Woche besuchen“, erzählt Dominique Link, Pflegedienstleitung der Tagespflege in Niederwerrn.

Ähnliches berichtet auch Brigitte Banetzke, Pflegedienstleitung der Tagespflege am Bernhard-Junker-Haus im Raum Aschaffenburg. „Unsere Gäste sind sehr zufrieden mit dem Hygienekonzept, fühlen sich dadurch sicher und gut aufgehoben. Die Atmosphäre ist entspannt“, so Banetzke. „Wir hören sehr oft, dass sich die Senioren bei uns in der Tagespflege geborgen, sicher und in der familiären Umgebung wohl fühlen. Durch die Abwechslung, die Beschäftigung und die Unterhaltung können sie Corona sogar fast vergessen und endlich wieder sorgenfrei lachen.“

Trotz aller Maßnahmen und den weiter fortschreitenden Impfungen, sind manche Senioren und deren Angehörige immer noch besorgt und bleiben vorsorglich zu Hause. „Wir verstehen diese Sorge sehr gut. Durch das strenge Sicherheitskonzept und die Organisation der Impfungen geben wir auch weiterhin alles Mögliche, um die Gäste unserer Tagespflege vor Corona zu schützen“, versichert Ulrike Hahn, Fachbereichsleitung Senioren und Reha beim AWO Bezirksverband Unterfranken.

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