Love-Scamming: Renter aus Versbach überweist fast 200.000 Euro an Facebook-Freundin
Er dachte an Liebe – sie wollte nur Geld. Wenn es denn überhaupt eine „sie“ war: Ein Rentner aus Versbach überwies seiner Facebook-Bekanntschaft knapp 200.000 Euro. Die Polizei warnt: Wenn „Internet-Freunde“ plötzlich hohe Geldbeträge fordern, ist bestimmt etwas faul.
Die Masche heißt „Love-Scamming“ und läuft immer ähnlich ab: Über Internetportale suchen Betrüger Kontakt zu Frauen oder Männern und bauen eine Beziehung auf. Hat sich die Partnerschaft ein wenig gefestigt, fordern die Täter erst kleinere und letztendlich sehr hohe Geldbeträge, die sie als angebliche Ärzte oder Soldaten beispielsweise für Flüge nach Deutschland benötigen würden.
Viele der Geschädigten realisieren erst sehr spät – oder sogar zu spät -, dass der vermeintliche „Freund“ es gar nicht auf Liebe, sondern nur auf Bargeld abgesehen hatte.
So wurde auch der 70-jährige Versbacher von seiner mutmaßlich weiblichen Internetbekanntschaft aus England auf Facebook dazu veranlasst, einen dicken Batzen Geld zu überweisen. Der Kontakt bestand bereits seit Februar 2022; das Geld war für „Krankenhausaufenthalte, Steuern, Hypothekenablösungen und ähnliches“ gedacht.
Als der Mann den Betrug bemerkte, verständigte er die Polizei. Die warnt:
- Die Täter schreiben gezielt alleinstehende Personen über das Internet an, um diese später um Geldsummen zu betrügen.
- Die Unbekannten geben meist vor, sich im Ausland aufzuhalten und dort beispielsweise als Soldaten oder Ärzte tätig zu sein.
- Sobald Sie aufgefordert werden, Geld zu überweisen oder zu übergeben, sollten Sie hellhörig werden und keinesfalls Geldzahlungen leisten.
- Sobald Ihnen der Verdacht kommt, der angebliche Partner könnte es nicht nur auf die Liebe, sondern auf Ihre Ersparnisse abgesehen haben, nehmen Sie unbedingt Kontakt zur Polizei auf.



